Vom Verlaufen auf Reisen

Die Geschichte hinter dem Bild 15.11.2015

“Let´s find a beautiful place to get lost”

Zwar habe ich mir den Platz nicht ausgesucht, und ich bin dort auch nicht verloren gegangen (also im Sinne von treiben lassen, verlaufen habe ich mich schon), aber ich finde es gibt nichts was mehr zusammen gehört/passt/passiert als Reisen und Verlaufen.

Die Einen machen es ganz bewusst, um die Gegend in der sie sich befinden aus einem anderen Blickwinkel kennen zu lernen. Den Anderen passiert es dann eher so aus versehen.

Ich gehöre zur letzter Kategorie und bin beim Verlaufen auch ganz schön panisch geworden. Davon soll meine heutige Geschichte hinter dem Bild handeln.

Es sind nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt meines Bus von Edinburgh nach Glasgow. Schon etwas nervös laufe ich durch die Gegend. “Ich kann diesen verdammten Busbahnhof einfach nicht finden.” Mit schnellem Schritt eile ich einen Berg hoch, nur um plötzlich inne zu halten –

Was für eine Aussicht! Zu meinen Füßen erhasche ich einen nochmal so ganz anderen Blick auf Edinburgh als zuvor. Fast vergesse ich meine ursprüngliche Intention.

Obwohl ich es nicht wahrhaben wollte, aber ich hatte mich Verlaufen. Zähneknirschend frage ich einen der Passanten, wo ich denn den Busbahnhof finde. Er weißt genau in die entgegen gesetzte Richtung und ich mache mich auf den Weg zurück. Immerhin geht es jetzt bergab!

Auf den letzten Drücker erwische ich meinen Bus und kuschel mich in die Sitze. Ich lasse das eben passierte Revü passieren. Manchmal ist es eben gar nicht so schlecht, sich zu verlaufen. Aber nächstes Mal bitte bewusst und mit mehr Zeit!


Ich bin an euren Geschichten interessiert. Habt ihr euch schon mal so richtig verlaufen? Wenn ja, wo und warum? War es bewusst oder eher aus versehen? Immer her mit den Storys!

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2 Kommentare

  1. Ich “verlaufe” mich manchmal tatsächlich bewusst um neue Gegenden zu erkunden.
    Letztes Jahr in Lima ging es aber schief. Ich wollte eine Nagelschere kaufen. Also machte ich mich gejetlagged auf den Weg ein passendes Geschäft zu finden. Ich fand eins! Ein großer Supermarkt im Real-Style.
    Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, verließ ich den Markt über eine andere Tür. Ich war mir sicher, dass ich nur 1x links laufen muss um wieder da zu sein, wo ich hin wollte.
    Irgendwie klappte das aber nicht. Scheinbar war das Gebäude nicht rechtwinklig – kein Plan.
    Ich dachte noch eine ganze Weile, dass ich bald wieder auf dem rechten Weg sein werde … irgendwann musste ich mir aber eingestehen: Ich hab mich verlaufen!

    Der Haken, ich wusste gar nicht wo ich hin musste! Der Name meiner Absteige? Kein Plan! Die Straße? Was weiß ich! Was ist in der Nähe? Keine Ahnung, ich kam die Nacht vorher erst an!!

    Also irrte ich weiter und grübelte nach einer Lösung. 1h, 2h… keine Ahnung.
    Bis ich vorne an der Steilküste stand und vor mir ein Schild. Free Wifi! Das war die Lösung.

    Schnell die Mail gecheckt mit der Adresse des Hotels, dann Google Maps und siehe da, so schlecht war mein Orientierungssinn gar nicht. 2 Hauptstraßen weiter war das Hotel!

    Man war ich froh, als ich wieder dort war 🙂

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    • lieschenradieschen

      Oha! Das glaube ich dir. Da muss man sich auch wirklich beruhigen, nicht in Panik zu verfallen.
      Aber zum Glück ist ja nochmal alles gut gelaufen und du hast nun eine Story zu erzählen.
      Und das alles nur, wegen einer Nagelschere… 😀

      Liebe Grüße und danke fürs vorbei Schauen,
      Lynn

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