Die Peloponnes im Frühjahr: Roadtrip über die lakonische Halbinsel

Orangenbaumzweige im Vordergrund mit Bergen und bewölktem Himmel im Hintergrund

Griechenland Reisende zieht es oft auf die Insel, jedoch wird ein wahrer Schatz oft links liegen gelassen, die Peloponnes. Dabei strotzt die Region von landschaftlichen Highlights und historischen Schätzen. Sparta, Mystras und Korinth sind da nur ein paar der Stichworte, die man an dieser Stelle nennen kann und gerade im Frühjahr ist die Peloponnes ein echtes Highlight.

Im März 2026 habe ich mit dem Mietwagen die lakonische Halbinsel inklusive Mani, Kap Tainaron und Leonidio erkundet. Was ich dabei kennengelernt habe? Gastfreundliche und stolze Bewohner*innen der Region, blühende Landschaften samt eines Insektenreichtum, der seinesgleichen sucht, naturbelassen Wanderwege, fantastisches Essen, besondere Unterkünfte und immer im Blick das Meer und schneebedeckte Gipfel.

Die Lakonische Halbinsel

Beim Blick auf die Karte unterschätzt man schnell die Größe der Peloponnes. Wir hatten insgesamt acht Tage zur Verfügung und haben wirklich nur einen Bruchteil von dem gesehen, was man hätte alles entdecken können. Da im Frühjahr das Wetter nicht ganz so stabil ist, wie im Sommer, haben uns allerdings auch zwei Regentage ausgebremst.

Durch die kurvigen und kleinen Straßen, die zum Teil über Bergstraßen und Pässe führen, kommt man außerdem sehr langsam voran. Drei Stunden für 150 km? Keine Seltenheit! Aus diesem Grund haben wir uns auf die Region Lakonien konzentriert, zu welcher auch die berühmte und einmalige Mani-Halbinsel gehört. Diese war auch unsere erste Anlaufstelle, nachdem wir unseren Mietwagen am Athener Flughafen abgeholt hatten.

Küstenstraße mit mehreren Kurven entlang bewaldeter Felsen am Meer

Das Bergdörfchen Pyrgos: Der perfekte Ausgangspunkt für die Mani Halbinsel

Von Athen haben wir rund vier Stunden bis zu unserem ersten Stopp, dem kleinen Bergdorf Pyrgos, gebraucht. Insbesondere die Fahrt nach Verlassen der Autobahn bei Kalamata war traumhaft schön. Zunächst haben wir uns über einen Pass geschraubt, ehe das Meer in den Blick kam. Die leicht schneebedeckten Berge in der Ferne haben dann ihr Übriges getan.

Übernachtet haben wir im frisch renovierten Hawk Tower im alten Dörfchen Pyrgos. Enge Gassen, unzählige Gassen und das gefühlte Ende der Welt. Ich glaube das beschreibt Pyrgos sehr gut. Der Hawk Tower ist Teil eines alten Wehrturms, welcher liebevoll restauriert wurde. Ich habe mich selten in einer Unterkunft so wohl gefühlt, wie hier! Die Aussicht auf die Berge und das Meer, viel Platz und ein – ich kann es nicht anders ausdrücken – Gefühl von Sicherheit waren einfach nur schön. Hinzukommt, dass wirklich hochwertige Materialien von den Handtüchern bis hin zur Küchenausstattung genutzt wurden, was sich ebenfalls gut anfühlt. Definitiv eine 10/10 und Herzensempfehlung von mir.

Steinbauten mit roten Ziegeldächern vor bewaldeten Bergen und blauem Himmel

Rote Katze, die hinter einer Steinmauer hervorschaut

Ausflüge von Pyrgos in die Region

Zwei weitere Nächte haben wir ein Stück weiter südlich in der Nähe von Limeni verbracht. Zwar war die Unterkunft nicht schlecht, hatte aber doch ein paar Mängel und deshalb möchte ich sie nicht empfehlen. Auch wenn sie direkt am Meer lag und die Aussicht wirklich ein Traum war!

Ein schöner kleiner Ausflug vom Hawk Tower führt nach Stoupa. Vom Ort kann man zum Lefktro Castle gehen. Ein Spaziergang, welcher trotzdem festes Schuhwerk und etwas Trittsicherheit erfordert, durch schöne Natur und mit Sicht auf die Bucht des Ortes. Wir haben auf dem Weg einige griechische Landschildkröten gesehen, was mein absolutes Highlight war. Im Ort hatte die Taverna Melissa Grand Bee geöffnet. Wo sich gefühlt das gesamte Dorf getroffen hat und es sehr gutes Essen gab.

In der Nähe befindet sich der Pantazi Strand, wo bei unserem Besuch ein Café aufhatte. In der Sonne mit einem Cappuccino Freddo in der Hand den Wellen zuzuschauen war schon sehr schön nach den langen Wintermonaten.

Bucht mit Blick auf den Ort Stoupa mit roten Dächern, Felsen im Wasser und bewaldeten Hügeln im Hintergrund

Zwei Personen sitzen an einem kleinen Tisch mit kariertem Tischtuch am Strand und blicken aufs Meer

Wanderung zum Kap Tainaron: Dem südlichsten Punkt Festlandgriechenlands

Bei einem Besuch der Mani sollte ein Besuch am Kap Tainaron nicht fehlen. Einerseits ist die Landschaft am Kap wirklich schön und insbesondere bei kühleren Temperaturen eine schöne Wanderung. Andererseits ist es mythologisch von Bedeutung, denn hier vermuteten die alten Griechen den Zugang zur Unterwelt. Weil Poseidon in manchen Kosmologien als Hüter dieses Zugangs galt, findet man in der Nähe vom Parkplatz auch einen alten Tempel. Dieser wurde in seiner Geschichte mehrfach umgedeutet und mag heute vielleicht nicht besonders imposant erscheinen, ich fand’s trotzdem total interessant und irgendwie auch berührend. In der Nähe sind außerdem noch sehr gut erhaltene Mosaiken einer alten römischen Villa zu sehen.

Ein Zentrum der Region ist der Ort Areopoli. Hier kann man einkaufen, tanken und sehr gut Essen. Zu empfehlen ist definitiv Spaka und die verschiedenen Bäckereien. Der Ort ist sehr schön und gut erhalten. Dementsprechend macht es Spaß durch die Gassen zu schlendern und zu schauen. Auch Souvenirs kann man hier gut erwerben.

Leuchtturm am Kap Tainaron auf der Peloponnes.

Areopoli war unser letzter Stopp auf der Halbinsel, bevor es nach Leonidio ging, welches am argolischen Golf liegt. Eine traumhafte Fahrt, welche man unbedingt genießen sollte! Und was sofort zwischen den zwei Halbinseln auffällt: Die unterschiedlichen Flaggen. Auf der Mani-Halbinsel ist es ein blaues Kreuz auf weißem Hintergrund, in Leonidio ist gelb beflaggt.

Ein echter Roadtriptraum: Die Fahrt von Areopoli nach Leonidio

Aber zurück zu besagter Fahrt. Nachdem wir die Berge rund um Areopoli verlassen hatten, ging es ein wenig entlang des Meeres. Ein Stopp sollte hier unbedingt am Dimitrios Schiffswrack sein. Sowohl die Sicht von oben als auch direkt vom Strand aus ist beeindruckend.

Weiter ging es durch eine Flachebene, wo zahlreiche Orangen- und Olivenbäume wachsen. Auch hier wieder ein toller Kontrast mit den schneebedeckten Gipfeln. Danach ging es über das wirklich abgelegen Bergdorf Kosmas über einen etwas anspruchsvolleren Pass in die beeindruckende Dafnón-Schlucht. Von hier aus hat man auch einen beeindruckenden Blick auf das Kloster Elónis, welches sich förmlich an den Fels schmiegt.

Dimitrios Schiffswrack vom Strand aus.

Gebäude des Klosters Elonis mit Arkaden und roten Dächern an einer steilen Felswand mit zwei hohen Zypressen davor

Der Kletterort Leonidio: Unsere Basis für die letzten Tage

In der Nähe von Leonidio haben wir dann die letzten vier Nächte auf der Peloponnes verbracht. Leonidio gehört zu den weltbesten Orten zum Klettern und der Vibe in der Stadt war dementsprechend schon echt cool. Selbst als absolute Hobbykletterin kann ich mir vorstellen, wie viel Spaß man hier in den zum Teils rötlichen Felsen wohl haben kann. Im Ort gibt es eine sehr gute Infrastruktur mit Cafés, Shops und Restaurants. Auch an Unterkünften mangelt es nicht. Wir haben jedoch 10 Minuten entfernt in Pragmatefti gewohnt. Hier war es schön ruhig und die Aussicht einfach nur wunderbar.

Alter Brunnen aus Stein auf einem Hügel mit Blick auf die Kletterfelsen rund um Leonidio unter bewölktem Himmel.

Wanderungen rund um Leonidio

Unsere Gastgeber*innen haben einen Wanderführer [Affiliate Link] für die Region herausgebracht und kennen sich bestens aus. Auf Empfehlung sind wir einen Rundwanderweg gegangen, der direkt am Häuschen gestartet ist. Am Anfang sind wir kaum voran gekommen, weil wir immer wieder über die kleinen Naturwunder staunen mussten. So viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten habe ich vielleicht noch nie in dieser Fülle gesehen. Dazu wieder Schildkröten und blühende Pflanzen in allen erdenklichen Farben! Ein Traum.

Eine andere Wanderung haben wir vom Kloster Elónis begonnen. Zunächst ging es auf alten Pfaden, die bis nach Kosmas führen, bergauf (auch hier wieder Schildkröten und tolle Aussichten). Der Rückweg verlief dann aber leider die ganze Zeit auf Asphalt, was der zunächst schönen Wanderung ein wenig Abzüge beschert.

Wanderweg rund um Leonidio auf der Peloponnes.

Griechische Landschildkröte die uns bei einer Wanderung auf der Peloponnes im Frühjahr begegnet ist.

Empfehlen möchte ich noch das Restaurant Myrtoon. Wir haben hier wirklich vorzüglich und zu erschwinglichen Preisen (wie fast überall) mit Blick aufs Meer gegessen. Der kleine Ort hat mir auch gut gefallen und sollte es ein nächstes Mal geben, würde ich vielleicht sogar versuchen hier zu übernachten.

Was gibt es sonst noch über die lakonische Halbinsel zu sagen?

Für mich war sie Griechenland in a Nutshell: Viele alte Ruinen, die man in einem Leben vermutlich nicht besuchen kann. Bergketten und einsame Buchten mit türkisfarbenem Wasser. Schöne Landschaften und ein großer Artenreichtum. Delikatessen wie Kalamata Oliven, Honig und Kräuter, die in den Bergen wachsen und duften.

Da wir nur so einen kleinen Bruchteil der Peloponnes gesehen haben und ich noch vieles auf meiner Liste gespeichert haben, wird das mit Sicherheit nicht der letzte Besuch gewesen sein. Hast du schon mal die Peloponnes erkundet? Was hat dir am besten gefallen? Verrate es mir gerne in den Kommentaren.

FAQ – Die Peloponnes im Frühjahr

Haben die Restaurants im Frühjahr auf der Peloponnes geschlossen?

Nein, nicht alle Restaurants haben geschlossen. Jedoch bereiten sich viele erst auf die Saison vor und haben noch nicht geöffnet. Mit Pech steht das auch nicht bei Google und man steht vor verschlossenen Türen. Aus meiner Sicht lohnt es sich, entweder in einem größeren Ort zu übernachten (z.B. Areopoli oder Leonidio) oder ein Apartment mit Küchenzeile zu buchen. Aber keine Sorge, es gibt trotzdem oft genug die Möglichkeit, sich von der griechischen Küche verwöhnen zu lassen.

Braucht man einen Mietwagen für die Peloponnes?

Ja, unbedingt. Viele Orte und Sehenswürdigkeiten sind schwer oder gar nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wir haben im Frühjahr 2026 für einen Mitteklasse Wagen ca. 90€ mit Vollkasko und ohne Selbstbehalt gewählt. Es gibt zahlreiche Mietwagenfirmen direkt am Flughafen von Athen.

Anreise auf die Peloponnes

Wir sind von Deutschland nach Athen geflogen, haben dort ein paar Tage verbracht, und sind dann mit dem Mietwagen auf die Peloponnes gefahren. In Griechenland wird Maut auf der Autobahn erhoben. Die Beträge bewegen sich oft zwischen 2 – 4€, läppern sich aber schnell zusammen. Kostengünstig und wirklich lecker sind dafür die Baguettes an den Raststätten.

Temperaturen im Frühling

Wir hatten zwei Regentage, wovon einer unwetterartiger Regen war, der auch zu einem Stromausfall geführt hat. Tagsüber und mit Sonnenschein war aber definitiv T-Shirtwetter und wir haben auch einige Menschen baden sehen. Für die Morgen- und Abendstunden braucht man aber definitiv lange Hosen und ein dicker Pulli schadet nicht.

Dank des Regens ist jedoch alles auch satt grün und es blüht in den schönsten Farben. Nicht zu vergessen der wunderbare Duft und das Brummen und Summen der zahlreichen Insekten. Den Mittelmeerraum so zu erleben, und nicht verdorrt wie im Sommer, war für mich ein großes Glück und ein wahres Fest für die Augen. Da nehme ich jeden Regenschauer dankend entgegen.

Schwarze Katze sitzt auf einem umgedrehten Stuhl vor einer Steinmauer mit Bogen
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