Das Baby ist meins

Cover des Buches Das Baby ist meins von Oyinkan Braithwaite

„Das Baby ist meins“
Rezension

Werbung, da Rezensionsexemplar

Ich blickte erneut auf Remi. Er war süß. Eines Tages würde er wahrscheinlich tausend Herzen brechen. Ich legte je ein Kissen zu beiden Seiten von ihm auf das Bett, breitete meinen Blazer auf dem Fußboden aus, legte mich darauf und schloss die Augen. Das Krähen ging von vorne los.

Das Baby ist meins, Seite 50

Darum geht’s in „Das Baby ist meins“

Eine Geschichte so alt, wie die Menschheit selbst, neu interpretiert in den Wirren des Corona Lockdowns. Zwei Frauen streiten um ein Baby. Aber wer ist die leibliche Mutter des kleinen Remi.

Nach „Meine Schwester die Serienmörderin“ folgt nun ein weiterer, brillanter Roman der nigerianisch-englischen Autorin Oyinkan Braithwaite. Angesiedelt ist die kurze Geschichte, die sich auf 128 Seiten abspielt, in den undurchsichtigen Zeiten des ersten Corona Lockdowns in Lagos, Nigeria.

Bambis Freundin findet heraus, dass er sie betrogen hat und schmeißt ihn kurzerhand aus der Wohnung. Auf Grund der beinahe komplett stillstehenden Welt, bleibt Bambi nur die Wahl, in das Haus seines reichen Onkels zu flüchten. Dieser ist als einer der ersten der Lungenkrankheit zum Opfer gefallen. Statt der trauenden Tante, erwartet Bambi dort allerdings auch die Geliebte des Onkels und der neugeborene Sohn Remi. Schnell stellt Bambi fest, dass Frauen zu Löwinnen werden, wenn sie um ein Baby kämpfen. Wem soll er dabei glauben, der in der Mitte gefangen ist?

„Das Baby ist meins“ in eine Schublade stecken zu wollen, fällt schwer. Zu viele Ebenen befinden sich in dem kurzen Roman, der vom Aufbau her allerdings mehr an eine Kurzgeschichte erinnert. Kein Wundern also, dass ich das Buch in wenigen Stunden und an einem Tag verschlungen habe. Das spricht aber vor allem auch über die unterhaltsame Kraft des Buches und die leichte Sprache von Oyinkan Braithwaite, die allerdings gleichzeitig nicht ihren Tiefgang verliert.

Zunächst habe ich eine leichte Abneigung dagegen gespürt, dass „Das Baby ist meins“ mitten in der Corona Pandemie angesiedelt ist. Im Nachgang kann ich mir allerdings kaum ein geeigneteres Setting vorstellen, dass die absurde Konstellation zwischen Bambi, seiner Tante Bidemi und der Geliebten des Onkels Esohe rechtfertigt.

Trotz der geringen Seitenanzahl, entwickeln die Protagonist:innen eine gewisse Tiefe, die mehr über ihre Gefühlswelt preisgibt. Keine:r der drei ist ein Unschuldslamm, obwohl das wohl jede:r die anderen glauben lassen möchte.

Von mir gibt es für „Das Baby ist mein“ eine absolute Leseempfehlung. Das Buch macht einfach Spaß, ist unterhaltsam und vielleicht auch gerade der Ausblick in die weite Welt, denn wir in dieser verlangsamten Corona Pandemie benötigen. Denn, wer würde nicht gerne mal hinter die Vorhänge der Nachbar:innen blicken um zu sehen, was dort vor sich geht?

DAS BABY IST MEINS

Das Baby ist Meins
Oyinkan Braithwaite

Übersetzt durch Yasemin Dinçer
128 Seiten | Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-351-05089-4  
15€ (D) über Blumenbar


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

0 Kommentare
Inline Feedbacks
Schaue alle Kommentare an