Slow Train – Eine Liebeserklärung ans Zugfahren in Europa

Cover des Buches Slow Train von Tom Chesshyre

Slow Train – Eine Liebeserklärung an Europa heute in 25 Stationen
Rezension

Gut gesagt:

Auf einer Reise mit dem Zug durch Europa gibt es viele Gelegenheiten, um Fragen zu stellen. Man hat sich eine Fahrkarte gekauft, und der Kontinent wartet. Man kann sich umsehen und machen, was man will. Man lässt sich von den Schienen irgendwo hinbringen, und dann lässt man die Dinge geschehen.

Slow Train, Seite 87

Darum geht’s in Slow Train

Europa ist ein sehr abstraktes Konstrukt, aber was verbindet die Menschen eigentlich auf diesem Kontinent? Der Autor Tom Chesshyre macht sich auf den Weg, Europa und seine Bewohner:innen kennenzulernen. Bewaffnet ist er dabei mit einem Interrailticket, dem groben Plan in Bahnhofsnähe zu übernachten und wirklich nur Zug zu fahren und 3 Wochen Zeit.

Was er in dieser Zeit erlebt, verarbeitet er in dem grandiosen Buch Slow Train. Die abenteuerliche Zugreise führt ihn von seiner Heimat in der Nähe von London über die Benelux-Staaten, quer durch Deutschland und Polen, bis in die Ukraine und über den Balkan nach Venedig, das einzige Ziel auf seiner Zugfahrt durch Europa, welches von Anfang an feststand.

Unterwegs unterhält sich Tom Chesshyre mit den Menschen. Dabei trifft er nicht nur auf äußerst freundliche Zugbegleiter:innen, sondern unterhält sich mit Gastronom:innen, Fremdenführer:innen und eigentlich allen Menschen, die sich in ein Gespräch verwickeln lassen. Herauskommen dabei bisweile unterschiedliche aber auch sich ähnelnde Meinungen über vereinende und trennende Momente in Europa, politische Ansichten, Hoffnungen und Träume.

Gefällt weil:

Ich schon vor der Lektüre von Slow Train davon träume, einmal mit dem Zug durch Europa zu reisen. Seitdem ich einmal auf den Schienen Südafrikas mit dem Shosholoza [Link] gereist bin, hat mich diese Art der Fortbewegung in seinen Bann genommen. Ich finde es faszinierend zu sehen, wie viel man innerhalb von drei Wochen sehen kann und wie divers unser schöner Kontinent ist.

Tom Chesshyre zeigt außerdem, das kleine Abenteuer auch mitten in Europa nach wie vor möglich sind. Es ist der Zauber des Unbekannten, sich einfach ohne Plan auf die Reise zu machen, der seine Geschichte so schön macht. Nicht ganz unerheblich ist auch, dass der Autor ein erfahrener Reiseschrifsteller ist. Das macht Slow Train zu einem wahren Lesevergnügen.

Heutzutage ist es wichtiger denn je, eine Lanze für das Zugfahren zu brechen. Diese Technologie einte einst Nationen und war maßgeblich daran beteiligt, wirtschaftlichen Aufschwung zu bringen. Heutzutage muss die Bahn allerdings einiges gegenüber Billigfluglinien einstecken. Ich hoffe das sich das bald ändert.

Am Ende von Slow Train, hat der Autor auch nochmal all seine genommenen Zugverbindungen in Europa aufgelistet samt Hotels, in denen er übernachtet hat. Das macht sein Abenteuer nachreisbar, auch wenn man vielleicht selbst einfach ohne Plan drauf los reisen sollte.

SLOW TRAIN

Slow Train
Eine Liebeserklärung an Europa heute in 25 Stationen
Tom Chesshyre

Übersetzt durch Astrid Gravert
334 Seiten | Taschenbuch
ISBN: 978-3770166961
14,95€ (D) über Amazon [Affiliate Link]


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

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Gast
27 Tage zuvor

Das muss ich mir als begeisterter Eisenbahn-Reisender besorgen!