Leihst du mir deinen Blick: meine Heimatstadt Hannover mal anders betrachtet

Blick auf das neue Rathaus in Hannover

Hannover mal anders

Gerade im Alltag fällt es schwer, die Augen offen zu halten. Man hetzt von A nach B ohne den Blick vom Smartphone zu heben. Neues wird nur am Rande zur Kenntnis genommen. Was uns auf Reisen so fasziniert, mit allen Sinnen zu (er)leben, kommt zu Hause oft zu kurz. Genau richtig kommen deshalb die 8 Fragen von Tabitha von Findesomebeautifulplaces.com, zu meiner Heimatstadt Hannover. Zusammen mit anderen Bloggern habe ich darauf geantwortet.  

An welche Stellen würdest du einen Gast aus Dem Ausland zuerst führen und warum?

Eigentlich würde ich hier gerne eine total kreative Antwort geben und etwas komplett anderes machen, als die anderen, aber unser Rathaus ist einfach zu schön, um nicht zu erst dorthin zu gehen. Ich selber finde es immer klasse, wenn ich mir in einer fremden Stadt erstmal einen Überblick verschaffen kann. Deshalb würde ich mit Besuch zu erst auf das Neue Rathaus fahren und Hannover von oben betrachten. Danach würde ich durch die Altstadt bis zum Steintor schlendern. Hier sieht man sehr schön die Kontraste von Hannover. War man eben noch im “Mittelalter”, steht man nun plötzlich in einem kleinem Abbild der Türkei. Am Steintor reiht sich Gemüsehändler an Baklava Verkäufer und wenn mir nach Urlaub ist, nehme ich dort gerne einen Tee. Am Samstag ist es von dort auch nicht mehr weit zum Flohmarkt am Hohen Ufer, direkt an der Leine. Hier schließt sich auch wieder der Kreis zum Rathaus.

Welche Plätze in und um Hannover kannst du einem Naturliebhaber empfehlen?

Wenn mir mal wieder so richtig nach Natur ist, fahre ich in den Tierpark in Anderten. Dort tummeln sich Rehe, Eichhörnchen, Wildschweine und Co. Gerade im Winter kann man dort fast allein sein und die Seele baumeln lassen. Genauso interessant ist aber die Eilenriede. Auch hier kann man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen, ohne weit von der nächsten Infrastruktur entfernt zu sein. Am Wochenende fahre ich auch gerne mal zum Steinhuder Meer oder in den Harz. Beides ist etwas außerhalb, aber durchaus ein sehr lohnendes Ziel.

(Stadt-)Liebe geht durch den Magen: Wo schlägt Dein Gourmet-Herz höher?

Tatsächlich hat Hannover einiges an guten Essens Möglichkeiten zu bieten. Besonders empfehlenswert ist für mich das “DEINS” im Stadtpark. Habe ich mal nicht so viel Geld auf der Tasche, gehe ich sehr gerne zu “Da Gabriella” direkt bei mir um die Ecke an der Marienstraße. Zwar kann man dort nicht besonders gemütlich draußen sitzen, aber das Essen ist wirklich der Hammer. Direkt neben an ist auch der sehr zu empfehlende Sushi-Laden “Kindai”. Besonders lohnenswert ist die Sushi Happy-Hour von Montag bis Freitags von 12-15 Uhr.

Streetfood an Hannovers Hohem Ufer

Mindestens ebenso gerne gehe ich auf den Wochenmarkt am Stephansplatz in der Südstadt. Hier entdecke ich Freitags immer wieder neue tolle Stände und schlemme mich durch die Gegend. Genauso toll ist es auch, die Limmerstraße entlang zu flanieren und immer wieder Neues zu entdecken.

Zu guter Letzt möchte ich auch die ganzen Kioske in Hannover erwähnen. Diese sind hier Kult und es geht nichts, über eine bunte Tüte für 1€!

Welches Deiner Fotos vermittelt Dein Stadtgefühl am Besten?

Streetart in Hannover

Ich habe mich für dieses Bild entschieden, weil es meiner Meinung nach das Hannover-Gefühl am besten wieder gibt. Dadurch das ein großer Teil von Deutschland Hannover eher für hässlich hält, entsteht ein großes Wir-Gefühl. Hannover ist klasse und vor allem kreativ! Diese beiden Aspekte vereint das Foto.

Wo zieht es dich am Wochenende hin?

Etwas was ich sehr gerne mache, ist das Wochenende mit dem Flohmarkt am Hohen Ufer zu beginnen. Zwar findet man dort selten gute Schnäppchen, aber ich liebe einfach das Flair dort. Weiter geht es von dort aus nach Linden. An heißen Tagen springe ich am liebsten an der Limmer Schleuse ins Wasser und schmeiße den Grill an. Sollte dies nicht der Fall sein, bieten sich die vielen Cafés in Linden zum Entspannen an. Sonntag gibt es am Faust Gelände ebenfalls einen kleinen Flohmarkt. Dort kann man auch gut überflüssigen Krempel verkaufen.

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Abends gehe ich auch sehr gerne ins Kino. In Hannover gibt es eigentlich drei sehr gute Kinos, die ich immer mal wieder besuche. Dazu gehört das “Apollo Kino” in Linden, wo es super geiles Zimtpopcorn gibt. Das “Anzeiger Hochaus”, welches hoch über dem Steintor thront und unglaublichen Charme hat. Und hinterm Bahnhof das “Kino am Raschplatz”. Dort laufen viele gute Filme, die es vielleicht nicht in die Programmkinos geschafft haben. Ins Programm zu schauen, lohnt sich also immer wieder.

Eigentlich gehe ich nicht so gerne feiern, aber wenn es mal dazu kommt, zieht es mich entweder ins “Chéz Heinz” oder in den “Weidendamm”. Hier ist eher das Alternative Partyvolk unterwegs, was ich deutlich angenehmer im Gegensatz zur Innenstadt finde.

Welche Adressen/Feste/Events würdest du Kulturliebhabern empfehlen?

Definitiv das Masala Festival. Einmal im Jahr finden zahlreiche Konzerte von Künstlern aus der ganzen Welt statt. Auch gibt es ein großes Fest an einem Wochenende. Dort gibt es super Essen und man entdeckt jedes Mal interessante, tolle Dinge.

Mein Lieblings Theater ist der Ballhof II. Hier findet man die Nachwuchsschauspieler, deren Stücke ich oftmals interessanter und authentischer finde.

Ein buntes Kunstwerk entsteht hier in Hannover

Alle zwei Jahre findet in Hannover auch das Lumix Festival statt. Bei diesem Festival für jungen Fotojournalismus gibt es an 5 Tagen Reportagen über alle möglichen Themen zu sehen. Jedes Mal ist es sehr interessant und berührend!

Hat Hannover auch Shopping-Spots (ob nun Kleidung, Lebensmittel oder sonstiges) zu bieten?

Na klar! Da gibt es einiges. Wer nach den ganzen Ketten sucht wird in der Innenstadt fündig. Ich gehe sehr gerne zu “Kauf dich Glücklich”, in der Nähe des Steintors. Ansonsten sind Linden und die Nordstadt eher mein Fall. Hier findet man eher kleine Läden, in denen es ausgewählte Stücke gibt.

In meinem Stadtteil der Südstadt, sieht das leider schon wieder ganz anders aus. Nicht unerwähnt lassen möchte ich aber den Laden “Super Nice”, für schöne Wohnaccessoires.

Wenn ich mal wieder auf der Suche nach neuen Büchern bin, gehe ich am liebsten zu Leuenhagen & Paris. Besonders cool waren damals die Harry Potter Nächte. Bevor das neue Buch herausgekommen ist, haben sie jedes Mal einen tollen Abend für alle Fans gestaltet. Aber auch ohne Harry Potter gibt es dort immer wieder sehr interessante Lesungen. Bevor man dorthin geht, lohnt es sich am Lister Platz auszusteigen und die Lister Meile herunter zu schlendern. Auch hier gibt es einige, schöne Geschäfte.

Was macht Hannover für Dich lebenswert?

Das Hannover irgendwie ein Dorf ist. Gefühlt kennt jeder jeden, um ein paar Ecken herum. Das macht die Stadt so sympathisch. Außerdem ist vieles mit dem Rad zu erreichen. Will ich mal etwas anderes sehen, steige ich auf meinen Drahtesel und bin innerhalb von 5 Minuten am Maschsee. Genauso gut ist auch das Netzt an Öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich liebe es, das immer wieder neue Dinge entstehen. Plötzlich hat hier ein guter Burger Laden aufgemacht oder dort gibt es wieder tolle Streetart zu bestaunen. Und genau das will ich mir auch beibehalten. Ich will Hannover weiterhin mit offenen Augen entdecken, ganz unter dem Motto: Hannover mal anders.

Hannover ist eine zurückhaltende Stadt, obwohl es ruhig mal hinaus posaunen könnte, was es alles zu bieten hat. Hannover ist mein Heimathafen, in den ich immer wieder gerne zurück kehre.

Und woher kommt der Name Hannover? Wenn diese Frage dich ständig gequält hast, während du diesen Beitrag gelesen hast, dann schau doch mal bei Max von Fortgefahren.tv vorbei, der hat eine Antwort für dich. 

Mehr Beiträge aus der Reihe findest du bei:

Maschseepavillon in Hannover


Die Fotos in diesem Beitrag sind ausschließlich mit einer bzw. mehrerer analogen Kamera(s) aufgenommen worden. Gerade durch den Sucher dieser Kameras lässt sich eine Stadt nochmal ganz anders betrachten. Die Bilder sind nur an das Blogformat angepasst worden, aber keine Farbveränderungen vorgenommen. Dadurch behalten sie ihren ganz eigenen Charm. 

 

10 Kommentare

  1. Pingback: Hannover – Heimat: Ein Perspektivwechsel | Tiny Traveler

  2. Pingback: Stadtgespräch - ein Interview rund um Hannover | sunnyside2go

  3. Hallo meine Liebe,
    die Bilder sind ja mal richtig genial geworden 🙂 Den Termin für das Masala Festival werde ich mir direkt mal merken – da war ich nämlich noch nie. Außerdem kenne ich auch den Tierpark noch gar nicht – muss ich unbedingt ändern, da ich jetzt häufiger was darüber gelesen habe 🙂
    Liebe Grüße
    Luisa

    • lieschenradieschen

      Liebe Luisa,

      auf jeden Fall. Vielleicht können wir beim nächsten HannoVERbloggt treffen ja erst in den Tierpark und anschließend schön irgendwo einen Kaffee trinken. Lust hätte ich definitiv 🙂

      Liebe Grüße,
      Lynn

    • lieschenradieschen

      Hallo Marcel,

      Noch ein südstädter! 🙂

      Da schaue ich doch gleich mal vorbei. Ich denke es gibt einige Hotspots in Hannover, die immer gehen. Andererseits hat auch jeder seine eigenen Lieblingsplätze 🙂

      Liebe Grüße,
      Lynn

  4. Pingback: Heimat. Ein Perspektivwechsel – stelldichein

  5. Oh, wie schön!
    Die Form der Fotos hat mich vom ersten Moment an fasziniert… und dann die Auflösung dazu am Ende des Artikels.
    Ich freue mich auch total über die vielen Südstadt-Hinweise und habe mir jetzt vorgenommen endlich mal den Markt und das neue Super Nice zu besuchen.
    Vielen, vielen Dank!!!

    • lieschenradieschen

      Liebe Tabitha,

      Sehr gerne. Schön das du den Anstoß dazu gegeben hast. Vielleicht kommt es in Zukunft ja mal zu einem Hannover Blogger treffen 🙂

      Liebe Grüße,
      Lynn

  6. Pingback: Mein Hannover – Was ist das eigentlich? – Hey Hannover

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