Ein Tag in Antwerpen

Schild mit der Aufschrift Antwerpen

Staunend verlassen wir unseren Zug. Vor knapp 40 Minuten haben wir den wirklich dunklen Bahnhof in Brüssel verlassen und stehen nun in diesem Palast! Der Bahnhof von Antwerpen ist ein wahres Meisterwerk und wir fühlen uns klein wie Ameisen. Bereits ganz zu Anfang lässt uns die Stadt wissen, was wir zu erwarten haben. Ein Tag steht uns in Antwerpen zur Verfügung und wir freue uns darauf zwischen Pommes, MAS und Schelde auf Entdeckungstour zu gehen. 

Ein Tag in Antwerpen – 11:00 Uhr

Nachdem wir nun den Bahnhof ausreichend bestaunt hatten, ging es in Richtung Innenstadt. Beim Verlassen des Gebäudes wurden wir aber sofort wieder abgelenkt – rechterhand steht ein riesiges Chinesischestor. Bereits rund um den Bahnhof stehen einige der Sehenswürdigkeiten von Antwerpen. Wie erwähnt beginnt auf der rechten Seite ein kleines Chinatown, auf der linken Seite das große Diamantenviertel und hinterm Bahnhof der Zoo. Wir entscheiden uns allerdings gegen alle drei Programmpunkte und ziehen weiter Richtung Kathedrale. Es ist ein herrlicher Frühlingstag und wir entscheiden uns ein zweites Frühstück zu uns zu nehmen. Praktischerweise gibt es auf dem Weg einige Boulangeries – Kaffee und Pain au Chocolat geschnappt und in die Sonne gefläzt. 

Blick auf Bahnhof und Zoo in Antwerpen

Neugierige Taube in Antwerpen

 

Jedes Haus ein Kunstwerk – 11:30 Uhr

Nicht ganz ohne stolz steht in meiner Broschüre zu Antwerpen, dass in Antwerpen alles ein bisschen anders ist. Wo andere Museen reinbauen würden, gibt es hier Einkaufsmöglichkeiten. Und das ist wahr! Während wir über die Leysstraat in Richtung Eiermarkt und schließlich zur Kathedrale gehen, legen wir ständige die Köpfe in den Nacken. So viele schöne Häuser! Es ist fast unmöglich davon Fotos zu machen, so schön wirkt das Gesamtbild.

Rathausplatz mit vielen prunkvollen Häusern in Antwerpen

Wunderschönes Haus in Antwerpen

Besonders gut gefällt mir der kleine Platz, rund um die Kathedrale. Vor dem großen Eingangstor liegen ein Junge und ein Drache, scheinbar schlafend unter dem Asphalt. Neben den obligatorischen Souvenirläden findet sich hier auch eine tolle Bierhandlung. Es ist zwar erst 13:00 Uhr, trotzdem dürfen wir schon mal etwas Bier testen. Ganz bescheiden wurde uns erklärt, es gebe in dem Geschäft “nur” knapp 300 Biersorten und das sei nur eine kleine Auswahl an belgischen Bieren. Uns reicht das allerdings vollkommen aus und staunend lassen wir uns über die verschiedenen Biere informieren. 

Kunstwerk vor der Kathedrale in Antwerpen

Kathedrale Antwerpen

Bierhandlung in Antwerpen

Mittagessen in der Frituur N°1 – 13:00 Uhr 

Zwar sind 7 Bier eine Mahlzeit, aber wir ziehen die belgischen Pommes doch der flüssigen Nahrung vor. Es soll einige gute Frituurs in Antwerpen geben. Uns wurde die Frituur N°1 fast direkt an der Kathedrale, empfohlen. Auch am Ende des Sint-Annatunnel soll es eine sehr gute geben (Tipp des Bierhändlers von der Kathedrale). Ich bin ja großer Fan dieser kleinen Pommes-Buden. Es gibt eine große Auswahl an zu frittierenden (meist Fleisch) und natürlich belgische Pommes mit Mayo. Zurecht fragen wir uns, warum es im Englischen eigentlich French Fries heißt?

Frituur in Antwerpen

Auswahl in einer Frituur in Antwerpen

Auswählen – Frittieren – Genießen

Belgisches Pommes in Antwerpen

Antiquitäten, die Schelde und eine Burg – 14:00 Uhr 

Mit vollem Magen wenden wir uns der Hoogstraat. Hier und in den angrenzenden Nebenstraßen gibt es viele schöne Cafés und Boutiquen. Eine besondere Sehenswürdigkeit sind allerdings die vielfältigen Antiquitätengeschäfte. Mit etwas Pipi in den Augen wende ich mich von den wirklich schönen Stücken ab – denn in den Flieger passen die sicherlich nicht. Schade drum! 

Nun wollen wir aber auch endlich das Wasser sehen und wenden uns in Richtung Schelde. Zwar ist der Hafen von Antwerpen einer der größten Europas, allerdings liegt er gar nicht tatsächlich am Meer. Nachdem man an einigen Parkplätzen vorbei kommt, kommt man über eine Treppe auf eine Art Promenade. Weil das Wetter wirklich großartig ist, setzten wir uns einen Augenblick und genießen einfach nur die Sonne. Was ich an dem einen Tag in Antwerpen wirklich schätzen gelernt habe ist, dass es überall freies Wifi gibt – wirklich sehr angenehm für die Reisende.

Straße mit Antiquitäten in Antwerpen

Buntes Kassenhäuschen in Antwerpen

 

Burg in AntwerpenBevor wir unser eigentliches Ziel, das MAS erreichen, kommen wir noch am Hetsteen vorbei. Diese Burg am Scheldeufer ist sicherlich eines der ältesten Gebäude in Antwerpen. Heute können vor allem Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren an Workshops dort teilnehmen. Eine wirklich coole Sache, einem alten Gebäude so wieder Leben einzuhauchen.

MAS – Museum aan de Stroom – 16:00 Uhr 

Schon von weitem erkennen wir das MAS – Museum aan de Stroom. Dieser wirklich surrealistische Bau, ist das letzte Ziel unserer Erkundung durch Antwerpen. Ohne Eintritt für das wirkliche Museum zahlen zu müssen, kann man hier auf das Dach. Alleine das Gebäude von innen ist der Hammer, aber die Panoramasicht über Antwerpen toppt nochmal alles. Vor dem Gebäude treffen sich junge Leute und der Sonnenuntergang von oben muss der Hammer sein.

Hätten wir mehr als nur einen Tag in Antwerpen zur Verfügung gehabt, hätten wir uns sicherlich auch das Museum angesehen. Auf die 10 Stockwerke sind hier spannende Ausstellungen verteilt.

Das MAS in Antwerpen von außen

Innerhalb des MAS in Antwerpen

Aussicht von dem Antwerpener Museum MAS

Abendbrot mit Stoemp – 17:30 Uhr

Da wir im Belgien-Modus sind (also Pain au Chocolat Frühstück, zweites Frühstück, Snack zwischendurch, Pommes zum Mittag, Waffeln und zum Abendbrot dann noch eine Leckerei), knurrt uns gegen Abend der Magen. Bei Balls & Glory gibt es Meatballs mit Stoemp. Stoemp ist eigentlich nichts anderes als Kartoffelstampf mit Gemüse und sehr lecker. Für knapp 13€ gibt es hier ein sättigendes Essen. Vor allem aber ist die Atmosphäre total cool. Auf jedem Tisch stehen außerdem Getränke und Obst, welches man sich nehmen kann.

Essen bei Balls and Glory

Angefüllt von diesem tollen Tag (und irgendwie auch von den Meatballs), machen wir uns wieder auf den Weg in Richtung Bahnhof. In Belgien machen die Geschäfte schon gegen 18:00 Uhr zu. Wir wandern also zurück durch Nebenstraßen, wo die Menschen langsam den gemütlichen Teil des Abends einläuten. Auch im Dunkeln büßt der Antwerpener Bahnhof nichts an seiner Schönheit ein. Erschöpft sinken wir schließlich in die Polster des Zuges und lassen den Tag Revue passieren. Ein Tag in Antwerpen kann ganz schön anstrengend sein, aber ich bin sicher – es wird nicht der letzte sein!

Häuserecke in Antwerpen

Straßenszene in Antwerpen

Was mir so wunderbar an Antwerpen gefällt, ist das es so herrlich unaufgeregt ist. Die Stadt muss sich keinesfalls hinter Brüssel verstecken (ganz im Gegenteil!). Es gibt coole Cafés, Geschäfte, Antiquitäten und viel zu gucken. Und alles ist fußläufig zu erreichen. Der größte Pluspunkt ist sicherlich die Schelde, denn eine Stadt ohne Wasser ist eigentlich nicht komplett.


Bahnfahrt Brüssel – Antwerpen

Wir haben die Tickets vorab im Internet gekauft über GoEuro. Für die Hin- und Rückfahrt haben wir ca.15€ bezahlt. Die Fahrt selber dauert knapp 40 Minuten und die Bahnen fahren sehr regelmäßig. Praktischerweise ist man auch nicht an einen Zug gebunden, sondern kann fahren wie man Lust hat. Der Bahnhof in Brüssel ist unserer Meinung nach etwas unübersichtlich. Fragt lieber nochmal nach, welchen Zug ihr nun nehmen könnt und von welchem Gleis ihr fahrt. Umgekehrt ist es in Antwerpen wesentlich übersichtlicher. 

Öffnungszeiten MAS – Museum aan de Stroom
Dienstag – Freitag: 10:00 bis 17:00 Uhr, Samstag – Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr
Hanzestedenplaats 1

2000 Antwerpen
Tel. +32 3 338 44 00
Website: http://www.mas.be/de

Öffnungszeiten Balls & Glory
Dienstag – Sonntag: 11:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Felixpakhuis De Markt
Godefriduskaai 30
2000 Antwerp
Tel. +32 3 227 16 00
Website: http://www.ballsnglory.be

 

7 Kommentare

  1. Hach, schön! Da würde ich am liebsten direkt wieder zurückfahren. Wenn ich mich recht entsinne, war ich auch in der Frituur N°1.
    Das MAS gefällt mir auch wahnsinnig gut – sowohl von außen, als auch von innen 🙂 Antwerpen lohnt sich einfach!

  2. Hey Luisa,
    ich habe Antwerpen auch an einem Tag gemacht und kann mich dir nur anschließen: eine wirklich coole Stadt, in der man sicher auch mehr Zeit verbringen kann. Das MAS fand ich auch klasse und der Bahnhof ist wirklich beeindruckend. Mir hat aber auch noch das MoMu (Modemuseum) und der Wochenmarkt gut gefallen. Für einen Kaffee + Kuchen Stopp kann ich das Normo Café empfehlen. Das ist sehr gemütlich und der Kaffee ist hervorragend. Links dazu im Artikel auf meinem Blog. http://passenger-x.de/reisen/europa/belgien/ein-tag-in-antwerpen/
    Wenn ich nochmal hinfahre, nehme ich mir auf jeden Fall auch das Hetsteen vor, das habe ich erst hier bei dir gesehen, war wir bei meiner Reise irgendwie entgangen.
    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog PASSENGER X

    • lieschenradieschen

      Liebe Nicole,

      neben dem Modemuseum soll es wohl auch ein tolles Fotomuseum geben. Das würde ich mir auch gerne beim nächsten mal anschauen 🙂 Danke auch für den coolen Tipp! Das Café klingt wirklich sehr gut.

      Liebe Grüße,
      Lynn

    • lieschenradieschen

      Ja, das stimmt absolut. Da macht das durch probieren auch total viel Spaß 🙂

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