Mit dem Zug nach Oberitalien: Verona – Florenz – Bozen

Mit dem Zug nach Oberitalien

Zwischen Alpen und Mittelmeer findet man nicht nur einige der schönsten Landschaften Italiens, sondern auch Sehnsuchtsorte wie Florenz oder Verona. Im Herbst 2022 sind wir mit dem Zug nach Oberitalien gefahren und haben dort unter anderem diese Orte erkundet. In meinem Artikel nehme ich dich mit zu meinen Highlights und gebe dir Tipps, wie du mit dem Zug nach Italien kommst.

Italien mit dem Zug – Die Anreise von Hannover nach Verona

Innerhalb von Europa zu fliegen, bekommt mehr und mehr einen bitteren Beigeschmack und aus diesem Grund haben wir uns für die Anreise nach Italien für den Zug entschieden. Gegen Mitternacht sind wir in Hannover gestartet und das erste Ziel auf unserem Ticket war München. Wer im Süden von Deutschland wohnt hat es um Längen einfacher, in Richtung Mittelmeer aufzubrechen. Uns trennten jedoch noch gut fünf Stunden von der bayrischen Landeshauptstadt. Auf defekte Toiletten, einen kompletten Zugunfall, enorme Augenringe zu morgendlicher Stunde und verpasste Anschlüsse möchte ich hier nicht genauer eingehen… Gehen wir einfach davon aus, dass wir ohne Probleme umgestiegen sind und ganz entspannt von München mit dem Zug nach Verona fahren konnten.

Die Zugfahrt von Deutschland nach Verona ist ein wahrer Traum. Am frühen Morgen ließen wir München hinter uns und sahen bald die ersten Berge vor uns. Weiter ging die Fahrt durch den Brenner und auf der anderen Seite hat uns auch schon Südtirol mit seinen Weinbergen erwartet. Endlich waren wir in Italien angekommen! Auf der Zugfahrt nach Verona solltest du unbedingt versuchen, am Fenster zu sitzen. Nach rund sechs Stunden sind wir dann in Verona angekommen und waren froh, unsere Unterkunft beziehen zu können.

Sitzgruppe in einem italienischen Zug auf der Fahrt durch Südtirol.

Schlendern und schlemmen in Verona

In den kommenden drei Tagen haben wir Verona erkundet. Eine Stadt, deren prominentesten Vertreter*innen sicherlich Romeo und Julia sind. Eins sei allerdings vorweg genommen, den berühmten Balkon haben wir nicht besucht. Verona ist eine Stadt, in der man wunderbar schlendern und schlemmen kann und genau das haben wir auch ausgiebig gemacht.

Übernachtet haben wir in einem der zwei Apartments des Architekten Leonardo Clementi, der nach über 50 Jahren beruflicher Praxis sein Stadthaus in Verona ausgebaut hat und nun Tourist*innen aus aller Welt beherbergt. Wir haben uns äußerst wohl gefühlt und das Apartment war, wie man es von einem Architekten erwartet, sehr geschmackvoll eingerichtet.

Hier gelangst du zu unserer Unterkunft in Verona ↗

Zu meinen Highlights in Verona gehörten das hervorragende Abendessen im Restaurant Benda (die Namensverwandtschaft ist nur zufällig) und ein Spaziergang auf den ehemaligen Stadtmauern, rund um das Castel San Pietro. Insbesondere zum Sonnenuntergang ist die Sicht auf die Stadt wunderschön. Wer Verona von oben sehen möchte, dem sei der Torre die Lamberti empfohlen. Leider hat der Giusti Garden zugemacht, als wir ihn besuchen wollten, jedoch war bereits der Blick von außen beeindruckend und ich kann mir denken, dass ein Besuch ebenfalls lohnenswert ist.

Blick auf den Fluss, der die Altstadt von Verona umgibt.

Mitte Oktober war außerdem Weinfest in Verona. Rund um das Amphitheater werden dann zahlreiche Stände aufgebaut, an denen man lokale Weinspezialitäten, wie den Valpolicella, und andere Leckereien probieren kann. Zum Eintritt erhält man ein Weinglas, welches man sich im dazugehörigen Beutel um den Hals hängen und immer wieder auffüllen kann. Ein Festival nach meinem Geschmack.

Von Verona aus kann man auch in wenigen Minuten mit dem Zug an den Gardasee fahren. Die Züge von Verona halten in Peschiera del Garda und neben ausgiebigen Spaziergängen am Wasser und dem einen oder anderen Sprung ins Wasser, kann man hier auch recht gut Essengehen. Die Zugtickets kann man am Automaten oder Schalter im Bahnhof von Verona kaufen.

Venedig ist ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt und lohnt sich entweder als nächstes Ziel oder einen weiteren Tagesausflug. Mehr Tipps für Venedig findest du hier

Florenz – Eine Stadt wie aus dem Bilderbuch

Von Verona sind wir mit dem Zug nach Florenz gefahren. Die Tickets haben wir vorab online gebucht und was wir hier für rund 25€ an Komfort geboten bekamen, kenne ich sonst nur aus dem Flugzeug. Wir hatten reservierte Sitzplätze, die äußerst bequem waren, das WLAN lief, der Zug war auf die Minute pünktlich und es wurden nach jedem Halt Getränke und Snacks serviert.

Nach rund drei Stunden sind wir in Florenz angekommen und ich war sofort verzaubert von der Stadt. Na gut, vielleicht nicht vom Bahnhof im brutalistischen Stil, aber spätestens als wir vor der berühmten Kathedrale standen. Florenz gilt als das Tor zur Toskana und als wir die blauen Hügel in der Ferne sahen, hat uns sofort das Fernweh gepackt. Zunächst ging es aber daran, die Stadt zu erkunden und dort gibt es einiges zu sehen.

Noch mehr Tipps für die Toskana gibt es bald hier auf meinem Blog.

Da wir allerdings leicht angeschlagen waren und dadurch alles doppelt so anstrengend war, haben wir einige viele der Sehenswürdigkeiten außenvorgelassen. Bei Caro & Martin von We Travel The World findet ihr jedoch 22 Tipps für Florenz, die locker eine Woche füllen könnten und die berühmtesten Sehenswürdigkeiten abdecken. Hier geht’s lang

Blick auf die Altstadt von Florenz mit einem Kirchturm.

Was mich in Florenz besonders begeistert hat, war die Aussicht vom Vista Panoramica di Firenze auf die Stadt und insbesondere den imposanten Kuppelbau der Kathedrale. Wenn du noch etwas in Spazierlaune bist, lohnt es sich bis zum Punto Panoramico weiter zugehen, dort dich in Richtung des Stadtteil San Niccolo zu bewegen und entlang des Arno bis zur Ponte Vecchio zu gehen. Ich fand diese Seite von Florenz deutlich authentischer und entspannter und es gab viele schöne Handwerksläden und Architekturgeschäfte.

Ein Besuch in Florenz ist nicht komplett, ohne nicht mindestens ein Sandwich von Pino’s Sandwich zu essen. Meine Liebe zu den Paninis ging sogar so weit, dass ich mir als Andenken ein T-Shirt gekauft habe. Darüber hinaus kann man im Zentralmarkt von Florenz ebenfalls gut essen. Hier gibt es im oberen Bereich zahlreiche Essensstände, an denen man ganz unterschiedliche Spezialitäten probieren kann.

Da mir unsere zwei Unterkünfte in Florenz beide nicht gefallen haben, kann ich dir an dieser Stelle leider auch keine Empfehlung aussprechen.

Mediterranes Flair in den Alpen – Bozen

Unsere Zugreise durch Italien haben wir mit einem Stopp in Bozen abgerundet. Zuvor hatten wir uns einen Mietwagen für die Toskana genommen, da die vielen kleinen Orte und andere Sehenswürdigkeiten nur schwer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Für uns eine perfekte Kombination, um Oberitalien zu erkunden. Nach einem erneuten Zwischenstopp in Florenz, dieses Mal allerdings nur für eine Nacht, haben wir den Zug nach Bozen genommen.

Mein Lieblingsreiseführer für Oberitalien

Die Region zwischen Alpen und Mittelmeer mit einem Reiseführer abzubilden ist nicht einfach, so viel gibt es in Oberitalien zu entdecken. Einen guten Überblick bietet der Reiseführer von Dumont, der uns auf der Reise ein treuer Begleiter war.

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Mich begeistert an Südtirol so sehr, dass dort mediterranes Flair und Klima mit dem beeindruckenden Panorama der Alpen kombiniert wird. Hier muss man sich nicht entscheiden, ob man in die Berge will oder doch lieber das Dolce Vita genießen möchte, sondern bekommt einfach beides.

Unsere Unterkunft in Bozen war das charmante Brandlgut. Zwar liegt es etwas außerhalb der Stadt, allerdings inmitten von Weinbergen und die Anbindung mit dem Bus ist auch gut machbar. Bozen ist eine kleine, niedliche Stadt, die man an einem Tag erkunden kann. In der Nähe von Bozen werden die leckeren Loacker Waffeln produziert und es gibt einige Cafés in der Stadt, wo man sich durch diese und andere Spezialitäten futtern kann.

Auch ohne ein Auto kann man in Bozen schöne Aktivitäten unternehmen. Dazu gehört zum Beispiel ein Besuch im Messner Mountain Museum, welches sich mit der Geschichte des Alpinismus befasst und vom Brandlgut aus zu sehen ist, und eine Fahrt mit der Seilbahn nach Oberbozen. Die Talstation liegt nicht unweit des Bahnhofs von Bozen und oben angekommen kann man mit einer kleinen Bahn weiterfahren und das Panorama der Alpen genießen. 

Weinberge rund um Bozen im goldenen Licht der Oktobersonne.

Zugverbindungen in Italien – Ein paar generelle Tipps

Wir haben mit den Zügen in Italien nur gute Erfahrungen gemacht. Die Tickets haben sich vorab online buchen lassen und das zu einem guten Preis. Die Sitzplätze waren bereits inkludiert, sodass man sich nicht stressen muss und garantiert sitzen kann. Es gab nicht auf jeder Fahrt Snacks und Getränke, ob es diesen Service gibt, lässt sich aber bei der Ticketbuchung vorab einsehen. Die Schnellzüge waren äußerst modern. Allerdings bestand insbesondere die Strecke von Verona nach Florenz aus vielen Tunnels und man konnte nicht so viel sehen, wie ich gehofft hatte.

Die Bahnhöfe entlang unserer Route waren immer zentral gelegen und gut zu erreichen. Dort kann man sich für die jeweilige Fahrt auch nochmal mit Proviant eindecken oder die Tickets kaufen. Die Orientierung fiel uns immer leicht, wenngleich die Menschen häufig nicht so gut Englisch sprachen (macht nichts, unser italienisch ist ja auch nicht gut).

Brutalistisches Bahnhofsgebäude in Florenz
Der Bahnhof von Florenz

Fazit zu unserer Zugreise durch Oberitalien

Italien mit dem Zug zu entdecken war eine gute Idee und schöne Erfahrung. Die Verspätung auf der Hin- und Rückfahrt hat allerdings das Erlebnis ein wenig geschmälert. Im Gegensatz zur DB waren die Züge in Italien aber generell zuverlässig und modern, sodass man sie gut zwischen den einzelnen Städten nutzen kann.

Verona, Florenz und Bozen sind alles ganz unterschiedliche Städte, in unterschiedlichen Teilen Oberitaliens. Alle drei vereint sicherlich aber ein besonderes Lebensgefühl, welches sich wohl nicht anders als La Dolce Vita ausdrücken lässt. Insbesondere Florenz hat mich verzaubert und ich würde gerne noch einmal durch die historischen Gassen schlendern und die Stadt in mich aufsaugen. Für Verona und Bozen haben mir jeweils drei Nächte gereicht und ich habe das Gefühl, einen guten Eindruck von den Städten bekommen zu haben.

Altstadt von Bozen mit Marktständen und Besuchern, die durch die Gasse flanieren.

2 Kommentare
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Gast
Karen
18 Tage zuvor

Zugfahren macht einfach super viel Spaß!
Deine guten Erfahrungen für Italien kann ich ebenfalls nur bestätigen.