Fishriver Canyon und Namib

Endlich ging es dann nach Namibia und auch gleich Richtung Fishriver Canyon und Namib, dem zweitgrößten Canyon der Welt und der ältesten Wüste der Welt. Beides sind unvergessliche Naturschönheiten.

Von der Überquerung der Grenze gibt es keine Bilder, da Fotos machen strengstens untersagt ist. Ganz lustig war allerdings, das bei einer Mitreisenden der Drogenspürhund ausgeschlagen hat. Wir mussten tatsächlich alle unser gesamtes Gepäck aus dem Truck räumen und dieses wurde dann von Hunden beschnüffelt. Im Nachhinein hat sich dann allerdings herausgestellt, das zur Belohnung für den Hund ein Duftstoff in besagtem Rucksack ausgelegt worden ist und sie keine Drogen dabei hatte. Unser Tagesziel war dann der Fish River Canyon, welcher immerhin der zweitgrößte Canyon der Welt ist. Dort hieß es dann im Rekordtempo Zelte aufbauen und ab zum Sonnenuntergang gucken.

Auf der Plattform hatte unser Guide dann noch Cracker und verschiedene Dips als Sundowner vorbereitet. Eines habe ich auf jeden Fall von diesem Abend gelernt: Es ist unmöglich 3 Cracker in einer Minute zu essen.

Abends hatten meine Zeltnachbarin und ich dann noch ein lustiges Erlebnis. Auf dem Rückweg vom Klo haben wir uns beide unterhalten, bis ich plötzlich mitten im Satz aufgehört habe zu reden, weil ich ein komisches Geräusch gehört hatte. Ziemlich schnell hatte Abbie es dann auch vernommen und meinte: “What the fuck is that?” Wir waren beide super nervös, lag das Camp doch mitten im Nirgendwo und wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Falsch gedacht… Das Geräusch entpuppte sich dann als ziemlich menschliches Schnarchen und doch kein Löwe… Großstadtkinder eben.

Nach einer unglaublich kalten Nacht ( immerhin hatte ich mir noch eine Fish River Canyon Mütze gekauft), sind wir dann so früh aufgestanden, dass der Generator noch nicht einmal an war und wir im dunkeln uns fertig machen mussten.

Der erste Oryx. Ich liebe diese Antilopen.

Wir kommen der Wüste immer näher.

Ein Webervogelnest.

Mittagslunch mitten in der Wüste

An diesem Tag sind wir immer weiter in die Wüste rein gefahren. Mein Highlight dabei war definitiv der Lunchstop in der Wüste. Unter einem riesigen Webervogelnest haben wir unser Lager aufgeschlagen und es gab Sandwiches. Ganz nebenbei haben wir auch noch Geburtstag gefeiert.

Bei einem Zwischenstop habe ich auch mein erstes Biltong (Trockenfleisch) probiert. Mega lecker!

Von dort war es nicht mehr weit zu unserem Camp mitten in der Wüste. Hier wurde es dann auch so richtig schmutzig. Es war fast unmöglich das Zelt aufzubauen, ohne dreckig zu werden. Unser geflügeltes Wort wurde somit auch: “It´s the desert.” Und da ist wirklich viel dran. Man merkt irgendwie wie alles trocken wird. Die Haut, die Lippen und die Haare…

Anschließend sind wir zum Sesriem Canyon gefahren (der heißt so, weil die Buschmänner eine Knotensystem genutzt haben, um Höhen zu bestimmen und der Canyon ist eben Sechsriemen tief). Dieser ist zwar nicht so groß wie der Fish River Canyon, aber dafür begehbar. Überall in dem Canyon haben Vögel ihre Nester gebaut und egal wohin man geht piept und fliegt es.

Am  nächsten Morgen mussten wir noch eher aufstehen, wer hätte es für möglich gehalten. Allerdings hat sich das auch ohne Ende gelohnt. Da unser Camp mitten in der Wüste liegt, durften wir vor Sonnenuntergang in den Nationalpark. Dort sind dann schon viele Autos unterwegs (also für namibische Verhältnisse) und wir haben uns regelrecht ein Rennen geliefert, um als erster Overlandtruck an Dune45 anzukommen (hat leider nicht geklappt, wir waren die Zweiten). Dennoch waren wir noch früh genug da, um die Düne vor Sonnenaufgang zu besteigen und oben ein wunderschönes Naturschauspiel zu erleben, das nicht in Worte zu fassen ist.

Das war sooo so heftig anstrengend. Irgendwann habe ich Eisen in meiner Lunge geschmeckt. Ich war so glücklich als sich Abbie zu mir umgedreht hat und meinte sie bräuchte eine kleine Pause.Ich weiß schon warum nur der eine Guide lieber unten Frühstück gemacht hat.

Aber dafür lohnen sich alle Mühen…

Runter geht es dann wesentlich schneller. Einfach die steile Seite runter laufen.

Nach leckerem Frühstück mit French Toast und Würstchen sind wir Richtung Soussusvlei. Durch dieses Tal ist vor tausenden Jahren mal ein Fluss geflossen. Nach und nach hat der Sand ihm aber immer mehr den Weg abgeschnitten und schließlich sind nur noch super alte Bäume übrig geblieben. Umringt ist das ganze von den höchsten Sanddünen der Welt: Big Papa und Big Mama.

Da wir nicht mit unserem Truck hin fahren konnten haben wir rund 100NamDollar gezahlt und sind mit 4×4 Geländewagen hin. Die Fahrer fahren, ich zitiere meinen Guide “like shit.” Aber es hat so viel Spaß gemacht!! Die haben sich regelrecht Rennen geliefert und man wurde die ganze Zeit hin und her geworfen.

Anschließend sind wir wieder zurück ins Camp, wo wir dann zwangsmäßig eine Pause einlegen mussten. Einem unserer Mitreisenden ging es so schlecht, dass er mit einem Buschflugzeug in die Hauptstadt ausgeflogen werden musste. Wir sollten ihn erst am übernächsten Tag wieder sehen ( aber immerhin wieder gesund. Seine Frau hat den Flug über die Wüste wohl auch sehr genossen).

Mit einiger Verzögerung haben wir uns dann auf den Weg in unser letztes Wüstencamp gemacht. Dort sollten wir eigentlich die Möglichkeit haben mit einem Buschmann zu sprechen und uns Dinge zeigen zu lassen. Allerdings war es zu spät dafür und es wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Halt gemacht haben wir noch in Solitaire, einer kleinen Privatsiedlung, die so ziemlich die einzige Möglichkeit zum tanken und Proviat auffüllen zwischen Windhoek und Walvis Bay bietet. Und es gibt dort einfach unglaublich leckeren Apfelkuchen. Wir mussten zwar etwas warten, haben dafür aber noch frischen Kuchen direkt aus dem Ofen bekommen. Einfach himmlisch…

Ich durfte sogar vorne im Truck sitzen. Das war so unglaublich toll. Diese Weiten vor sich zu sehen ohne auch nur irgendetwas störendes. Freiheit pur.

Wir durften auch draußen schlafen, aber das war mir zu gruselig nachdem unsere Guides Horrorstorys über Hyänen, Schlangen und Co erzählt haben. Die rumlaufenden Skorpione haben mir dann auch noch den Rest gegeben. Aber immerhin habe ich eine Sternschnuppe gesehen und Zebras beim fressen gehört.

Am nächsten Morgen habe ich dann mit einigen den Bushmanswalk gemacht. Das war ja so mega spannend! Der Mann ist von seinem Opa als Buschmann erzogen worden und wusste einfach so unglaublich viel über das Leben in der Wüste. Wo man Wasser herbekommt, wo Norden ist, was man essen kann, welche Fußspuren man im Sand sieht, ja sogar an den Fußspuren anderer Menschen wer möglicherweise mit wessen Frau im “Bett” war. Das klingt zwar für uns sehr romantisch, aber er hat auch von den schlimmen Seiten erzählt. Zum Beispiel lässt eine Buschmann Frau ihr Kind zurück, sobald sie merkt, dass es nicht mehr Überlebensfähig ist. Am Abend darf sie dann mit dem Gesicht im Rauch des Feuers sitzen, weil sie nur so weinen darf.

Unser Führer ist sogar aus Spaß und weil er es kann quer durch die Wüste nach Swakopmund und wieder zurück gelaufen. Total krass und faszinierend so eine Lebensweise.

Spinnennest indem unser Guide dann auch munter rum gewühlt hat, um dann…

…diese Spinne auszugraben.

Die Namib ist übrigens magnetisch. Daher auch die rote Farbe, sie rostet ganz schlicht und einfach.

Anschließend haben wir uns dann auf den Weg nach Swakopmund gemacht, Aber davon erzähle ich euch im nächsten Post.

6 Kommentare

  1. Wow unglaublich schöne Bilder und ein toller Bericht! :) Jetzt bekomme ich gleich Fernweh und will am liebsten gleich ins Flugzeug steigen!
    Liebst, Sarah von Belle Mélange

    • lieschenradieschen

      Jaaa! Das geht mir auch immer so, wenn ich mir die Fotos anschauen. Freut mich, dass sie dir gefallen :)

  2. Sapperlott – die Bilder haun mich um!

    Bloß dauert es bei mir ewig lang, die Seite zu laden. Vielleicht kannst Du ja die Bilder auf ein paar Seiten verteilen – oder ein Album (-plugin) einlegen, wo man dann drin blättern kann.

    Grüße vom Afrika-Fan
    Wolfgang

    • lieschenradieschen

      Hey Wolfgang,

      das freu mich sehr. Mich versetzen sie auch wieder in Reisestimmung.

      Gut das du mich drauf hinweist, ich mache mir mal Gedanken dazu. Bis jetzt war mir das noch gar nicht aufgefallen.

      Liebe Grüße,

      Lynn

  3. Pingback: It´s a truck not a bus |

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