aWay – Per Anhalter von London nach Australien

Cover des Buches aWay von Nic Jordan

Rezension
aWay – Wie ich nichts mehr zu verlieren hatte und per Anhalter von London nach Australien reiste

Gut gesagt:

Nimm jeden Tag, so wie er sich vor deinen Füßen entrollt, denn man kann äußere Einflüsse nicht verändern, sondern nur seine Einstellung zu diesen. Nichts wird jemals ehrlicher zu dir sein als deine eigene Intuition. Streif deine Schuhe von den Füßen, und fang an zu fühlen. Hör manchmal einfach auf zu denken und fühle. Vertraue auf den Ruf und finde deinen Weg dahin. Was hast du schon zu verlieren?

aWay – Seite 408

Darum geht’s in aWay:

Nic steckt fest in der Routine ihres Alltags und einer schmerzhaften Trennung, dessen Wunden noch längst nicht verheilt sind. Bei einem Blick auf die Weltkarte kommt ihr die Idee, von London nach Australien zu trampen. Zwar ist sie erfahren im Trampen, aber solch eine lange Reise stellt auch sie vor Herausforderungen, zumal auf der Nordhalbkugel gerade der Winter reinbricht.

Was auf den Gedanken folgt ist die inspirierende und abenteuerliche Reise einer modernen Nomadin, die getrieben von einer unbestimmten Sehnsucht auf dem Landweg einmal um den halben Erdball reist.

In aWay verarbeitet Nic all die besonderen Erlebnisse, Menschen, die sie getroffen hat und Herausforderungen, die ihr auf dem Weg begegnen sind. Dabei übernachtet sie in einem Geisterhaus in Indonesien, verliebt sich in die eisblauen Huskey Augen auf einer Hundefarm und durchquert als einzige Passagierin mit der Transsiebirischen Eisenbahn Russland.

Nic macht dabei einzigartige Erfahrungen, wie man sie nur beim Reisen erleben kann und lernt gleichermaßen auch ganz viel über sich selbst. So ist aWay nicht nur die abenteuerliche Reise von London nach Australien, sondern auch die Reise zu sich selbst und der Gewissheit, was alles in uns stecken kann, wenn man seiner Intuition folgt.

Gefällt weil:

aWay nicht nur ein Reisebericht ist, sondern auch ganz viel Mut macht. Mut das Bekannte hinter sich zu lassen und in neue Gefilde aufzubrechen. Nic ist eine ungemein inspirierende Persönlichkeit und gute Geschichtenerzählerin. Obwohl aWay mit seinen rund 400 Seiten kein kleines Buch ist, hat jede Seite vor Lebendigkeit gestrahlt und das Lesen hat mir große Freude bereitet.

Auch wenn Trampen möglicherweise nicht jedermanns und -fraus bevorzugte Art des Reisen ist, lohnt es sich dennoch aWay zu lesen. Dadurch das Nic langsam und auf dem Landweg reist, erfährt man so viel über die unterschiedlichen Länder, Kulturen und ihre Einwohner.

AWay ist außerdem ein Plädoyer dafür, sich zu trauen und mit Vorurteilen zu brechen. Wenn Nic auf all die sicherlich gut gemeinten Ratschläge gehört hätte, die ihr vor ihrer Reise und währenddessen entgegengeschlagen sind, wäre sie vermutlich nie von Ort und Stelle gekommen. Es ist immer gut sich auf sein eigenes Bauchgefühl zu verlassen, von den Sorgen und Ängsten der anderen darf man sich aber keinesfalls erschlagen lassen.

Die wohl wichtigste Lektion, die Nic lernt ist aber sicherlich der Unterschied zwischen dem Allein sein und Einsamkeit. Die Autorin bricht einsam und allein auf, lernt aber die Einsamkeit abzuschütteln und Ruhe und Kraft in dem Allein sein zu finden. Dies war für mich einer der inspirierendsten Aspekte und an Nics stetigem Lernen und Reflektieren teilhaben zu können einfach nur großartig.

aWay

aWay
Wie ich nichts mehr zu verlieren hatte und per Anhalter von London nach Australien reiste
Nic Jordan

416 Seiten | Taschenbuch
ISBN: 978-3958893689
16,95€ (D) über Amazon [Affiliate Link]


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

2 Kommentare
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Gast
13 Tage zuvor

Ich habe erst letztes Jahr das Trampen für mich entdeckt, und ich bin absolut begeistert.
Die Ungewissheit, die Unplanbarkeit, aber immer wieder die freundlichen Begegnungen und Überraschungen, das ist einfach toll. Man bekommt ein positiveres Bild von der Gesellschaft, wenn einem Fremde immer wieder helfen.