Wandern auf der Rota Vicentina: Tag 2 auf dem Fisherman´s Trail

Wandern auf der Rota Vicentina: Tag 2 auf dem Fisherman´s Trail – von Vila Nova de Milfontes nach Almograve

Nicht weniger spektakulär als die erste, gibt sich auch die zweite Etappe auf dem Fisherman´s Trail. Nach einer ausgedehnten Schleife um Vila Nova de Milfontes, überqueren wir einige landwirtschaftlich genutzte Bereiche, ehe es endlich wieder direkt ans Meer geht. Auch wenn unsere heutige Tagesetappe nur 15 Kilometer hat, hat sie es doch in sich. 

Von Kühen und Rollrasen

Die zweite Etappe auf dem Fisherman´s Trail

Tatsächlich habe ich die erste Nacht gut schlafen können. Trotz der vielen Schüler*innen rund um unser Zelt, die deutlich länger als wir aufgeblieben sind und sich gegenseitig in den Zelten besucht haben (hier… geht es zum ersten Teil, solltest du nicht mehr wissen, was es damit auf sich hat). Am Morgen hatten wir dann keine Lust, wieder auf dem Boden zu frühstücken. Aus diesem Grund suchten wir eine der Bäckerein in Vila Nova de Milfontes auf. Hier gab es wirklich alles, was das Herz begehrte. Von Kaffee, über Pastel de Nata und Schokocrossaints, war ich im siebten Himmel.

So gestärkt, konnten wir uns dann auf die 15 Kilometer lange zweite Etappe des Fisherman´s Trail machen. 

Die ersten wirklich sehr frustrierenden Kilometer

Zwar ging es dem Knie meines Freundes an diesem Morgen besser, aber das konnte auch nicht darüber hinweg täuschen, dass die erste 4-5 Kilometer wirklich überhaupt nicht schön sind. Im Grunde führt der Wanderweg immer entlang einer Straße, die im Bogen um die Stadt und den Fluss Rio herumführt. Zwar haben alle Autofahrer*innen tatsächlich viel Rücksicht auf uns genommen und auch der Blick von der Brücke auf die Flussmündung ist sehr spektakulär, schön war es trotzdem nicht.

Eigentlich wird der Fisherman´s Trail dann erst wieder spannend, sobald man das Gelände eines Landgutes betritt. Hier gibt es wunderschöne und alte Korkeichen zu bestaunen. Besonders überrascht hat mich auch das alte Herrenhaus, welches heute von einem riesigen Graffiti geschmückt wird (ist das in solch einem Kontext eigentlich auch Streetart?).

Aber auch hier wird die Strecke im Grunde nicht besser. Für mich gehört deshalb die zweite Etappe des Fisherman´s Trail auch eher zu den schwächeren Abschnitten. Auch die nächsten 5-6 Kilometer bewegt man sich eigentlich immer entlang von Feldwegen, die sich mit Kuhweiden abwechseln. Einzig interessant bleibt der Rasen, welcher hier angepflanzt wird und vermutlich als Rollrasen in unseren heimischen Baumärkten landet.

 

Hurra, endlich wieder am Meer

Kurz vor Almograve, kommt man dann endlich wieder ans Meer und es wird genauso schön, wie auf der ersten Etappe des Fisherman´s Trail. Mittlerweile schmerzen mir hier aber auch schon die Beine. Zwar ist diese Etappe nicht lang, aber ich merke doch den gestrigen Tag. Hinzukommt auch, dass wenn man nicht durch schöne Landschaften abgelenkt wird, Wehwehchen viel eher zur Kenntnis genommen werden.

Schließlich kommen wir gegen frühen Nachmittag in Almograve an und lassen uns erschöpft in ein Restaurant fallen. Hier bestellen wir erstmal einen obligatorischen Durstlöscher und etwas zu Essen. Da wir für den Mittagstisch zu spät sind und fürs Abendessen zu früh, bekommen wir nur ein Sandwich. Eigentlich nicht schlimm, aber als das Sandwich kommt und wir feststellen, dass es sich wirklich nur um Brot mit Butter und Käse handelt, machen wir lange Gesichter. Nach einem Wandertag darf es ruhig etwas mehr sein.

Die Krux mit dem Schlafplatz

Da das Wetter stimmt und wir nach der kleinen Stärkung noch etwas weiterlaufen wollen, verlassen wir nach einem kleinen Einkauf Almograve auch schon wieder. Zunächst geht es an der Kläranlage runter, ehe wir am Strand stehen. Was für ein toller Ort, den wir gerade komplett für uns alleine haben. Wirklich erschreckend ist nur, wie viel Müll hier angespült worden ist. Kurzerhand schnappt sich mein Freund eines der alten Fischernetze und knüpft später für uns Armbänder draus. Eine tolle Idee den Müll zu recyceln!

Als wir langsam beginnen, uns nach einem geeigneten Zeltplatz umzuschauen, wird der Weg auch immer schöner und schöner. Hohe Sanddünen türmen sich linkerhand auf und ich fühle mich an Namibia erinnert. Die Natur ist hier atemberaubend schön und ich weiß gar nicht, wo ich hinschauen soll. Bald verengt sich der Weg auch wieder, und wir folgen alten Fischerpfaden. Rechts von uns schlägt der Atlantik meterhohe Wellen und links von uns türmt sich der Sand, ein Traum!

Zwar finden wir immer mal wieder Stellen, wo wir zelten könnten, allerdings passt es nie wirklich. Auf der einen Seite ist es zu windig, auf der anderen Seite bekommen wir die Heringe nicht in den Sand. Schließlich landen wir in einem Waldstück, gut fünf Kilometer hinter Almograve und haben Glück.

Mehr oder weniger direkt neben dem Weg stellen wir unser Zelt auf. Der Platz kommt wirklich wie gerufen, denn ich bin mittlerweile mit meinen Kräften am Ende und das die Sonne schon im Untergehen ist, macht es auch nicht besser. Erschöpft richten wir uns ein und essen noch schnell einen Happen. Kurz bevor ich ins Zelt krieche noch der Schock. Irgendwas hat doch dahinten geraschelt. Ich sehe vier bis fünf Schatten vorbei huschen. Eine Rotte Wildschweine, die nun erst so richtig aktiv werden. Trotz dieser unheimlichen Begegnungen schlafe ich in dieser Nacht wie ein Stein…

Ein paar Fakten zur dritten Etappe auf dem Fisherman´s Trail von Vila Nova de Milfontes nach Almograve

Kilometer: Von Vila Nova de Milfontes nach Almograve sind es 15 Kilometer. Verpflegen kann man sich im Start- und Zielort, sowie am Strand ungefähr 5 Kilometer nach Vila Nova de Milfontes.

Höhenmeter: Aufstieg insgesamt 88m und Abstieg 116m. 

Orientierung: Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Da man im Grunde das Meer auch immer zu seiner Rechten haben muss, kann man sich gar nicht verlaufen. Gute Trittsicherheit ist allerdings ein Muss!

Übernachtung: In Vila Nova de Milfontes gibt es zwei Campingplätze. Mir hat es dort nur bedingt gefallen. Die Anlagen sind zwar gepflegt und sauber, so richtig wohl konnte ich mich aber nicht fühlen. Dadurch das Hostels so günstig sind, würde ich mich beim nächsten Mal wohl hier nochmal umschauen.

In Almograve gibt es wohl einige Unterkünfte. Allerdings haben andere Wanderer*innen erzählt, das sie sich nur bedingt wohlgefühlt haben. Wir haben diese Nacht im Zelt hinter Almograve verbracht. Wie immer gilt beim Wildcampen: Hinterlasse nichts als deine Fußspuren, baue nicht vor Sonnenaufgang dein Nachtlager auf und weiter gehts am nächsten Morgen so früh wie möglich.

Ich hoffe du hattest Freude an meiner zweiten Etappenbeschreibung zum Wandern auf der Rota Vicentina. Es lässt sich allerdings nur ansatzweise darstellen, wie schön die Natur auf dem Fisherman´s Trail ist und welche Kraft der Atlantik hat. Vielleicht mache ich dir ja Lust den Trail mal selber zu gehen. Falls du Fragen hast schreib sie doch gerne in die Kommentare oder lass mir eine Nachricht zukommen. Ich freue mich!

1 Kommentare

  1. Pingback: Wandern in Portugal: Dritte Etappe auf dem Fisherman´s Trail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätige, dass du das Folgende zur Kenntnis genommen hast: In diesem Formular werden Name, E-Mail-Adresse und Inhalte erfasst, damit ich die Kommentare auf der Website verfolgen kann. Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung, in der du erfährst, wo, wie und warum ich deine Daten speichere.