Taxis im Ausland – mehr als nur Mittel, um von A nach B zu kommen

Taxis im Ausland

Wie ich Taxis im Ausland nutze, um mehr über das Land und seine Menschen zu erfahren

Oli von Weltreiseforum, hat in einem Artikel über seine 7 Strategien, um mehr Einheimische kennen zu lernen, geschrieben. Nun hat er andere Reiseblogger aufgefordert, ebenfalls über ihre Erfahrungen zu schreiben und hier bin ich! Ich finde es am Anfang immer sehr schwer in Kontakt mit Einheimischen zu treten. Meist bin ich zu schüchtern, sowieso überfordert mit der aktuellen Situation oder ich weiß schlicht einfach nicht, wie ich in eine Situation komme, um mehr mit Einheimischen zu sprechen. Eine Methode die sich für mich mittlerweile allerdings als sehr brauchbar herausgestellt hat, ist das Taxifahren. Es gibt kaum eine andere Gruppe von Menschen, die so viele unterschiedliche Facetten des alltäglichen Lebens zu sehen bekommen, als Taxifahrer.

“Ein altes, gelbes Taxi hält vor der Tür. Wir gehen schnell den kurzen Weg vom B&B zu dem wartenden Auto und öffnen die Türen. Im Inneren des Wagens erwartet uns eine wilde Mischung aus verschiedenen, baumelnden Anhängern und mit Leoparden- und Tigermuster verzierten Kissen auf der Rückbank. Ich lasse mich in die Kissen sinken und schon beginnt die wilde Fahrt zum Hafen. Woher wir kommen, will unserer Fahrer wissen und wir kommen ins Plaudern. Nachdem er uns an der gewünschten Adresse absetzt, drückt er uns noch seine Telefonnummer in die Hand und bittet uns, ihn anzurufen, sobald wir wieder zurück wollen.”

Natürlich gibt es die Sorte mürrischer Taxifahrer, der partout nicht ins Plaudern kommt oder man ist gerade um 4 Uhr morgens auf dem Weg zum Flughafen und will einfach nicht reden. In den aller meisten Fällen sind Taxifahrer aber eine unerschöpfliche Quelle aus Informationen und Anekdoten. Sie wissen was gerade in der Stadt angesagt ist, wo man besser nicht hingehen sollte und wie die Einheimischen so ticken.

Das Taxi als sicherer Hafen

Taxis im Ausland

Auch ist das Taxi ein in sich geschlossener Ort. Während man von A nach B gefahren wird, ist man in einer Art Blase, in der es egal ist was davor war oder danach noch kommt. Man kann sich dafür entscheiden komplett abzuschalten, oder sich seinem Gegenüber zu öffnen. Sieh es mal so, du hast gerade eh nichts “besseres” zu tun und im besten Fall gewinnst du sogar noch eine jede Menge Eindrücke, die du vorher so nicht bekommen hättest.

 

“Natürlich rufen wir auf dem Rückweg wieder den gleichen Taxifahrer an. Wie es uns gefallen hat, fragt er uns. Und wieder kommen wir ins Gespräch. Dieses Mal sind wir neugierig. Ob er hier in Lüderitz geboren ist?”

Dazu muss man wissen, Lüderitz ist ein verschlafenes Nest an Namibias Atlantikküste. Es gibt genau eine Straße die rein und wieder raus führt. Und genau das Begeistert unseren Fahrer so sehr:

“Eigentlich stamme er aus Jo´Burg und hat dort eine fiese Vergangenheit gehabt, erzählt er uns. Genauer mag er nicht darauf eingehen und nach nachfragen ist uns auch nicht. Ihm gefalle Lüderitz einfach so gut, weil es so ruhig ist. Die Menschen sind entspannt, jeder kennt jeden und vor allem gibt es nur eine Straße raus und rein. “Das fühlt sich ein wenig an, als wäre es das Ende der Welt.””

Als wir nach der kurzen Fahrt wieder am B&B angekommen, fragen wir ihn nach dem Preis für die Fahrten. Schon auf der Hinfahrt wollte er kein Geld von uns, sondern hatte darauf vertraut, das wir ihn zurück rufen. Seine Mundwinkel verziehen sich zu einem breiten Lächeln:”It´s a gift…” Gesagt und schon springt er wieder in seinen klapprigen Wagen und braust ihn die Dunkelheit zurück. Draußen bleiben wir stehen und folgen den Scheinwerfern mit den Augen. Fast wollen wir uns die Augen reiben, als ob die Begegnung eben, nur eine Vater Morgana war.

Genau wegen solchen Begegnungen schätze ich das Taxi Fahren im Ausland sehr. Genauso hätten wir auch mit dem eigenen Auto fahren können, aber wir hätten längst nicht so eine spannende Person hinter dem Steuer getroffen. Klar ist es sicherlich keine Methode, um längerfristig in Kontakt zu kommen, aber ich finde es klasse, um sich einen ersten Überblick zu schaffen.


Und nun bist du gefragt. Was ist deine liebste Methode um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen? Ich freue mich über jedes Kommentar. Vielleicht schreibst du ja selber einen Blog und hast Lust, bei der Blogparade teilzunehmen? Dann findest du hier.. alle weiteren Infos. So oder so, ich freue mich über deine Tipps, Geschichten und Erfahrungen.

6 Kommentare

  1. Hey Lynn,
    ich freue mich, dass du gleich mitgemacht hast. Taxis als Ort des Austauschs: Das finde ich eine tolle Idee.
    Wie funktioniert das eigentlich mit der Sprache? Ich bin ja stark von China geprägt, wo ich in 6 Jahren nur ein einziges Mal einen Taxifahrer getroffen habe, der Englisch spricht. War dann aber immer eine tolle Möglichkeit, um mein Chinesisch zu verbessern… 🙂
    Gruss,
    Oli

    • lieschenradieschen

      Lieber Oli,

      Danke dir und guter Einwand. Ich hatte bis jetzt tatsächlich immer das Glück, mich auf englisch oder französisch unterhalten zu können. Aber ich denke du hast recht, bei der Sprache stößt man dann tatsächlich an seine Grenzen.

      Liebe Grüße,

      Lynn

  2. Hey Lynn,

    ein schöner Beitrag! Bei Taxifahrten bin ich immer gespaltener Meinung. Ich hatte schon schöne Erfahrungen damit, aber leider überwiegen die schlechten Erlebnisse. Es ist in vielen Ländern halt leider doch ein gutes Mittel, um Touristen abzuzocken. Vor allem, wenn man die Sprache nicht fließend kann. Am schlimmsten war es letztes Jahr in St. Petersburg – in so eine Situation möchte ich nicht nochmal geraten.
    Am besten komme ich immer in den Kontakt mit Einheimischen, wenn ich nach dem Weg frage. Bevor ich ewig rumsuche, spreche ich einfach jemanden an. Und dabei gab es schon schöne Momente, selbst mit Händen und Füssen hat eine Unterhaltung immer geklappt.

    Lieben Gruß
    Elisa

    • lieschenradieschen

      Liebe Elisa,

      Ja das stimmt leider. In Marokko habe ich mich leider auch gar nicht wohl gefühlt beim Taxifahren.
      Nach dem Weg fragen ist auch eine sehr gute Idee! Ich habe es einmal in Vancouver erlebt, dass die Frau, mit der wir gesprochen haben, sich so viel Zeit gelassen hat, das sie ständig ihren Bus verpasst hat. Super lieb und hier in D undenkbar.. 😀

      Liebe Grüße,
      Lynn

  3. Bisher hatte ich auch eher gute Taxi-Erlebnisse. Aber, dass ich mit einem Fahrer oder einer Fahrerin ins Plaudern kam, war dann doch eher selten. Die Idee gefällt mir aber – und ich werde sie nächstes Mal ein wenig “intensiver” austesten. 😉

    Liebe Grüße,
    Sarah

    • lieschenradieschen

      Liebe Sarah,

      Ich bin gespannt, wie es bei dir funktioniert 🙂

      Liebe Grüße,

      Lynn

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