Geschichte einer nepalesischen Münze

Die Geschichte hinter dem Bild 02.08.2015

Vor einiger Zeit ist mir eine Münze in die Hände gefallen, die so gar nicht das war, für was man sie halten könnte. Augenscheinlich sah sie zu erst aus, wie ein gewöhnliches 10 Cent Stück. Auf den zweiten Blick sind mir allerdings die fremden Schriftzeichen und die hohen Berge auf ihr aufgefallen. “Moment mal, solche Berge gibt es doch in Deutschland ganz sicher nicht”, habe ich mir gedacht. Und nach einiger Recherche stellte sich heraus, das es sich um ein Geldstück aus Nepal handelt. Dadurch wird meine heutige Sonntagsgeschichte zur Geschichte einer nepalesischen Münze.

Schön siehst du aus meine kleine Münze. Viel verstehe ich nicht von dem, was auf dir steht. Aber dein Druck macht Lust auf Abenteuer. Ich sehe die Berge, bestimmt der Himalaya oder? Und im Hintergrund etwas, was aussieht wie ein Mandala. Vielleicht hat es eine religiöse Bedeutung? Wenn ich dich wende springen mir die Landesumrisse Nepals ins Gesicht. Da drin Schriftzeichen. Sag mir kleine Münze, bedeuten diese “Nepal”? Aber leider werde ich keine Antwort von dir hören. Zu gerne würde ich deine Geschichte kennen. Wie genau bist du bei mir gelandet? Ich stelle mir vor, du wurdest in Kathmandu geprägt, meine kleine Münze. Schon kurze Zeit, nachdem du in Umlauf gebraucht worden bist, wurdest du durch die buntesten Gegenstände eingetauscht. Heißen Chai, bunte Gebetstücher, vielleicht hat man mit dir sogar ein Yak bezahlt? Weil ich schon immer mal zum “Dach der Welt” wollte, spinne ich einfach weiter, das du in der Tasche eines Sherpas gelandet bist. Zusammen mit vielen anderen Gebrauchsgegenständen, trägt er dich immer höher Empor. Schließlich trefft ihr auf eine Gruppe Touristen, die dem Sherpa etwas abkaufen. Was genau, kannst du nicht sehen, meine kleine Münze. Aber plötzlich bist du in ungewohnter Umgebung. Die anderen Geldstücke sehen nicht mehr so aus wie du. Als du das nächste Mal aus dem Geldbeutel genommen wirst, bist du nicht mehr in Nepal. Man zahlt versehentlich mit dir, weil du nicht anders aussiehst, als einige fremde Münzen in diesem Land und so landest du bei mir.

Die Geschichte einer nepalesischen Münze entspricht vielleicht meiner romantischen Fantasie der Berge. Ich sehe das Ganze aber als Zeichen an, das ich unbedingt in dieses wunderschöne Land reisen muss. Trotz der Unglücke die vor nicht all zu langer Zeit passiert sind, ist es wahrscheinlich unsere Verpflichtung zu helfen. Diese kleine Münze hat mich dadran und an meinen Wunsch erinnert. Danke dir!


Nicht ohne Grund sagt man, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Manchmal ist es aber auch genau umgekehrt. Es gibt Situationen in denen ich ganz bewusst nicht fotografiere, oder es nicht die Möglichkeit gibt gute Bilder zu machen. Genau aus diesem Grund rufe ich meine neue Sonntagsrubrik ins Leben: Die Geschichte hinter dem Bild.
An dieser Stelle möchte ich euch jede Woche ein Bild vorstellen hinter dem noch soviel mehr steckt. Ich möchte euch Geschichten erzählen und mit auf eine Reise nehmen. 

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2 Kommentare

  1. Ach Lynn,
    was für eine schöne Geschichte. Und auch, wenn sie vielleicht nicht ganz wahr ist, welche Geschichten vom Reisen sind das schon? Ist der Berg in der Erzählung nicht doch ein bisschen höher, als er in echt war? Und war der Fluss wirklich so reißend wie in der Erinnerung? Und wenn nicht, das ist doch gar nicht schlimm. 🙂 Im Gegenteil, das gehört doch dazu, jeder Reisende hat seine eigenen Geschichten, genauso wie die Münze, und diese Geschichten sind nicht starr, sondern lebendig und verändern sich. Das ist ja das schöne! Danke für diesen Ausflug in deine Fantasie, er hat mich ganz wunderbar vom Masterarbeit-Schreiben abgehalten!
    Liebste Grüße
    Rosa

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    • lieschenradieschen

      Das freut mich sehr, das ich dich etwas verzaubern konnte! Ich rätsel auch immer noch, wo sie her kommt.
      Danke auch für deine schönen Erzählungen über Schweden, nun muss ich gar nicht mehr so traurig sein, wieder zu Hause zu sein.

      Alles Liebe,
      Lynn

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