Wo ich mein Paradies gefunden habe

Gestern habe ich einen Vortrag gesehen, in dem der Reporter das Paradies gesucht hat. Angeregt davon, habe ich über mein eigenes nachgedacht und bin zu dem Endschluss gekommen: Es müssen nicht immer Palmen mit Strand sein…

Mein Paradies liegt im südlichen Frankreich, direkt am Mittelmeer. Es hat keine 5000 Einwohner, dafür gibt es aber ein paar hundert Flamingos und die besten Moule et Frites der Welt. Außerdem gibt es dort rosa Wasser und eine spannende Vergangenheit. Jetzt seit ihr sicherlich gespannt wie es heißt oder? Ich verrate es euch: Gruissan. Ganz einfach, nicht viel Geplänkel, kein Schnickschnack, nur Gruissan.

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Im Folgenden werde ich auch nur über die Altstadt sprechen. Den neuen Teil möchte ich vom “Paradiessein” ausklammern. Eine Vorstadt wie jede andere in Frankreich. Mit Touristenhochburgen und Souvenirverkäufern.

Aber dafür ist die Altstadt umso schöner. Kreisförmig ist sie angeordnet, um eine alte Burg herum. Von dieser steht allerdings nur noch der Turm Barberousse. Ein Aufstieg lohnt sich aber allemal. Die Aussicht ist herrlich und man kann sich den salzigen Wind um die Nase wehen lassen.

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Sobald es aber zu heiß wird, drängt es mich zurück in die Gassen. Wie wäre es mit einem kühlenden Getränk am Marktplatz oder frischen Muscheln, wenn der Margen knurrt. Gegen Abend werden einige Straßen gesperrt und in der Moules et Frites Bar, gibt es die besten Meeresfrüchte überhaupt. Nehmt am besten die Provenzalischen. Himmlisch!

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Nach einer Stärkung laufe ich am liebsten durch die Gassen und lasse mich treiben. Ich liebe einfach die Architektur des Südens. Diese engen Gassen, in denen ab und zu mal ein verschlafener Hund oder eine Katze liegt. Manchmal kann man auch einen Blick in die Häuser werfen, wo noch das Baguette vom Frühstück liegt und das Radio vor sich hin duddelt.

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Überall spürt man die Gegenwart des Meers und so dauert es nicht lange, bis ich es auch wieder sehen will. Dazu fahre ich am liebsten zur Saline, wo noch heute Salz abgebaut wird. Dort gibt es auch das rosa Wasser. Häufig kommen hier auch Flamingos vorbei, um die Krebse zu essen, die für die Färbung des Wassers verantwortlich sind.

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Wenn man genug von der Saline hat und sich etwas Salz für zu Hause gekauft hat, folge ich am allerliebsten der Straße weiter, bis es nicht mehr geht. Sobald man die Ortschaft  verlässt, sieht man mit etwas Glück noch mehr Flamingos.
Die Gegend ist durchsäumt von kleinen Becken mit Salzwasser und es wächst nicht mehr als ein paar Grasbüschel.

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Am Ende der Straße erwartet einen dann eine Fischersiedlung. Hier leben im Sommer ein paar Männer, die jeden Tag raus fahren und fischen. Die Behausung sind zum Teil sehr einfach, aber daraus ergibt sich eine unglaubliche Stimmung. Hier hin verirrt sich kaum einer. Es ist unglaublich ruhig und die Häuser ein perfektes Fotomotiv.

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Wo ich mein Paradies gefunden habe

Ihr fragt euch jetzt sicher, warum genau Gruissan ein Paradies für mich ist. Klar, Burgen und enge Gassen gibt es überall in Frankreich und gutes Essen sowieso. Aber es ist dieses Gefühl, das ich nach jedem Besuch habe. Ich fühle mich einfach glücklich. Die Tage dort erfüllen mich und es ist einfach kein Platz für schlechte Gedanken. Und genau darum geht es doch bei einem Paradies oder? Man kann es in den kleinen und einfachen Dingen finden. Die Hauptsache ist, dass es dieses ganz besondere Gefühl zurück lässt. Ihr wisst schon was ich meine. Dieses Gefühl nach einem Sommertag, wo die Hitze noch auf der Haut strahlt und man den Geschmack von Mangoeis im Mund hat und die Sonne langsam unter geht, während man Auto fährt und die Haare im Wind wehen. So ein Gefühl eben.

Wo ich mein Paradies gefunden habe


Hinweis: Die Fotos auf dieser Seite sind analog und können vielleicht mit der Qualität von anderen nicht mit halten. Allerdings macht diese Art der Fotografie für mich einen ganz besonderen Reiz aus und spiegelt manche Stimmungen einfach besser wieder, als jedes digitale Bild. Bedanken möchte ich mich auch bei meinem Freund, dem ich einige Fotos gemopst habe. 

 

5 Kommentare

  1. Pingback: Vom Glück des Tagebuch Schreibens |

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