Das Camping ABC

Zelt im Morgengrauen im Wald.

Das Camping ABC

Camping ist immer mehr und mehr im kommen. Freunde dieser Übernachtungsmöglichkeit schätzen es, so nah wie möglich an der Natur zu sein. Und auch ich bin ein riesiger Fan vom Camping. Es gab für mich in Namibia nichts schöneres, als nachts der Natur zu lauschen und auch jetzt im Baltikum war es die beste Möglichkeit, um Unabhängig zu sein. Für viele hat das Zelten vielleicht noch den Charakter von “2-Wochen-Camping-mit-der-Familie-an-der-Ostsee”, aber dem will ich mit meinem Camping ABC entgegentreten. Denn, Camping ist cool!

“Life is simple.
Eat.
Sleep.
Camp.”

A wie Aufbau, der

Nichts kann nerviger sein, als wenn man das Zelt das erste Mal im Feldeinsatz aufbaut. “Wo gehört nochmal die Stange hin und wo muss ich was jetzt einhängen?” BESSER: Vorher schon mal ausprobieren. Dann endet das Ganze nicht in einem Desaster und du und dein Zeltbuddy können schon mal ein Bier genießen und den Anderen beim Aufbau zuschauen.

B wie Boden, der

Zu einem gesunden Schlaf, gehört auch ein gut gewähltes Plätzchen. Nichts ist so ätzend, als wenn man sich nachts ständig hin und her werfen muss. Hier pikst ein Stein, dort sticht eine Wurzel. Deshalb vorher immer den Boden checken. Am schönsten schläft es sich natürlich auf Gras oder Moos. Falls das nicht vorhanden ist, sollte der Boden aber wenigstens ebenerdig sein. Achtung ist auch bei Insekten geboten! Keiner will morgens in einem Ameisenhügel aufwachen.

Zelt bei Sonnenschein mit See im Hintergrund

C wie Campingplatz, der

Man kann natürlich auf einem Campingplatz campen, oder eben Wild (-> siehe W wie Wildcampen, das). Dieser bietet gewisse Vor- und Nachteile. Natürlich muss man einen kleinen Obolus hinterlassen, um dort zu schlafen. Dafür hat man warme Duschen, richtige Toiletten, Strom und vielleicht sogar Wifi. Dafür muss man aber auch andere Camper in Kauf nehmen: grölende Jugendliche, Rentner die morgens um 5:00 Uhr mit ihrem Wohnmobil wegfahren, Kinder die schreien… Natürlich kann es auch ganz anders kommen und man versteht sich mit allen wunderbar. Die Jugendlichen haben noch ein Bier übrig, die Rentner helfen mit fehlendem Essen aus und die Kinder sind einfach zuckersüß. Wie du siehst, es kann in die eine, wie in die andere Richtung gehen. Für Camping-Anfänger ist es aber sicherlich die bessere Alternative.

D wie Duschen, das

Natürlich darf beim Camping auch die Hygiene nicht zu kurz kommen. Als tägliche Dusche empfehlen sich dabei Feuchttücher. Wem das zu wenig ist, muss entweder an einem See, wahlweise Fluss sein Zelt aufschlagen, oder eben den Campingplatz wählen. Es empfiehlt sich eine gesunde Mischung aus beidem zu machen. Naturplätze zu genießen und dann und wann Campingplätze zum Duschen aufzusuchen.

E wie Essen, das

Die Stimmung muss aufrecht gehalten werden und am besten geht das mit Essen. Man muss beim Camping nicht auf Kulinarische Hochgenüsse verzichten. Tatsächlich kann man auf dem Trangia ganz passabel kochen. Nudeln, Reis und Gemüse gehen immer. Zum Nachtisch kann dann noch eine Tafel Schokolade gereicht werden und alles ist prima. Coole Ideen und weitere Campingtipps findest du dazu z.B. bei Cruising Campers Blog oder beim Outdoor Cooking Blog.

Das Camping ABC

F wie Frische Luft, die

Mit frischer Luft muss man sich zwangsläufig auseinander setzen, wenn man Zelten geht. Aber das ist auch das wunderbare! Standst du schon mal morgens gegen 5:00 Uhr im Wald? Der Nebel wabert noch zwischen den Bäumen, die Vögel zwitschern und langsam erhebt sich die Sonne. Du stehst vor deinem Zelt, reckst die Arme in den Himmel und atmest tief ein. Was könnte es besseres geben?

G wie Gepäck, das

Die richtig Menge an Gepäck zu finden ist gar nicht zu leicht. Brauche ich dieses Oberteil noch und was ist mit dem 3. Paar Schuhe. The Struggle of a Traveller! Gerade beim Camping sollte man sich aber klar machen, das ein paar essentielle Dinge dazu gehören (Zelt, Kocher, Isomatte, Schlafsackt etc.). Genauso sollte man sich aber auch klar machen, das man das Gepäck irgendwo verstauen muss. Ist man nur mit dem Rucksack unterwegs, muss da alles rein. Mit dem Auto sieht die Geschichte natürlich wieder ganz anders aus.

H wie Hering, der

Ich erzähle dir mal eine lustige Geschichte. Es war mal ein kleines Kind. Das wollte im Dunkeln nochmal raus und ist prompt über die Heringe gestolpert. Das Resultat, aufgeschürfte Knie und Hände. Noch am nächsten Tag hat sie die Steine rausgepult. Wäre das zu Zeiten des Smartphones passiert, gebe es wahrscheinlich ein lustiges Internetvideo. Zumindest die Schmach ist mir erspart geblieben. Denn, du hast es bestimmt schon erraten, dieses Kind war ich. Und was lernen wir aus der Geschichte? Heringe sind nicht zum stolpern da, sondern um das Zelt stabil zu halten. Achtung ist also geboten.

I wie Isomatte, die

Ähnlich wie gutes Essen kann eine gute Isomatte bzw. Luftmatratze erheblich zum Komfort dazu beitragen. Ich glaube nach oben hin sind dem Budget für eine weiche Unterkunft keine Grenzen gesetzt. Mir reicht allerdings auch eine gute Luftmatratze von Decathlon für knapp 40€. Damit schlafe ich wie auf Federn, fast zumindest. Wie zu Hause wird es natürlich sowieso nie, aber man sollte es sich zumindest so angenehm wie möglich machen.

J wie Jugendlichkeit, die

Vermehrt von älteren Semestern höre ich, dass sie sich mittlerweile zu alt zum Zelten fühlen und lieber ein Hotelzimmer nehmen. Ob das tatsächlich an fortschreitenden Rückenleiden liegt oder an anderen Dingen, ich vermag es nicht zu sagen (fragt mich in 30 Jahren nochmal). Fakt ist allerdings, dass es Zelten irgendwie dazugehört, wenn man erwachsen wird. Zunächst fängt es mir Partys im eigenen Garten an, geht über Zelten auf Festivals und endet im besten Fall auf Roadtrips mit guten Freunden.

K wie Klappspaten, der

Vor unsere Reise hatten wir die eine oder andere Diskussion, ob wir tatsächlich einen benötigen oder nicht. Wir haben uns letztendlich dagegen entschieden. Denn der Gedanke, das jeder diesen Spaten nach dem Geschäft in der Hand hat, ist nun wirklich nicht so schön. Ist man komplett in der Natur, es soll da so Touren ins Okavango Delta geben, ist es sicherlich nicht verkehrt einen dabei zu haben. Auch bei starkem Regen kann man zum Beispiel einen Graben um das Zelt ziehen. Dann fühlt man sich auch ein wenig wie eine Burgherrin, die einen mächtigen Graben, um ihre Burg zieht. Zumindest in Ansätzen…

L wie Lagerfeuer, das

Nichts rundet einen ordentlichen Campingtag ab, wie ein ordentliches Lagerfeuer! Stumm starren alle in die Flammen und lassen ihre Gesichter erleuchten. Nach Jahrtausenden der Evolution fasziniert uns das Feuer immer noch und wir können es nicht lassen, welches zu machen. Perfekte Begleiter sind ein grenzenloser Sternenhimmel und natürlich Stockbrot. Und machen wir uns nichts vor, es ist ein hammer Gefühl, Feuer gemacht zu haben!

Lagerfeuer mit Stockbrot

M wie Messer, das

Ein Messer kann man wirklich immer gebrauchen. Sei es um Dosen zu öffnen, das Essen zu zubereiten, es zu verspeisen, Feuerholz zurecht zu machen, zu schnitzen, Korken zu ziehen,… die Liste ist endlos. Ein Messer gehört zum Outdoorerlebnis genauso wie das Feuer und die passende Begleitung.

N wie nie wieder?!

Es soll ja auch Menschen geben, denen gefällt das Zelten nicht so gut. Habe ich mal so gehört.

O, wie Outdoor

Das ganze Erlebnis ist Outdoor. Wenn man sich die deutsche Übersetzung anschaut, bedarf es gar nicht viel Erklärung, man ist außerhalb der eigenen Tür. Wenn man das weiterspinnt könnte man auch reininterpretieren, das man jedes Mal ein Stück seinen Horizont erweitert. Und irgendwie stimmt es ja auch, auch wenn es vielleicht nicht ganz so spirituell ist. Jedes Mal in der Natur findet man ein Stück weiter zu sich. Genauso lernt man mit ungewohnten Situationen umzugehen und das schult.

P wie perfekter Platz, der

Das ist ähnlich wie mit dem Boden und doch ganz anders. Ein perfekter Platz ist so viel mehr. An diesem perfekten Platz stimmt einfach alles. Man fühlt sich sofort wohl und kann sich vorstellen, hier einfach zu bleiben. Mein perfekter Platz ist irgendwo in den Bergen, an einem See, den ich sehen kann, sobald ich den Reißverschluss meines Zeltes öffne. Perfekt oder?

Q wie Quälgeister, die

Natürlich ist beim Zelten nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Vor allem am Wasser und gegen Abend kommen sie raus, die Mücken. Kaum einer übersteht sein Outdoor Abenteuer, ohne zumindest einen Mückenstich ab zu bekommen. Selbst Anti Brumm, Fenistil und wie das sonst noch alles heißt, kommt manchmal an seine Grenzen. Aber eigentlich ist das gar nicht weiter schlimm. Meist liegt man sowieso mit Anbruch der Dunkelheit im Zelt, weil frische Luft eben müde macht! Man muss halt nur aufpassen, das keine Quälgeister mit hinein kommen.

R wie Regen, der

Auch Regen gehört zum Camping dazu. Solange man dick eingemummelt im Zelt liegt, klingt dieser sogar ganz romantisch. Unangenehm wird es dann, wenn das Zelt an seine Grenzen kommt, oder man zusammenpacken muss. Irgendwie schafft man es nie, alle seine Sachen trocken raus zu bekommen und das Zelt muss zum Trocknen auch wieder aufgebaut werden. Trotzdem kann es auch sehr gemütlich sein, wenn man einen Unterstand gefunden hat und sich mit einer dampfenden Tasse Kaffee dem spiegelglatten See vor einem, zuwendet.

Spiegelglatter See mit Steg und Kanu

 

S wie Sonnenauf- und Sonnenuntergang

Ich habe selten mehr Sonnenauf- und Sonnenuntergänge als beim Camping, erlebt. Nach einiger Zeit passt man sich dem Rhythmus der Natur an und steht auf bzw. geht ins Bett mit dem Tageslicht. Besonders schön finde ich Sonnenaufgänge im Wald. Wenn die ersten Strahlen durch die Bäume kommen, schafft dies eine ganz besondere Stimmung und man weiß, der Tag kann nur gut werden.

T wie Trockentoilette, die

Auf sehr einfachen Campingplätzen, muss man mit solchen Toiletten rechnen. Im Grunde sind es Plumpsklos, die vielleicht etwas mehr Komfort bieten. Wobei Komfort auch schon zu viel gesagt ist. Man kann aber auch total Glück haben. Die von RMK betriebenen Plätze in Estland bieten z.B. ganz hervorragenden Komfort und das nicht nur beim Lokus. Es gibt außerdem Feuerstellen und Feuerholz zur Verfügung und dafür muss man noch nicht einmal bezahlen!

Plumpsklo in Schweden

U wie Ungeziefer, das

Die Sache mit dem Ungeziefer ist eine ähnliche Geschichte wie mit den Quälgeistern. Wenn man nah an der Natur ist, begegnet man eben Tiere. Meine größter Herausforderung sind dabei Spinnen. Sobald eine im inneren des Zelts ist, ist alles vorbei. Mir ist das einfach zu nah. Wichtig ist dann, einen besonnen Campingpartner zu haben, der kein Problem hat, Tierchen zu entfernen.

V wie Vogelgezwitscher, das

Dies ist ein schönerer Aspekt der umgebenden Flora und Fauna. Wobei es ebenfalls sehr anstrengend sein kann, wenn man gefühlt um 3 Uhr Nachts geweckt wird, weil die Vögel schon anfangen zu zwitschern. Dennoch kann es gerade in fremden Ländern ein wahres Fest für die Ohren sein.

W wie Wildcampen, das

Der Unterschied zum Campingplatz ist hier, das man sich frei eine Stelle sucht, auf der man bleiben möchte. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten: ist es in dem Land, wo ich bin geduldet? Bin ich auf privatem Land? Ist das ein Nationalpark? Sind diese Fragen gelöst, stellt dem romantischen Erlebnis nichts mehr im Weg. Es kann ein wunderschönes Gefühl sein, den perfekten Platz für sich gefunden zu haben und nicht teilen zu müssen.

Interessante Fakten zum Thema findest du auf der Seite von bergzeit magazin

X, Y, Z wie zu Hause, das

Nach all der Natur, kann es aber auch ganz schön sein, wieder zu Hause anzukommen. Die Annehmlichkeiten eines eigenen Bades zu genießen. Im eigenen Bett zu schlafen. Mit der Mikrowelle zu kochen… Sobald sich die Gewohnheit wieder einstellt, wird sicherlich die Natur wieder nach dir rufen. Ich bin sicher!

Deine Meinung ist gefragt. Wie stehst du zum Thema Zelten bzw. Camping? Kannst du meine Camping ABC noch etwas hinzufügen? Ich bin gespannt auf deine Tipps und Tricks. Verrate sie mir und den anderen LeserInnen in der Kommentarfunktion.

Sehr ans Herz legen möchte ich dir übrigens noch den Blog BUNTERwegs.com, ein Outdoorblog für Frauen (Männer dürfen natürlich auch gucken). Du findest dort zahlreiche Tipps für Langzeitwanderungen, wie man sich fit hält und was sonst noch mit dem Wandern und Outdoorleben zu tun hat.

Morgenstimmung in einem Kiefernwald

Schön ist´s morgens im Wald

3+

4 Kommentare

    • lieschenradieschen

      Hahaha 😀 ich könnte auch sofort wieder los. Und demnächst kommt auch noch ein neues Zelt :O

      Liebe Grüße,
      Lynn

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    • lieschenradieschen

      Freut mich das es dir gefällt 🙂
      Tja, der Klappspaten, das ist auch echt so eine Geschichte für sich 😀

      Liebe Grüße,
      Lynn

      0

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