Unterwegs in Sachsen: zwischen kleinen Manufakturen und neu belebten Traditionen

Unterwegs in Sachsen: zwischen kleinen Manufakturen und neu belebten Traditionen

[Werbung] „So geht sächsisch“

Ich war ein Wochenende unterwegs in Sachsen und durfte feststellen, wie bunt und kreativ dieses Bundesland im Osten Deutschlands ist. Zwischen wiederbelebten Fabrikbrachen und Räucherkerzen habe ich mich ein kleines Stückchen verliebt und den einen oder anderen coolen Tipp, für eine Reise durch Sachsen mitgebracht. Kommst du mit nach Leipzig, Chemnitz und ins Erzgebirge?

Im Rahmen der Kampagne “So geht sächsisch”, war ich mit anderen Blogger*innen unterwegs im Freistaat Sachsen. Was ich auf dieser Tour alles erlebt habe, gibt es hier nachzulesen: 

Unterwegs in Sachsen – DDR Möbel und Streetart in Leipzig

Unter den drei besuchten Orten ist Leipzig sicher der bekannteste. Vor allem die gute Zuganbindung aus vielen anderen Teilen Deutschlands, macht die Stadt zu einem tollen Ausgangspunkt für eine Reise durch Sachsen.

Aber natürlich sollte Leipzig nicht nur ein Zwischenstopp sein, denn hier kann man durchaus sehr gut viel Zeit verbringen. Mein absoluter Lieblingsspot ist die Karl-Liebknechtstraße mit dem Feinkostgelände. Hier findet man viele schöne, kleine Inhaber*innengeführte Manufakturen und Boutiquen. Mein Favorit ist hierbei die Goldstein Interieur Manufaktur.

Bei Goldstein werden alte Möbel, vorrangig aus der DDR, liebevoll restauriert und weiterverkauft. Dabei ist jedes Stück ein echtes Unikat und das macht den Laden auch so spannend. Ich könnte stundenlang durch die alte Fabrikhalle stromern, auf der Suche nach Inspiration und dem einen oder anderen Schmuckstuck für meine Wohnung.

Ganz nebenbei ist der Laden und natürlich auch das ganze Gelände, ein echtes Fotograf*innen Paradies. Hier kann man sich austoben, bis die Kamera glüht. Immer mal wieder finden dort auch unterschiedliche Veranstaltungen statt. Regelmäßig gibt es zum Beispiel einen Flohmarkt und im Sommer auch ein Kino.

Mehr Tipps zu anderen Aktivitäten, Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es übrigens in meinem Artikel zu Leipzig. Wenn du die geballte Ladung Insidertipps willst, kann ich dir auch sehr das Buch Stadtschwärmer Leipzig empfehlen.

Unterwegs in Sachsen – Industriebrache und Festivalstimmung in Chemnitz

Zugegeben, Chemnitz stand bis jetzt nicht unbedingt weit oben auf meiner Liste, aber ich habe die Stadt völlig zu Unrecht unterschätzt. Chemnitz ist vielleicht nicht auf den ersten Blick schön, aber es lohnt sich definitiv ein zweiter!

Um den Tag in Chemnitz zu starten, kann ich ein Frühstück in der Innenstadt bei La Boucheé empfehlen. Mit Blick auf die Jakobikirche, kann man hier großartig, frische Croissants genießen. Anschließend sollte man sich auf die Suche machen, um die kleinen Perlen zu entdecken.

Dazu gehört definitiv Eierlikörz. Eierlikör erinnert dich vor allem an Rommee Abende mit deiner Oma? Das ist nun Geschichte, denn das Getränk kommt definitiv wieder! Vor allem wenn man Sorten wie Pfirsich, Kokosnuss oder Haselnuss probieren darf. Lecker! Kleiner Funfact am Rande: Für 80 Liter Eierlikör braucht man 400 Eigelbe und die stammen bei Eierlikörz aus Biobetrieben.

Foto: Sophie Valentin

Leicht angeheitert mach das Stöbern in Kassberg gleich mehr Spaß. Entweder du schließt dich einer geführten Tour an und erfährst ein bisschen mehr über das Viertel oder du machst dich auf eigene Faust auf den Weg und bestaunst die vielen schönen Häuser. Auf der Ulmenstraße  liegen gleich auch noch zwei tolle Perlen.

Bei Haamit hätte ich Stunden stöbern können. Zu angemessenen Preisen gibt es hier tolle Produkte rund ums Wohlfühlen, Einrichten und Schreiben. Zwar könnte man hier auch gut einen Kaffee trinken, neben an ist aber gleich Emmas Onkel. Nicht nur das die Tapete extrem Instagram tauglich ist, auch die kleinen Snacks und vor allem die Kuchen sind ein Traum. Wer noch nicht genug Eierlikör hatte, könnte hier dann auch nochmal zur Eierlikör Torte greifen.

Es scheint eine Faustregel zu sein: alte Industriebrachen ziehen kreative Menschen an. Genauso auch in der ehemaligen Schönherrfabrik, wo sich seit einiger Zeit Start-Ups und Agenturen angesiedelt haben, genauso aber auch wie Arzt-Praxen und andere Betriebe. Wenn du etwas Geld in die Hand nehmen magst, um dir hochwertige und etwas ausgefallene Kleidung zu kaufen, dann ist Thierfelder deine Manufaktur.

Mein Highlight war aber sicherlich die ibug 2018. Ibug steht für Industriebrachenumgestaltung und ist ein Festival für urbane Kunst, welches dieses Jahr schon in die dreizehnte Runde gegangen ist. Dabei geht es vor allem um Kunst im öffentlichen Raum, aber auch um einen sozialen Anspruch.

In diesem Jahr fand die ibug in der VEB Textima Nadel- und Platinenfabrik Chemnitz statt. Diese Fabrik gehörte in den 20er Jahren einer jüdischen Familie, welche im Zuge des Nationalsozialismus zu einer Rüstungsmaschinen-Fabrik wurde und die ehemaligen Besitzer*innen dann deportiert worden sind. Dieses Thema wurde auch immer wieder innerhalb der Ausstellung, aufgegriffen.

Foto: Sophie Valentin

Als die ibug2018 geplant worden ist, konnte sicherlich keiner erwarten, an welcher politischen Brisanz dieses Thema in Chemnitz noch gewinnt. Umso schöner ist es zu sehen, wie ein urbaner Raum genutzt werden kann, um zu zeigen, wie bunt und vielfältig die Stadt ist.

Unterwegs in Sachsen – Räucherkerzen und Berge im Nebel im Erzgebirge

Wenn man unterwegs in Sachsen ist, sollte auch ein Besuch im Erzgebirge nicht fehlen. Zum einen ist die Natur natürlich unschlagbar schön, zum anderen tut sich aber auch einiges in der Region. Und warum Räucherkerzen selbst herstellen deutlich mehr Spaß macht als erwartet, verrate ich dir auch noch.

Nachdem ich Chemnitz verlassen habe, ging es weiter ins Erzgebirge, nach Oberwiesenthal. Zwar wirbt die Stadt nicht aktiv damit, aber ich glaube doch, dass Oberwiesenthal die heimliche Abenteuer-Hauptstadt Sachsens ist. Denn von hier aus kann man zahlreiche Aktivitäten unternehmen, wie Mountainbike fahren, es gibt Monsterroller und die Möglichkeit zum Paragliden, zahlreiche Wanderwege und im Winter kann man natürlich gut Skifahren.

Bei meinem Besuch kleidet sich die Stadt allerdings in dezenten Nebel. Aber auch das hat seinen Charm! Ich schlendere durch die kleinen Gassen, schaue mir die Seilbahn an und auch für einen Kakao kann man in eines der Cafés eintauchen. Wenn es dir allerdings zu viel Kurort wird, bringt das Kiwis, als neuseeländische Bar und Restaurant garantiert etwas Langeweile.

Foto: Sophie Valentin

Ansonsten erwartet dich in Oberwiesenthal pure Erzgebirgsromantik mit Schwippbögen und Räuchermännchen. Apropos Räuchermännchen, diese kommen tatsächlich ursprünglich aus dem Erzgebirge und können hier das ganze Jahr erworben werden.

Wirklich spannendes ist deshalb auch ein Besuch bei Crottendorfer Räucherkerzen. Bereits 1918 stellte die Gründerin Frau Graupner Räucherkerzen in ihrem Wohnzimmer her, ehe sie 1936 ein Gewerbe beantragt. Heute zählen Crottendorfer Räucherkerzen zu den beliebtesten weltweit.

Da selber kaufen ja jeder kann, hat man auch die Möglichkeit, Räucherkerzen selbst herzustellen. Man sieht danach nicht nur aus wie ein kleiner Schmutzfink, vermutlich wird das Gesicht auch mit einem leichten Lächeln verziert sein, denn die Herstellung der kleinen Kegel macht einfach nur Spaß.

Fast fühle ich mich wie in einer kleinen Hexenküche, während ich den schwarzen Klumpen erst verschiedene Aromen hinzufüge, um dann die charakteristischen Kerzen zu formen. Es ist zwar gar nicht so einfach und ich würde diplomatisch sagen, jeder meiner Kegel ist ein Unikat, aber das Erlebnis war einfach nur großartig.

Foto: Sophie Valentin

Auf Wiedersehen!

So ein Wochenende geht leider viel zu schnell rum und so muss ich mich auch bald verabschieden. Unterwegs in Sachsen zu sein, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Noch wichtiger finde ich auch zu erkennen und zu zeigen, wie altes und neues Handwerk dort gelebt wird und wie viele kreative Köpfe dort leben. Ich kann dir nur raten, mach dich selbst auf den Weg, schau dir Sachsen an und lass dich positiv überraschen.

Wenn ich dich neugierig gemacht habe, findest du noch mehr Infos zum Freistaat unter So geht sächsisch. Bei So geht sächsisch und der Agentur Kiss & Tell möchte ich mich auch ganz herzlich für die Einladung, zu dieser Bloggerreise und der tollen Organisation bedanken. Ich hatte ein wunderbares Wochenende, mit lieben Menschen und dem einen oder anderen Eierlikör. 

Vielen Dank auch an die liebe Sophie Valentin, für die schönen Fotos. Schau dir unbedingt auch ihre Website an oder folge ihr auf Instagram. 

Inspiration bei Freunden

Foto: Sophie Valentin

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