Ein Plädoyer an die Postkarte

Im Digitalen Zeitalter geht alles unglaublich schnell: Texte schreiben, Fotos und Videos verschicken und sogar Sprachnachrichten an die Liebsten zu Hause vermitteln und das ist auch gut so! Meine Familie freut sich, wenn ich von unterwegs Updates geben und ich kann meine Leser per Instagram und Twitter immer auf dem laufenden halten. Allerdings sollten wir eine Sache trotzdem nicht vergessen, die Postkarte.

“Hallo. Wie geht es dir, mir geht es gut. Das Wetter ist schön und wir gehen viel baden. Ich freue mich, dich wieder zu sehen”

Meist sieht so ein klassischer Postkartentext aus und ich gebe zu, so viel gibt der nicht her. Aber es geht ja auch nicht um den Inhalt, sondern das, was eine Postkarte vermittelt.
Nachrichten und Fotos sind mittlerweile so schnell verschickt und können, da kostenlos, quasi auch an jeden übermittelt werden.

Postkarte schreiben

In einer Postkarte hingegen steckt so viel mehr. Sie bedeutet Aufwand: man hat sie sorgfältig ausgewählt, beschrieben und zum Briefkasten gebracht. Außerdem beutet sie auch, du bist mir etwas wert, ich schicke dir eine Nachricht, denn eine Postkarte ist nicht umsonst. Wenn man so will, ist die Postkarte auch ein entschleunigtes Twitter. Viel Platz ist auf der Rückseite nicht und man will möglichst viel, mit möglichst wenigen Worten sagen.

Abgesehen von der Botschaft, die der Sender vermittelt, ist es umso schöner für den Empfänger, eine Postkarte zu erhalten. Meist kommt sie ganz unerwartet und um so mehr freut man sich, wenn sie durch den Briefschlitz flattert. Sie umweht immer einen Hauch von Exotik und durch die Vorderseite mit den bunten Bildern, fühlt man sich ganz kurz an den Urlaubsort versetzt. Ich hänge mir Postkarten unglaublich gerne auf und habe so schon eine kleine Wand, mit den unterschiedlichsten Motiven und Zielen rund um den Globus.

Postkarten Wand

Einige enthalten nur kurze Nachrichten, andere ganze Zeichnungen. So steht Opa plötzlich am Leuchtturm und die Sonne strahlt mir von Postkartenrückseite entgegen.

Postkarte von Oma

Opa am Leuchtturm

Und manchmal sind Postkarten auch wunderbare Flucht Möglichkeiten. Manchmal, wenn ich alleine unterwegs bin, setze ich mich in ein Café und schreibe Postkarten. So fühle ich mich nicht mehr alleine, weil ich ja an meine ganzen Leute zu Hause denke und ich bin beschäftigt. Ich fühle mich nicht mehr so beobachtet (auch wenn wahrscheinlich auch so keiner Notiz von mir nimmt) und anstatt auf mein Handy zu schauen, mache ich produktiv etwas mit meinen Händen.

Und mein allerletztes Argument, warum man die Postkarten nicht vergessen sollte, ist, dass ich es Liebe zu schreiben. Es macht mir einfach Spaß und was gibt es da besseres, als diese kreative Energie in Postkarten zu stecken?

Die schönsten Postkarten

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2 Kommentare

  1. Hallo Lynn,
    als ich Anfang des Monats in FFM war, hatte ich auch solche Gedanken, wie viel mehr es mir bedeutet eine Postkarte zu bekommen, als ein Foto per WhatsApp.
    Meine letzte Postkarte bekam ich vor einem Jahr von meinen Eltern, aber viele bekomme ich nicht, dafür schreibe ich aus fast jedem Urlaub mindestens eine Postkarte an jemanden. Einmal erhielt ich einen wirklich ganz lieben Brief als Antwort auf meine Karte, weil sich die Person so sehr gefreut hat, dass ich an sie denke. Das zeigt mir, wie wichtig Postkarten sind 🙂
    Liebe Grüße und frohes Reisen,
    Alexandra

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    • lieschenradieschen

      Hallo Alexandra,

      Oh! Ein Brief, das ist auch wunderschön 🙂 Postkarten sind wirklich wunderbar.

      Liebe Grüße und dir auch,
      Lynn

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