Hilfsbereitschaft auf Reisen

Lodge in Namibia bei Sonnenuntergang

Blogparade: Hilfsbereitschaft auf Reisen

Jenny von Fernweh&Heimatliebe hat eine wirklich haarsträubende Geschichte in Marokko erlebt. Kurz vor der Wüste, von der nächsten Stadt noch einige Kilometer entfernt, hat sie Fieber und schwerste Magenprobleme bekommen. Das ist schon nicht schön, wenn man zu Hause ist, aber fernab der Heimat und der Sprache nicht mächtig, ist das ein richtiger Albtraum. Zum Glück gibt es einen Retter in Not und von diesen Rettern und der Hilfsbereitschaft auf Reisen, soll diese Blogparade handeln.

Meine persönlichen Helden

Ich habe lange überlegt, welche Geschichte ich mit dir teilen kann. Denn so schlimm wie bei Jenny ist es mir zum Glück noch nie ergangen. Aber auch ich habe auf Reisen schon häufig ein Gefühl tiefer Dankbarkeit für bestimmte Leute empfunden, die mir mit Sprachkenntnissen, einer helfenden Hand oder einfach einer Schulter zum Anlehnen geholfen haben. Auch gibt es eine Geschichte, die ich besonders gerne mit dir teilen möchte.

Es ist noch dunkel, als mein Wecker klingelt. Kurz frage ich mich, warum er verdammt nochmal auf 4 Uhr gestellt ist. Ehe ich mich völlig entnervt umdrehe, fällt es mir wieder ein – ich bin mitten in der Namib Wüste in Namibia und mein erklärtes Ziel ist es heute, den Sonnenaufgang mitten zwischen den Sanddünen zu sehen. Bevor ich etwas Katzenwäsche mache, wage ich noch einen Blick nach draußen. Wir haben den letzten Bungalow in der Reihe ergattert und ich blicke mitten ins Nichts. Über mir spannt sich ein Meer aus Sternen. Noch ist kein Schimmer der Sonne zu sehen, aber das kann sich schnell ändern.

Sonnenaufgang bei Sesriem in Namibia

 

Nachdem wir eilig unsere Sachen zusammen gepackt haben, machen wir uns auf den Weg zur Rezeption. Dort angekommen stehen schon einige andere Reisegruppen, die ebenfalls zeitig in den Park wollen. Gerade als wir aus dem Auto aussteigen sagt ein Mann zu uns:

“Sie haben einen Platten.”

Wir halten das natürlich für einen Scherz und lachen etwas verkniffen. Als dann aber auch die Reiseleitung uns auf unser Hinterrad aufmerksam macht, sehen wir das ganze Ausmaß. Unser Reifen ist platt wie eine Flunder! Tja, das wird wohl nichts mit dem Sonnenaufgang. Zumindest für uns, denn die Sonne geht unbarmherzig auch ohne uns auf.

Und nun?

Bevor die Gruppe verschwindet wendet sich der Guide nochmal an uns, es täte ihm furchtbar leid, normal würde er uns schnell den Reifen wechseln, aber er muss seine Gruppe in den Park bringen. Alles Gute!

Nun stehen wir da, alles gepackt, aber der Reifen ist platt und wir haben definitiv keine Ahnung, wie man so etwas behebt. Zum Glück eilt schon ein freundlicher Mann aus der Rezeption zu uns rüber. Das er einen schicken Anzug trägt, scheint ihn kaum zu stören. Er verlangt unser Werkzeug, schmeißt sich auf den Boden und pumpt das Fahrzeug mit dem Wagenheber hoch.
Leider funktioniert dieser aber auch nicht richtig und es muss Abhilfe geschaffen. Mit uns auf dem Parkplatz steht sonst nur noch ein großer Overlandtruck, dessen beiden Guides nun auch zu uns rüber eilen.

Zu dritt und mit einem deutlichen besseren Wagenheber machen sich die Jungs an die Arbeit. Wir stehen doof drum herum und wissen wenig mit uns anzufangen. Etwas verloren versuche ich hier und da einen passenden Stein als Unterlage zu suchen, oder Werkzeug anzureichen. Nach wenigen Minuten ist der Reifen gewechselt und wir mehr als glücklich. Tausendmal bedanken wir uns bei unseren Helfern, die dies nur mit einer Handbewegung abtun, als würden sie jeden Tag einen Reifen wechseln (was in Namibia durchaus passieren kann).

Sonnenaufgang an der Tankstelle

 

Sonnenaufgang an der Tankstelle bei Sesriem in Namibia

Statt in die Wüste, fahren wir aber erstmal zur nächsten Tankstelle. Der Reifen muss repariert und richtig angebracht bzw. nachgezogen werden. Und was soll ich sagen, ich habe es dort genossen! Wir konnten uns wunderbar mit den Mitarbeitern unterhalten, haben dem Treiben zu gesehen und mit gratis Kaffee wurden wir auch noch versorgt.

Und selbst der Sonnenaufgang war wunderschön. Nebel waberte über dem spärlichen Steppengras und als wäre das nicht genug, weidete auch noch ein Springbok vor uns auf der Wiese. Postkartenkitsch pur!

Nachdem der ganze Schaden (oder auch nicht Schaden) repariert war, haben wir es uns trotz mittlerweile mittäglichen Hitze nicht nehmen lassen, einen Abstecher in die Wüste zu unternehmen.
So schön es dort auch war, so sehr kreisten meine Gedanken noch um die vielen Helfer und das Glück, welches wir hatten. Ich meine, ein Platten direkt vor der Rezeption, was könnte es besseres geben? Und dann auch noch so viele helfende Hände, die reparieren und unterhalten. So etwas macht mich glücklich und vor allem auch unendlich dankbar. Wegen solchen Begegnungen wird jede Reise einzigartig.

Mittagssonne über der Namib Wüste in Namibia

 

Hast du auch eine spannende Geschichte über Hilfsbereitschaft auf Reisen zu erzählen? Dann teil sie doch mit allen in der Kommentarfunktion. Vielleicht hast du sogar Lust an der Blogparade teilzunehmen? Bei Fernweh&Heimatliebe findest du alle Infos dazu. So oder so, ich freue mich auf deine Story!

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2 Kommentare

  1. Liebe Lynn,
    vielen Dank für Deinen Artikel. Sehr schöne Geschichte und für mich besonders spannend, da wir im September durch Namibia düsen. Werde am Wochenende Deine Berichte dazu durchstöbern. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenny

    0
    • lieschenradieschen

      Liebe Jenny,

      Wie schön! Ich wünsche euch ganz viel Freude. Als kleiner Rat nach dem Erlebnis, lasst euch bei der Mietwagenfirma auf jeden Fall den Wagenheber zeigen 😀
      Vielen Dank auch nochmal für die schöne Blogparade, eine spannende Idee, wie ich finde.

      Liebe Grüße,

      Lynn

      0

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