Mit dem Intercape Bus von Kapstadt nach Windhoek

Wer ohne ein Auto im südlichen Afrika Unterwegssein will, wird früher oder später vermutlich mit Intercape unterwegs sein. Das Streckennetz des aus Südafrika stammenden Unternehmens ist unschlagbar und die Busse sehr komfortable. Im Oktober 2017 bin ich mit dem Intercape Bus von Kapstadt nach Windhoek gefahren. Eine tolle und günstige Alternative, für all diejenigen, die die Strecke nicht fliegen wollen.

Intercape Bus Station in Kapstadt

Die Intercape Bus Station von Kapstadt, befindet sich auch direkt am Bahnhof in Kapstadt. Dieser ist mir durch mein Praktikum nur zu gut bekannt, bin ich doch dort jeden Morgen ausgestiegen, um zur Arbeit zu gehen. Die Station hatte ich bis dato allerdings immer übersehen. Das ist auch kein Wunder, liegt sie doch etwas versteckt an einer Seite des Bahnhofs. Du kannst allerdings ohne Probleme Busbahnhof bei Uber eingeben und auch die Taxifahrer*innen wissen auf jeden Fall, wo du hin musst. Tagsüber würde ich die Abfahrtstelle als sehr sicher erachten. Falls dein Bus im Dunkeln fährt, würde ich schauen, dass du dich auf jeden Fall hinbringen lässt oder ggf. einen anderen Termin buchst, falls das möglich ist.

Die Fahrt beginnt

Für mich und meine Begleitung war es nicht sofort ersichtlich, wo der Bus nach Windhoek schließlich abfährt. Aber wie immer im Leben hilft es, wenn man den Mund aufmacht. Nachdem wir einen netten Intercape Mitarbeiter ansprachen, wies er uns auch direkt den Weg zum richtigen Bus. Bevor man einsteigt gibt es noch eine Art Counter, wo man eincheckt und das Gewicht des Gepäcks nochmal gewogen wird. Anschließend wird vor dem Bus nochmal kontrolliert, ob man alle notwendigen Dokumente hat, um den Grenzübergang nach Namibia zu machen.

Der Intercape Sleepline

Für alle längeren Strecken hat Intercape sogenannte Sleepliner Busse und die sind richtig toll, kann ich dir sagen! Unter den Beinen hat man ein Tablett (anders kann ich es nicht beschreiben), welches sich hochklappt, wenn man sich im Sitz zurücklehnt. Dadurch kann man eigentlich liegen und ich habe wirklich komfortabel geschlafen. Außerdem hat man auch die Möglichkeit per USB-Anschluss, seine mobilen Geräte zu laden. Fehlt nur noch das WLan! Ansonsten empfand ich die Klimaanlage auch als sehr angenehm eingestellt. Für den richtigen Schlafkomfort nehme ich mir aber trotzdem immer noch eine Decke und Kissen mit.

Da Intercape ein christliches Unternehmen ist, laufen ab und zu auf den Bildschirmen kleine Gebete oder Ausschnitte von Gottesdiensten. Ich hatte vorab davon im Internet gelesen und fand es etwas skurril. Im Bus hat es mich dann überhaupt nicht gestört. Die Bildschirme haben auch keinen Ton, sodass man davon nichts mitbekommt. Und am aller, allerliebsten schaue ich sowieso aus dem Fenster und genieße es zu sehen, wie die Landschaft sich langsam verändert.

An Bord waren bei uns zwei Mitarbeiter von Intercape. Der Fahrer und ein Steward, der sich um alle Belange der Reisenden kümmert. Ich fand die Fahrweise sehr angenehm und sicher. Allgemein genießt Intercape einen sehr guten Ruf. Auch meine Kolleginnen im Praktikum sind regelmäßig mit Intercape in die Heimat gefahren.

Es werden außerdem viele Stopps gemacht, sodass man sich immer mal die Beine vertreten kann. Auch für den Hunger zwischendurch kann man sich immer wieder an den Tank- und Raststellen etwas kaufen. Mein Lieblingsessen für unterwegs ist auf jeden Fall Vetkoek. Der ist so gehaltvoll, dass man gefühlt auch Tage später keinen Hunger mehr haben muss.

Der Grenzübergang Südafrika – Namibia

Wenn man mit dem Intercape Bus von Kapstadt nach Windhoek fährt, muss man logischerweise auch eine Grenze überqueren. Bereits 2014 habe ich diese Grenze bei Vioolsdrift überquert und in der Regel funktioniert das problemlos. Zunächst stempelt man sich in Südafrika aus, ehe man nach Namibia einreist. Wir musste alle aus dem Bus aussteigen und unser Gepäck mitnehmen. Anschließend wird sporadisch Gepäck durchsucht. Ich habe die Grenzbeamten als sehr freundlich empfunden, auch wenn das Warten natürlich mal lästig werden kann. Aber das gehört nun mal dazu. 

Etwas unruhig wurden wir dann allerdings doch, als ein herrenloser Rucksack auftauchte. Noch merkwürdiger wurde es, als die Grenzbeamt*innen den Rucksack öffneten und mehrere Pässe und ein weißes Pulver entdeckten. Daraufhin wurden dann die Männer aus unserem Bus gebeten, einzeln mit einem Beamten zu sprechen. Bis heute wissen wir allerdings nicht, wem der Rucksack gehört. Da noch Nudeln und andere Lebensmittel drin waren, gehe ich davon aus, dass das weiße Pulver Mehl war. Nur die vielen Pässe bleiben nach wie vor skurril.

 

Endlich in Namibia

Namibia ist ja mein Herzensland und umso mehr habe ich mich gefreut, dann endlich in Namibia zu sein. Unser Bus hatte Kapstadt pünktlich um 10:00 Uhr verlassen. Die Fahrt über die N7 bis zur Grenze sind einige Kilometer, sodass es schon recht spät in der Nacht war, als wir dann endlich in Namibia waren. Hier wird die Autobahn N7 zur B1, nur sehen konnten wir davon nicht viel…

Es war auch viel zu spät um die Augen aufzuhalten, sodass ich immer wieder eingeschlafen bin. Natürlich ist so eine Nacht im Bus nicht erholsam, aber gemessen an den Umständen habe ich wirklich gut geschlafen.

Morgens bin ich dann in Mariental aufgewacht. Auch hier war ich 2016 schon einmal auf der Reise mit meiner Mama. Witzigerweise hat es auch dieses Mal gewittert. Was gut für das Land ist – in Namibia ist es sehr trocken – hat mir damals wie heute, einen Schrecken eingejagt. Ich mag einfach keine Gewitter.

In Mariental ging dann langsam die Sonne auf und man konnte mehr und mehr von Namibias Schönheit sehen. Ich habe mal wieder am Fenster geklebt und wollte alles in mich aufsaugen. Eigentlich sollten wir um halb 9 in Windhoek ankommen. Leider hat eine italienische Mitreisende – wir waren insgesamt 6 Tourist*innen, alles anderen waren Einheimische – so viel Stress an der Grenze gemacht, dass wir gut 2 Stunden Verspätung hatten. Wir sind dann also gegen kurz nach 10 endlich in Namibias Hauptstadt Windhoek angekommen.

Was ich als sehr angenehm empfunden habe ist, dass Intercape in Windhoek eine eigenen Bus Station hat. Diese liegt etwas abseits von dem anderen Busbahnhof und es ist dadurch etwas übersichtlicher. Dort stehen auch einige Taxis, sodass man sich in die Unterkunft bringen lassen kann.

Fazit Intercape Bus von Kapstadt nach Windhoek

Alles in allem war ich wirklich positiv überrascht, von meinen Erfahrungen auf der Fahrt von Kapstadt nach Windhoek. Die Intercape Tickets haben knapp 60€ gekostet und das war schon der teuerste Tarif. Bei diesem Full Flexi Tarif kann man auch kurz vor der Fahrt noch Änderungen am Ticket vornehmen, ohne viel Geld zu verlieren. Eine schöne Möglichkeit, wenn man Flexibel bleiben will!

Dadurch das man morgens in Kapstadt losfährt, kann man auch einige sehen. Natürlich ist man nicht so flexibel wie mit dem eigenen Auto, aber ich liebe es trotzdem einfach in die Landschaft zu schauen. Vor allem begeistert war ich über die Gegend rund um Clanwilliam.

Hier geht es zur Website von Intercape. Natürlich ist Kapstadt – Windhoek nicht die einzige Strecke. Intercape hat ein riesiges Streckennetz, welches dich von A nach B bringt im südlichen Afrika. 

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