Ein Ausflug in den Spreewald: Das Tropical Islands

[Werbung] Konstante 26 Grad und das Sommers wie Winters. Zugegeben, als ich das über das Tropical Islands las, war ich sofort hin und weg. Gerade im deutschen Winter klingt Südsee ohne langen Flug, wahrlich verlockend. Nur 60 Kilometer von Berlin entfernt – mitten im Spreewald – liegt diese Wohlfühloase in einer ehemaligen Zeppelinhalle. Ich durfte 3 Tage dort verbringen und habe nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Tropical Islands werfen, sondern auch den Spreewald erkunden dürfen.

Nächster Halt Brand/Tropical Islands

Meine Anreise fällt zufälligerweise auf den Valentinstag und bereits der Schaffner der Regionalbahn stimmt die Mitreisenden und mich ein: „Heute fahren wir nicht in den Hafen der Liebe, sondern nach Cottbus“. Dieser spezielle Humor der Brandenburger, der mal etwas schroff daherkommen mag, aber eigentlich immer herzlich gemeint ist, soll mir auch in den kommenden Tagen begegnen.

Natürlich fahre ich nicht bis nach Cottbus durch, sondern steige vorher am eigenen Bahnhof des Tropical Islands aus. Von hier bringt einen der kostenlose Shuttlebus zur Halle. Wer mit dem Auto anreisen möchte, findet aber auch genügend Parkplätze auf dem Gelände.

Die größte freitragende Halle der Welt

Die ehemalige Zeppelinhalle – nicht selten der Dom genannt – ist wirklich beeindruckend! In der sonst flachen Landschaft drumherum, sticht sie natürlich nochmal mehr hervor. Fast kann man sich einbilden, Aliens hätten ihr Raumschiff dort geparkt. Dem ist natürlich nicht so. Eigentlich sollten in dieser Halle Zeppeline gebaut werden, allerdings ging die Firma insolvent und wurde dann von Investoren übernommen, die eine Vision hatte und das Tropical Islands Resort 2004 dann eröffneten.

Nur um sich mal die Dimensionen der Halle vorzustellen: der Eiffelturm würde liegend reinpassend und die Freiheitsstatur stehend, Wahnsinn oder? Bereits als ich das erste Mal in der Halle stehe, bin ich fasziniert von der schieren Größe. Auch später, nach 3 Tagen Aufenthalt, entdecke ich tatsächlich noch Stellen im Dom, die neu für mich sind.

Schlafen im Tropical Islands

Die Übernachtung im Tropical Islands kann richtig aufregend werden. Insofern man nicht speziell ein Zimmer reserviert, bekommt man eines in der entsprechenden Kategorie zugeteilt. Die Zimmer sind zwar vom Standard her alle gleich, aber unterschiedlich eingerichtet. Ich finde so etwas immer total klasse und freue mich über mein Zimmer, welches mich sehr an die Riads in Marokko erinnert. Skurrilerweise habe ich hier sogar eine Klimaanlage, aber anders ist das im Urlaub natürlich auch nicht. Wer etwas Geld sparen möchte, kann sich aber zum Beispiel auch in die Zelte einquartieren. Diese sind auf Sand gebaut und haben alle richtige Matratzen, sodass keiner seine Isomatte mitbringen muss.

Ich bin wirklich positiv überrascht von meinem Zimmer. Zugegeben, zu Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, in der Halle zu übernachten. Natürlich ist es nicht wirklich leise, dafür kann man aber auch morgens und abends fast ungestört schwimmen und hat es nicht weit zur Unterkunft. Besonders gut hat es mir auch gefallen, dass es Ritual Produkte im Bad gibt und die Getränke in der Minibar kostenlos konsumiert werden können – bei den Temperaturen natürlich auch angebracht!

Urlaubsfeeling

Überraschenderweise packte mich auch sofort ein Gefühl, welches ich nicht anders als Urlaubsfeeling einordnen kann. Nachdem das Zimmer bezogen war, wollte ich raus und die Halle entdecken und so viel sei schon mal verraten, es gibt einiges zu entdecken im Tropical Islands. Neben den zwei Erlebnis-Landschaften Südsee und Lagune, gibt es zahlreiche andere Attraktionen, die garantiert keine Langeweile aufkommen lassen.

Von Balloon fahren über in der Lagune plantschen und Regenwaldexkursionen – Aktivitäten im Tropical Islands

Obwohl man in erster Linie vermutlich wegen dem Badevergnügen anreist, gibt es noch zahlreiche andere Attraktionen im Tropical Islands. Obwohl ich ja schon drei Nächte dort war, habe ich tatsächlich nicht alles probieren können. Nicht ganz günstig, aber ein tolles Erlebnis, ist die Fahrt mit dem Balloon. Man steigt dabei in einem Korbballon auf gut 15 Meter Höhe und wird dann von einem Mitarbeiter durch die Halle gezogen. Kennst du noch die Wimmelbilder von „Wo ist Walter“? Genauso habe ich mich mit Blick auf die Badelandschaften gefühlt.

Nicht weniger spannend ist der Regenwald. Auf einem geführten Rundgang erfahre ich, dass es hier rund 600 verschiedene Pflanzenarten gibt. Damit ist dies tatsächlich der größte Indoor-Regenwald der Welt. Mit den Regenwaldgeräuschen aus den Lautsprechern und den echten tierischen Bewohnern, kommt auch Tropenfeeling auf.

Recht neu ist Amazonia im Tropical Islands. Neben den zwei Schwimmbereichen innen, gibt es auch einen Außenbereich. Selbst im Winter ist dieser beheizt und vor allem auch der Strömungskanal ist ziemlich cool. Morgens und abends wird hier tatsächlich das Wasser auch immer rausgelassen. Gegen 7:30 Uhr beginnt dann ein Techniker das Becken wieder zu füllen. Auch hier durfte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Irgendwie ist es schon ein tolles Gefühl in einem Schwimmbecken zu gehen, statt zu schwimmen. Gut zwei Stunden dauert das Befüllen und danach sieht das Becken so aus, wie man es eigentlich kennt.

Morgens beim Befüllen der Außenbecken von Amazonia im Tropical Islands

Mein Highlight war allerdings die Massage im Saunabereich des Tropical Islands. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich in der Sauna immer unwohl fühle, mir ist die ganze Angelegenheit zu heiß. Trotzdem ist der Bereich ausgesprochen schön und selbst ich könnte mir hier vorstellen, in eine der nicht ganz so warmen Saunen zu gehen.
Schöner war allerdings noch die Massage. Eine gute halbe Stunde wurde ich ordentlich durchgeknetet und war danach tiefenentspannt.

Liebe geht durch den Magen

Zuhause wie auf Reisen, spielt Essen eine große Rolle für mich. Im Tropical Islands gibt es mehrere Essensmöglichkeiten, durch die ich mich bei meinem Besuch gefuttert habe. Im Swadee gibt es morgens ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Angesicht der unglaublichen Masse an Übernachtungsgästen (es gibt 1900 Betten im Tropical Islands, Stand 19.02.2018), ist das Buffet wirklich ordentlich. Wer allerdings a la Carte essen möchte, sollte das Frühstück im Palm Beach Restaurant probieren. Vor allem der Smoothie und das französische Frühstück sind ein Traum.

Frühstück im Tropical Islands

Mittags bietet sich vor allem der Mondial Food Court an. Hier gibt es solides Essen und eigentlich jeder sollte fündig werden. Etwas gehobener kann man dann abends im Tropical Garden essen.

Wie du siehst muss also keiner im Tropical Islands verhungern. Dafür das so viele Menschen dort täglich sind, hat das Essen eine angemessene Qualität und die Preise sind in Ordnung.

Ausflug in den Spreewald

Direkt vor der Haustür sozusagen, liegt der Spreewald. Hier kann man einige schöne Touren unternehmen. Im Sommer empfiehlt es sich natürlich mit dem Rad oder dem Kanu den Spreewald zu erkunden. Im Februar ist das allerdings noch etwas kalt und ich entscheide mich für die Genussvariante. Seit 2016 haben die Jungs von Spreewood Distillers die Whiskey Destillerie übernommen und brennen ihren eigenen Whiskey. Sie sind tatsächlich die einzigen in Deutschland, die den Whiskey aus Roggen herstellen. Die Führung durch die Brennerei ist wirklich spannend und das Gelände toll angelegt. Unter anderem gibt es auch ein schönes Café und im Sommer kann man draußen im Hof sitzen.

Café der Spreewood Distillers nicht unweit des Tropical Islands

Wer Alkohol trinkt, sollte natürlich auch eine Grundlage schaffen. Die Destillerie befindet sich in dem kleinen Ort Schlepzig. Hier sind die Wege nicht sonderlich weit und so fällt man quasi direkt in das Brauhaus. Wer hier eine alte Kneipe erwartet, irrt. Das Brauhaus ist modern eingerichtet, ohne an Gemütlichkeit zu verlieren und die Speisen von wirklich guter Qualität.

In Schlepzig starten außerdem Kahnfahrten durch den Spreewald. Bei kalten Temperaturen gibt es hier nicht nur Schnittchen und Spreewaldgurken (was auch sonst), sondern auch warmen Glühwein. Da macht die Fahrt gleich doppelt so viel Spaß. Vor allem natürlich auch, wenn der Kahnfahrer ebenfalls gute Laune hat. Auf die Frage, ob man hier stehen kann, antwortet er nur trocken: „Stehen kannst du überall, ob du noch atmen kannst, ist die andere Frage“. Und hier wäre er wieder, der spezielle Brandenburger Humor, den ich schon ins Herz geschlossen habe.

Glühwein auf einer Kahnfahrt im Spreewald als Ausflug vom Tropical Islands

Auf unserer Fahrt begegnen uns auch einige Nutrias. Diese putzigen Nager stammen ursprünglich aus Südamerika. Sie wurden für Pelztierfarmen nach Europa geholt und einige Exemplare sind dann mal ausgebüxt. Erstaunlicherweise vermehren sie sich ungemein gut im Spreewald und es ist keine Seltenheit, sie beim Sonnenbaden zu beobachten.

Mein Fazit zum Tropical Islands

Ich muss zugeben, dass ich vor der Reise so meine Vorurteile hatte. Ist es sehr laut in der Halle? Wie schaut es mit der Hygiene aus? Kann ich mich da wohlfühlen? Zum Glück haben sich meine Bedenken nicht bewahrheitet. Natürlich hat man einen gewissen Lärmpegel in der Halle, aber es ist sehr aushaltbar. Wer nach Ruhe sucht, ist vielleicht in den Mobile Homes außerhalb der Halle, besser aufgehoben. In diesen Unterkünften gibt es nämlich neben einer Küche auch noch eine private Sauna – auch nicht schlecht.

Auch ist es sehr sauber im Tropical Islands. In Schwimmbädern traue ich mich eigentlich nie die Flip-Flops auszuziehen und meine Brille setzte ich auch gerne ab, denn dann sehe ich die Haare nicht mehr auf dem Boden (ein absoluter Spleen von mir, ich finde herrenlose Haare auf nassem Boden furchtbar). Aber hier hatte ich wenig Probleme. Vor allem nachts ist das Personal unermüdlich dabei, die Spuren der zahlreichen Gäste zu beseitigen und das können immerhin fast 6000 BesucherInnen am Tag sein.

Alles in allem hatte ich wirklich viel Spaß. Gerade beim deutschen Schmuddelwetter lohnt sich ein Besuch in den Tropen bei Berlin. Tatsächlich fehlt mir die Hitze auch total, jetzt wo ich wieder zu Hause bin. Schon eigenartig, wie man im Grunde den Körper austricksen kann. Es fühlt sich auch fast surreal an, wie schnell man aus dem Dom und dem tropischen Klima, dann wieder zu Hause ist. Ich würde allerdings jedem empfehlen mindestens eine Übernachtung zu buchen. Tagsüber kann es schon sehr voll sein und umso schöner ist es dann, abends die Becken in der Lagune bzw. in der Südsee fast für sich alleine zu haben. Genauso sollte man auch Ferien und das Wochenende meiden, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Und dann steht einem Besuch im Tropical Islands nichts mehr im Wege.


Für die Recherche zu diesem Artikel, wurde ich freundlicherweise vom Tropical Islands eingeladen. Vielen Dank für das tolle Erlebnis! Wie immer gilt aber, dies beeinflusst in keinster Weise meine Meinung und ich schreibe was mir gefallen hat, oder eben auch nicht.

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