Warum eigentlich nicht nach Afrika?

Vor kurzem habe ich eine Facebook Diskussion gelesen. In dieser hat sich eine Reisende die Frage gestellt, warum eigentlich nicht nach Afrika gereist wird? Und Recht hat sie. Die allermeisten Around the World Tickets lassen diesen Kontinent aus. Asien, Australien und (Nord-)Amerika sind ein weitaus beliebteres Ziel. Woran das liegt und vor allem, warum man das schnellstmöglich ändern sollte, habe ich für euch zusammen gefasst.

Warum eigentlich nicht nach Afrika?

“Afrika – Dunkel lockende Welt”

In diesem Satz bzw. Buchtitel von Autorin Tanja Blixen (Jenseits von Afrika), steckt für mich die vollkommene Zusammenfassung über den “dunklen Kontinent”. Er offenbart den Zwiespalt Afrikas.

Manyatta Camp, Kenia, Massai Mara, SonnenuntergangZum Einen ist Afrika für die allermeisten dunkel, nämlich ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Häufig wird er schlicht aus Angst und Unwissenheit übersehen. Afrika ist Ebola, Korruption, Gewalt, Armut, Dreck und viele Dinge mehr, die man lieber verdrängen möchte. Vor allem aber ist Afrika gefährlich. Eigentlich müsste man an jeder Straßenecke überfallen werden, dürfte nie das Hotel verlassen und wenn doch, dann nur in der Sicherheit der Reisegruppe.

Transport a la Afrika KeniaZum Anderen ist Afrika aber auch ungemein verlockend. Gerade das Abenteuer zieht einen an. Wo kann man noch Tieren so hautnah begegnen wie in Afrika? Wo leben die verschiedenen Ethnien noch so ursprünglich? Wo gibt es so starke Kontraste zwischen Land und Stadt? Afrika ist nämlich auch bunt, fröhlich, erfinderisch, freundlich, aufregenden, exotisch und vielseitig.

Diese zwei Kontraste hat Tanja Blixen so beeindruckend vereint.

Warum also nicht Afrika?

Bei vielen ist es sicherlich die Unwissenheit. Die oben genannten Aspekte wie Ebola, Gewalt etc. beziehen sich auf kleine Gebiete des Kontinents. Denn eins darf man nie vergessen, Afrika ist ein Kontinent. Nicht im Traum würde es uns einfallen Europa über einen Kamm zu scheren, warum machen wir das also mit Afrika? Als ich letztes Jahr nach Kapstadt geflogen bin, haben mich tatsächlich Leute drauf hingewiesen, ich solle bloß mit diesem Ebola aufpassen. Gut das die Epidemie näher an Berlin, als an Südafrika dran war. Nicht von der Hand zu weisen ist natürlich, das es Länder gibt, die man schlicht und ergreifend nicht bereisen kann. Denken wir an Somalia, Dem. Rep. Kongo oder den Sudan, alles Länder die man meiden sollte. Wenn man sich aber mal die RiskMap anschaut, fällt auf, dass Namibia z.B. genauso sicher ist wie Europa. Auch ist Afrika nicht anders eingefärbt als Asien.

Straßenszene Nairobi, Kenia Straßenrand Kenia

Darum nach Afrika!

Deshalb glaube ich, das Afrikas Zeit jetzt gekommen ist. Nie habe ich mich irgendwo willkommener Gefühlt als auf diesem Kontinent. Trotz dessen die Menschen so wenig Reichtümer besitzen (oder gerade deshalb!), ist mir eine Gastfreundschaft entgegen geschlagen, die ich so nicht kenne. Die Menschen sind interessiert an unserer Kultur und genauso erzählen sie auch von sich. Und eins kann ich euch versprechen, wenn ihr einmal einen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt habt, wollt ihr nie wieder weg.

Fischer Kapstadt, Hout Bay, Südafrika junger Afrikaner, Kenia, Diani Beach

Dieser Kontinent berührt etwas ganz tief in einem. Nennt mich spirituell oder nicht, aber da ist es etwas ganz tief in uns, das in Afrika angesprochen wird. Wenn man einmal einem Elefanten Aug in Aug gegenüber stand, oder Löwen bei der Jagd beobachtet hat, geht dieses Gefühl nicht mehr weg. Es ist ein Ur-Gefühl, das in uns und unserer schnellen Welt verloren gegangen ist. Nur auf Reisen findet man es wieder und ich habe meins in Afrika gefunden.

jagende Löwen, Massai Mara, Kenia

Und nun frage ich euch: Warum eigentlich nicht nach Afrika? Was hat euch bis jetzt abgehalten? Oder geht es wohl möglich für euch sogar bald nach Afrika? Verratet mir eure Meinung in den Kommentaren.

6 Kommentare

  1. Klar nach Afrika, meist in den Süden und immer wieder gern. Seit Jahren schon ist unser liebstes Reiseziel Südafrika. Südafrika wirbt mit dem Slogan: Die ganze Welt in einem Land. Wir waren bisher insgesamt 14 Mal intensiv in den verschiedenen Regionen unterwegs und haben trotzdem ganz viele Dinge noch nicht gesehen. Es gibt in diesem Land auf überschaubarem Raum so viel zu bestaunen, zu genießen und zu erfahren. Südafrika ist auf jeden Fall mehr als eine Reise wert.

    Löwen in ihrem Zuhause beobachten – nicht zuletzt dafür ist Südafrika bekannt. Die Möglichkeiten der Tierbeobachtung sind vielfältig und einzigartig. Und natürlich gehört der König der Tiere dazu – es gibt aber noch viel mehr zu sehen: Pinguine an der Küste, die Südlichen Glattwale im Meer vor der Gardenroute, Elefanten im Addo Nationalpark, große Herden Zebras, verschiedenste Antilopen, Kaffernbüffel, Rhinos, Flusspferde und vieles mehr im Kruger Nationalpark, die majestätischen Löwen der Kalahari, aber auch Gnus und Oryx im Kgalagadi Transfrontier Park. So eine Aufzählung kann noch lange weiter gehen. Beeindruckend, wie nah man bei der Selbstfahrersafari im eigenen Auto an die Tiere heran kommt, wie unbeeindruckt sie den Besuch in ihrer Heimat hinnehmen – und wie sehr sie sich in ihrem natürlichen Umfeld mit all ihrer Schönheit und Anmut von den Zootieren unterscheiden.

    Making new friends – ja, auch das gehört dazu. Womöglich gehört Südafrika zu den Orten auf der Welt, wo es besonders leicht, fröhlich und gesellig ist. Auf Reisen in Südafrika lernt man immer wieder Menschen kennen. Das verblüfft immer wieder, gerade auch mit Blick auf eine nicht unkomplizierte Geschichte und die tragische und lange Apartheidszeit. Aber vielleicht trägt auch gerade die daraus resultierende Isolation in der Welt dazu bei, dass heute sehr viele Südafrikaner das Bedürfnis zu haben scheinen, den Gästen aus aller Welt die Schönheit ihrer Heimat zu zeigen.
    Quer durch alle Bevölkerungsschichten, Hautfarben, Berufe… alle Südafrikaner sind enorm stolz auf ihr Land. Und dabei bekommt man beileibe nicht nur Gutes zu hören – nein, immer wieder haben wir vergangene, aktuelle und kommende Probleme der Rainbow-Nation diskutiert. Immer wieder wurde uns deutlich: die Menschen am Kap sind stolz auf den Wandel seit dem Ende der Apartheid, sie verehren Madiba – aber gleichzeitig stellen sie sich den Problemen mit ungebrochener Energie, mit Optimismus und, ja man kann es sagen: sogar mit Freude und Würde, egal mit wie wenig sie ihr Leben bestreiten.

    • lieschenradieschen

      Huhu,

      danke für deine schönen Gedanken! Du sprichst mir sehr aus der Seele. Südafrika wird ja auch nicht ohne Grund als Regenbogennation beschrieben. So viele verschiedene Ethnien, Landschaften und Eindrücke findet man selten so konzentriert. Gerne würde ich auch noch mehr sehen als “nur” die Gegend um Kapstadt und hoffe bald, durch Südafrika reisen zu können. Es steht auf jeden Fall ganz oben auf meiner Liste.

      Herzliche Grüße,
      Lynn

  2. Ja, warum eigentlich nicht Afrika?

    *Dieser Kontinent berührt etwas ganz tief in einem. Nennt mich spirituell oder nicht, aber da ist es etwas ganz tief in uns, das in Afrika angesprochen wird. Wenn man einmal einem Elefanten Aug in Aug gegenüber stand, oder Löwen bei der Jagd beobachtet hat, geht dieses Gefühl nicht mehr weg. Es ist ein Ur-Gefühl, das in uns und unserer schnellen Welt verloren gegangen ist. Nur auf Reisen findet man es wieder und ich habe meins in Afrika gefunden.*

    Da sprichst du mir aus der Seele und das hätten ebenso gut meine eigenen Worte sein können. Afrika macht etwas mit einem, das man nicht in Worte fassen kann.

    Toller Artikel, den ich in meinem neusten Artikel “Faszination Afrika – ein Geständnis” verlinkt habe, weil er einfach so gut dazu passt.

    Grüße,
    Wibke

    • lieschenradieschen

      Hallo Wibke,

      danke fürs verlinken und deine Gedanken zu meinem Text. Deinen neusten Artikel muss ich mir auch gleich mal anschauen. Afrika ist einfach herrlich und mein Traum Kontinent!

      Herzliche Grüße,
      Lynn

  3. Jambo Lynn,

    hach, da hast du mir aber auch aus der Seele gesprochen. Ein wunderbarer Artikel, der mir einen dicken Kloß im Hals beschert. Ich kann deine Meinung nur teilen, dein keine anderen Reisen haben mich so stark geprägt wie meine Reisen durch Kenia und Tansania.
    Fast täglich muss ich schmunzeln oder einfach nur den Kopf schütteln, wenn ich höre worüber sich in Deutschland beschwert oder gesorgt wird. Dem einen oder anderen würde ein bißchen Hakuna matata Mentalität gut tun, bzw. zumindest ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

    LG,
    Anne

    • lieschenradieschen

      Mambo Anne,

      Damit hast du wirklich recht. Ein bisschen Hakuna Matata tut uns wohl allen gut. Ich hoffe sehr, in diese Länder nächstes Jahr zurück zu kehren bzw. sie das erste mal zu besuchen.

      Asante sana für deinen Besuch 😀

      Liebe Grüße,
      Lynn

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