Meine dritte Praktikumswoche

Hände einer Frau, die mit Lehm gearbeitet hat

Und wieder ist eine Woche hier in Kapstadt rum gegangen. In meiner dritten Praktikumswoche habe ich begonnen, mit den Frauengruppen zu arbeiten. Das war tatsächlich sehr spannend und vor allem eine ganz neue Erfahrung für mich. Ob alles so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe, erfährst du in diesem Artikel.

Meine dritte Praktikumswoche

Wie jeden Montag, beginnt auch diese Woche wieder mit einem Office Tag. Ich habe also genug Zeit, um meine Session für den kommenden Tag in Tafelsig zu planen. Tafelsig befindet sich in den Cape Flats, eine Ebene südöstlich von Kapstadt. Die Menschen hier haben vor allem mit Gang Related Crime zu kämpfen und damit verbunden natürlich auch andere Arten von Kriminalität und Drogen. Es ist ein hartes Pflaster und das Community Centre vom Catholic Welfare and Development (CWD) eine willkommene Erholung vom Alltag. Hier werden unterschiedliche Workshops angeboten, die auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sind. Außerdem gibt es eine Hausaufgabenbetreuung und einen Tagesaufenthalt für die ganz Kleinen. Denn unbeobachtet Kinder sind in den Cape Flats ebenfalls ein großes Problem. Und nicht selten endet das für die Kinder in sämtlichen Formen von Missbrauch, oder sogar dem Tod. 

Was mache ich also dort? Im Grunde kann ich wenig tun. Denn ich kenne weder den Alltag der Menschen, noch bin ich Sozialarbeiterin. Meine Idee war es also, einen Ort zu schaffen, wo die Frauen unter sich sein können. Ganz neben bei möchte ich sie auch besser kennen lernen und einen Austausch schaffen. Außerdem sprechen wir über die eigenen Fähigkeiten und Stärken.

Kuh aus Lehm hergestellt in meiner dritten Praktikumswoche in Kapstadt

Diese Woche ging es allerdings ganz ums Kennen lernen. Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass ich am Dienstag aufgeregt war. Zu allem Überfluss hat es auch noch geregnet. Das bedeutet, dass die meisten lieber zu Hause bleiben und nicht irgendwo hingehen wollen. Umso erfreulicher war es dann, dass sich 6 Frauen unterschiedlichstem Alter eingefunden hatten. Zwei davon hatten augenscheinlich keine Lust und sind recht schnell wieder verschwunden, dafür hatte ich umso mehr Spaß mit den anderen 4. Und ganz ehrlich, ich bin lieber mit wenigen und dafür motivierten Menschen zusammen, als mit einer Gruppe die wenig interagiert und lieber zu Hause wäre. Aber auch das ist völlig in Ordnung. Mein Angebot ist freiwillig und wer kommt, der kommt und wer nicht, der nicht. 

Samora und Khayelitsha

Auch in der dritten Praktikumswoche, ging es am Mittwoch wieder nach Samora. Im Gegensatz zu Tafelsig wo die meisten Menschen Afrikaans sprechen, leben hier viele Xhosa sprachige Menschen. Leider gab es ein kleines Missverständnis und ich stand plötzlich vor der Gruppe der älteren Menschen, die sich jeden Mittwoch in Samora treffen. Diese mussten zunächst erstmal frühstücken, ehe es überhaupt los gehen konnte. Zum Kennenlernen habe ich verschiedene Zeitungsausschnitte mitgebracht. Aus diesem Sammelsurium durfte sich jeder einen Ausschnitt aussuchen und sollte anhand dessen sich selber vorstellen.

Mörser um Mehl zu machen, hergestellt aus Lehm in meiner dritten Praktikumswoche in Kapstadt

Nachdem wir das gemacht hatten, war es auch schon wieder Zeit fürs Mittagessen. Zwischendurch hatte ich so also immer mal wieder längere Pausen, in denen es für mich weniger zu tun gab. Nachdem das Mittagessen vorbei war, hatte ich noch eine letzte Aktivität geplant. Zum Weiteren kennen lernen hatte ich Ton mit gebracht, aus dem jeder etwas töpfern dürfte. Es war wirklich sehr interessant zu sehen, was die Menschen aus den unterschiedlichen Communities erstellt haben.

Während in Tafelsig vor allem dargestellt wurde, was man gerne mag oder einem am Herzen liegt ( Blumen, Hunde, Jesus oder die Familie), waren die meisten Figuren in Samora eher alltagstaugliche Gegenstände (Teller, Tassen oder ein Stampfer für Mais). 

In Khayelitsha ist es dann ganz anders gelaufen, als erwartet. Leider sind nur zwei Frauen gekommen und nach einigen Telefonaten stellte sich auch heraus, warum. Vielen fehlt schlichtweg das Geld für den Public Transport. Leider kann CWD und natürlich ich auch, nicht stemmen. So wie es aussieht, kann ich aber an einer späteren Gruppe teilhaben, die sich Mittwoch Nachmittags trifft.

Leerer Stuhlkreis in meiner dritten Praktikumswoche

Resümee 

Meine dritte Praktikumswoche war wieder sehr spannend und vor allem aufschlussreich. Es ist gut sich Pläne zu machen, aber es ist ebenso wichtig zu akzeptieren, dass nicht alles nach Plan laufen kann. Auch wird man mit ganz neuen Problemen konfrontiert. Obwohl es so viel Sinn macht, habe ich vorher einfach nicht daran gedacht, dass die Bezahlung vom Public Transport ein Problem sein kann. 

Meine Session der kommenden Woche geht um das Thema “Developing your Skills”. Ich bin gespannt, mit was ich dieses Mal konfrontiert werde. Langweilig wird mir aber auf keinen Fall! 

Hund, hergestellt aus Lehm in meiner dritten Praktikumswoche in Kapstadt


Offenlegung: Mein Praktikum habe ich über Southern Ambition Africa gefunden, die mir die Kosten für die Vermittlung erstattet haben. Alles darüber hinaus zahle ich aus eigener Tasche. SAA vermittelt nicht nur Praktika und Volunteering, sondern bietet auch Trips durch Südafrika und ein Housing Programm an.

1 Kommentare

  1. Pingback: Meine vierte Praktikumswoche - Lieschenradieschen Reist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.