positiv – Rezension

positiv

[Werbung, da kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag]

Gut gesagt:

“Ich fühle dasselbe wie beim Anblick normaler Armut, aber in Abschnitte eingeteilt und zum Export bereit. Vor den Containern dämmern aufgereiht wie Roboter-Wächter, mobile Toilettenkabinen unter der nun schon tiefer stehenden Sonne – immer vier für zwölf Container. Wahrscheinlich nur eine Übergangslösung, um den Leuten bis nach den anstehenden Wahlen hier in der Gegend über die Runden zu helfen.”

Darum gehts in positiv

Jung zu sein, heißt sich auszuporbieren und genau das machen die drei Freunde Lindanathi, Ruan und Cecilia. Sie haben sich auf einem HIV- und Drogenberatungstreffen kennen gelernt und sofort gespürt, dass sie ähnliche Themen beschäftigen. Lindanathi ist HIV positiv und schnüffelt Klebstoff, wie die beiden anderen auch. Zusammen zieht das Trio durch Kapstadt und sie dealen nicht nur mit illegalen Pharmaka, sondern entdecken die Ungleichheiten einer ambivalenten Stadt. Nicht nur der Tod des jüngeren Bruder von Lindanathi belastet ihn sehr, auch eine SMS seines Onkels erinnert ihn an ein altes Versprechen. 

Gefällt weil:

positiv ein Roman ist, der viele unterschiedliche Themen aufgreift. Auf den unterschiedlichen Ebenen begegnen dem Lesenden nicht nur Fragen, die sich Heranwachsende stellen, sondern auch der HIV/AIDS Politik unter der Mbeki Regierung (1999-2008). So zeichnet der Autor Masande Ntshanga ein eindringliches Bild einer Stadt mit vielen Gesichtern, wie ich sie ebenfalls schon kennen lernen durfte.

Der Roman wirkt fast wie eine längere Kurzgeschichte. Nur an wenigen Stellen erhält man einen Rückblick auf das Leben der drei. Nur langsam stellt sich heraus, warum sich Lindanathi für den Tod seines jüngeren Bruder verantwortlich fühlt und was vor 10 Jahren genau passiert ist. 

positiv gefällt mir außerdem so gut, weil ich viele Orte in dem Roman aus meinen Aufenthalten in Kapstadt kenne. Wenn die drei also in ein Taxi nach Mowbray steigen oder mit dem Zug in die Vororte fahren, bin ich mit dabei. So kann ich wenigstens zeitweise ein wenig mein Heimweh stillen.

positiv

positiv
Masande Ntshanga
Übersetzung von Maria Hummitzsch
200 Seiten | Gebunden
ISBN:  978-3-88423-584-3
24,80€ (D) über Wunderhorn aus der Reihe für zeitgenössische afrikanische Literatur
Herausgegeben von Indra Wussow


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätige, dass du das Folgende zur Kenntnis genommen hast: In diesem Formular werden Name, E-Mail-Adresse und Inhalte erfasst, damit ich die Kommentare auf der Website verfolgen kann. Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung, in der du erfährst, wo, wie und warum ich deine Daten speichere.