Von schrägen Vögeln und wilden Katzen

Ein Highlight jedes Afrika Besuches ist sicherlich eine Safari. Natürlich durfte diese auf meiner Kenia Reise nicht fehlen. Gleichzeitig konnte ich mir so einen Kindheitstraum erfüllen und den Punkt Safari von meiner Bucket List streichen ( aber es wird längst nicht die Letzte sein…). Seit ihr gespannt was für wilde Bewohner der Savanne ich sehen durfte? Dann nehme ich euch jetzt mit auf eine Bilder Reise durch die Massai Mara.

Die Massai Mara ist sozusagen das kleine Pendant zur Serengeti in Tansania. Sie besticht durch einen unglaublichen Artenreichtum und ist vor allem bekannt für die Great Migration bekannt. Bei dieser Tierwanderung ziehen jährlich tausende von Gnus, Zebras und andere Antilopen über den Mara Fluss nach Kenia und wieder zurück. Die Reise ist unglaublich beschwerlich und gefährlich, aber dafür lockt saftiges Gras auf der jeweils anderen Seite des Flusses.

Zwar habe ich die Great Migration nicht sehen können, aber dafür um so mehr andere Tiere. Bereits beim ersten Game Drive, so nennt man die Pirschfahrten, habe ich fast die Big Five entdeckt.

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Der erste Springbok. Am Anfang total aufregend, später dann eher nicht mehr so…

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Nach wenigen Minuten erspäht unser Guide eine Gruppe von Elefanten. Wir halten mit dem Wagen an und beobachten nur noch. Es ist unglaublich zu sehen, welche Dynamik so eine Herde hat. Im Zoo entwickelt sich so etwas natürlich gar nicht. Kurz bekomme ich etwas Angst, als sich eine Kuh von den anderen löst und auf uns zu kommt. Da in der Herde auch Kälber sind, sind die Elefanten besonders wachsam. Nachdem sie uns länger beäugt hat, kehrt die Dame aber wieder um. Anscheinend sieht sie ins uns doch keine echte Bedrohung. Erleichtert atme ich aus, ich hatte anscheinend die ganze Zeit die Luft angehalten. Diese Tiere haben mich ungemein fasziniert. Elefanten geben kehlige Laute von sich und es scheint als würde die ganze Herde vibrieren. Als ich einem Tier direkt ins Auge schaue, bin ich erstaunt , sieht es doch so aus, als würde ich ihm direkt in die Seele schauen. Nun verstehe ich noch weniger, wie man diesen unglaublichen Tieren etwas zu leide tun kann.

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Als die Herde abzieht fahren wir weiter. Allerdings kommen wir nicht weit. Am Straßenrand sitzt ein Gepard. Ich kann mein Glück gar nicht fassen. Kaum eine Stunde im Park schon sehe ich nach einer Elefantenherde auch noch einen Geparden. Er ist allerdings nicht so begeistert wie ich und putzt sich ausgiebig, um dann langsam seines Weges zu gehen.

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Und als wir weiter in die Dämmerung fahren, passiert das unglaubliche. Ein Rudel Löwen taucht auf. Sie sind sehr angespannt und in der Ferne sieht man auch den Grund dafür. Eine Herde Büffel. Einer der Büffel hinkt etwas nach und dies scheint auch der Grund für die Erregung zu sein. Die Löwen sind total fokussiert und wir hoffen alle Zeugen einer Jagd zu werden. Allerdings stellt es sich doch mehr als ein halbherziger Versuch heraus und der Büffel kommt nochmal davon.
Da es langsam dunkel wird müssen wir leider den Park verlassen. Zum Glück wartet morgen ein ganzer Tag im Park auf uns.

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Abendstimmung im Camp

Am nächsten Morgen stehen wir sehr früh auf. Die beste Tageszeit für Tierbeobachtungen sind die Morgen- und Abendstunden, da die Tiere dann einfach aktiver sind.

Kurz nach dem Gate sehen wir schon wieder eine Herde Elefanten. Vereinzelt sind sogar einige Jungtiere dabei. Die sind ja so niedlich.

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Eigentlich könnte ich auch den ganzen Tag mit den Dickhäutern verbringen. Als diese allerdings im Dickicht verschwinden, fahren auch wir weiter. Nicht viel später erspähen wir auch wieder Löwen. Diesen scheint es aber noch viel zu früh zu sein. Denn sie sind nur am gähnen und liegen auf der faulen Haut. Kein Wunder, wenn man die ganze Nacht auf Achse ist.

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Es ist schon echt krass diesen Raubkatzen so nah gegenüber zu stehen und ich bekomme fast so etwas wie Angst. Mehrmals rede ich mir ein, das sie unmöglich ins Auto hopsen können.

Mit Löwen sollen wir an diesem Tag noch viel Glück haben. Zunächst entdecken wir ein Rudel unter dem Schatten eines Baumes mit ihren Jungtieren. Und später sehen wir auch noch zwei Löwinnen, mit ihrem noch sehr jungen Nachwuchs.

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Perfekt getarnt für die Savanne.

Da wir schon lange unterwegs sind, ruft irgendwann die Natur und ich muss auf Klo. Unser Guide meinte es sei völlig unbedenklich aus zusteigen und das zu tun, was man machen muss. Allerdings sind wir keine fünf Minuten vorher durch die hier durch gefahren:

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Ich habs mir dann doch verkniffen und keine 30 Minuten später waren wir in einem Restcamp mit wirklich guten Plumpsklos.
Während unser Guide ein kleines Picknick vorbereitet hat, hatten wir die Möglichkeit einen geführten Walk entlang des Mara Rivers zu machen. Da bin ich natürlich sofort mit gegangen. Und es hat sich wirklich gelohnt. Schon allein zu Fuß unterwegs zu sein ist der Hammer und dann auch noch Krokodile und Nilpferde zu sehen einfach unbeschreiblich.

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Es war extrem warm und ich war froh als wir unter einem Baum unseren Lunch verspeisen konnten.

Unser Guide konnte sich auch nicht den Kommentar verkneifen, dass er uns mit einer anderen Gesichtsfarbe hat gehen lassen. Eine Anspielung auf unsere rote Gesichtsfarbe.

Nach etwas Mittagsruhe haben wir uns wieder auf den Weg zurück gemacht. Dabei haben wir einen ziemlich schrägen Vogel gesehen:

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Ein Sekretär und definitiv einer meiner Lieblingsbewohner der Savanne.

Auch andere Vögel, wie den Strauß, haben wir entdeckt. Allgemein bin ich in Kenia totaler Vogel Fan geworden. Vorher konnte ich diesen Tieren nicht viel abgewinnen, aber dort flattern so viele verschiedene und vor allem auch Bunte durch die Gegend, sodass ich mich gar nicht satt sehen konnte.

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Nach diesem anstrengend Tag bin ich Abend todmüde ins Bett geplumpst, nur um am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aufzustehen. Es war Zeit für den letzten Game Drive.
Die Nacht war nicht sonderlich erholsam. Zunächst war es sehr windig und dann wurde auch noch mit Taschenlampen in mein Zelt geleuchtet. Am nächsten Morgen wollte ich natürlich wissen warum. Ich erhielt die Antwort, dass Hyänen durchs Camp geschlichen sind und man wollte schauen, ob es mir gut ging. Da war ich wieder versöhnt…

Im Park durften wir dann den Sonnenaufgang sehen. Und der war so, wie ich mir immer eine “Afrika-Sonne” vorgestellt habe. Riesig und rot.

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Neben einem weiteren Gepard, habe ich auch wieder viele Antilopen gesehen. Mein Highlight waren aber definitiv die zwei jagenden Löwinnen.

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Da wir nur noch einen kleinen Game Drive machen konnten, mussten wir früh den Park wieder verlassen. Im Camp gab es dann noch ein letztes Frühstück und ich bin wieder Richtung Nairobi gefahren. Aber nicht ohne noch von diesen zwei Giraffen verabschiedet zu werden.

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5 Kommentare

  1. Wenn ich die Bilder sehe, bekomme ich gleich wieder Fernweh. Deine Fotos sind wirklich eindrucksvoll!
    Viele Grüße, Sandra

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  2. Pingback: Bist du noch Urlauber oder reist du schon? |

  3. Hallo,

    ich bin gerade auf Deine Seite gestoßen und schon kommen die Erinnerungen an unsere Safari durch den Tsavo Ost-Nationalpark wieder. Leider sahen wir dort keine Raubkatzen, aber sonst blieben keine Wünsche offen. Unser Guide war einsame Spitze und war immer zur rechten Zeit am rechten Ort. Solch eine Safari gehört wirklich auf die To Do-Liste eines jeden Reisenden. Es ist ein bleibendes Erlebnis.
    Du hast schöne Fotos “geschossen”.

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    • lieschenradieschen

      Da hast du absolut recht! Safaris sind wirklich sehr besonders. Vielen Dank für dein Kompliment 🙂

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