Und immer wieder aufbrechen

Cover des Buches Und immer wieder aufbrechen von Sisonke Msimang

Und immer wieder aufbrechen
Rezension

Werbung, da Rezensionsexemplar

Ich ließ stets den wichtigsten Teil der Geschichte außen vor, dass er nämlich der erste Mensch war, der nichts vortäuschte. Er stahl mein Fahrrad, und es tat ihm nicht leid, weil er wusste, dass sein Anspruch auf Glück genauso groß war wie meiner.

Und immer wieder aufbrechen, Seite 143

Darum gehts in “Und immer wieder aufbrechen”

In dem Autobiografischen Werk „Und immer wieder aufbrechen“, geht es um das Leben der im Exil geborenen Südafrikanerin Sisonke Msimang. Ihre Eltern sind Aktivisten im ANC, dem African National Congress, und Kämpfen gegen die Apartheid und für ein unabhängiges Südafrika. Dieser Aktivismus ist nicht ungefährlich und so beschließen sie ins Ausland zu gehen, wo auch Sisonke Msimang geboren wird.

Nach zahlreichen Stationen in Sambia, Kenia, Kanada und den USA, betritt sie schlussendlich nach 20 Jahren Südafrika. Ein Land, das sie bisher nur aus den Erzählungen ihres Umfelds kennt. Was bedeutet Heimat für die junge Frau? Welche Erwartungen und Hoffnungen, die mit dem Ende der Apartheid verknüpft sind, können wirklich in Erfüllung gehen?

„Und immer wieder aufbrechen“ ist eine ausgesprochen spannende Biografie, die viele unterschiedliche Bereiche abdeckt. Zum einen ist es ein historisch bedeutsamer und interessanter Blick in das Leben der Anti-Apartheidskämpfer*innen, die ins Exil gehen mussten. Zum anderen ist es auch die Geschichte einer Frau, die sich ihren Weg im Leben sucht und mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert wird.

Sisonke Msimang wächst relativ privilegiert auf und stellt sich schonungslos ehrlich einer Selbstreflexion, die nicht immer positiv für sie ausgeht. Gleichermaßen zeigt sie Missstände in den unterschiedlichen Gesellschaften auf, in denen sie gelebt hat oder lebt. Dazu gehört Rassismus in Nordamerika genauso wie die unfassbar große Schere zwischen Arm und Reich in afrikanischen Ländern und die unerfüllten Erwartungen an das Südafrika nach den ersten freien Wahlen 1994.

Ich habe „Und immer wieder aufbrechen“ regelrecht verschlungen und möchte dieses Buch allen ans Herz legen, die sich für die jüngste Geschichte, geopolitische Zusammenhänge und „-ismen“, wie Feminismus oder Rassismus, interessieren. Gleichermaßen ist das Buch unterhaltsam und interessant geschrieben und erlaubt so die Wissensaufnahme quasi wie nebenbei.

Des Weiteren möchte ich ein Lob an den Haymon-Verlag aussprechen, die nicht nur gendern, sondern auch eine Trigger-Warnung für das Buch aussprechen. Dies finde ich großartig und sollte meiner Meinung nach Standard bei allen Verlagen werden. Ebenfalls sehr gelungen ist das Glossar am Ende von „Und immer wieder aufbrechen“ und die Übersetzung durch Tatjana Kruse.

UND IMMER WIEDER AUFBRECHEN

Und immer wieder aufbrechen
Sisonke Msimang
Übersetzung durch Tatjana Kruse
Hardcover
404 Seiten | ISBN: 978-3-7099-8140-5
22,90€ [D] über Haymon Verlag


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

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