Wildnis ist ein weibliches Wort – Rezension

Wildnis ist ein weibliches Wort – Rezension

[Werbung, da kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag]

Gut gesagt:

„In der Lage zu sein, den Unterschied zwischen diesen Vögeln anhand ihrer Form und ihrer Bewegung zu bestimmen, auf sie zu deuten und ihren Namen zu nennen, diente mir immer als Bestätigung für die solide Wahrheit der Natur als ein System, das mittels Taxonomie beschrieben werden kann, und rief mir meinen Platz darin in Erinnerung. Und es wirkte beruhigend auf mich; es zeigte mir, dass diese Dinge nach wie vor existieren, weil ich sie sammeln konnte. Dass es immer noch Orte gab, die ich beobachten konnte, und dass ich Teil einer echten Ordnung war, außerhalb der abgetrennten Zivilisation.”

Darum geht’s in Wildnis ist ein weibliches Wort

Erin ist 19 Jahre alt und auf der Suche nach einer feministischen Wildnis. Bisher hat sie England nur in Survial-Shows und den großen Klassikern der Abenteuer-Literatur verlassen. Dabei ist ihr eines aufgefallen, Wildnis entspricht häufig männlichen Klischeebildern. Und so bricht Erin auf und macht sich auf die Suche nach den Mountain Men. Ihr Weg führt sie zu einer der letzten unberührten Landschaften dieser Erde: Alaska. Sie verzichtet dabei auf das Flugzeug und wählt Hundeschlitten, Boote und die eigenen Füße als ihre Transportmittel. Dabei schließt sie Freundschaften, lernt aber genauso mit sich allein zu sein.

Zu guter Letzt verbringt sie einige Wochen allein in einer Hütte in Alaska. Erin beginnt sich Gedanken zu machen, was typisch Mann und was typisch Frau ist, wo die Grenzen verschwimmen und was vielleicht hätte anders werden können, wenn historische Persönlichkeiten mehr weiblich oder zumindest „klassisch“ weibliche Attribute gehabt hätten. Nicht zuletzt hilft ihr ein Tagebuch eines ähnlich Suchenden bei der Frage, ob Natur weiblich oder männlich ist, oder ob es solcher Zuschreibungen überhaupt bedarf.

Gefällt weil:

Wildnis ist ein weibliches Wort ein wirklich kluges Buch ist, das spannende Fragen stellt und spannende Antworten gibt, die zum Weiterdenken anregen. Fast bis zur Hälfte der Lektüre habe ich gebraucht um festzustellen, dass es sich bei der Lektüre um einen Roman handelt und nicht um einen Tatsachenbericht, so fesselnd und lebhaft hat Autorin Abi Andrews die Charaktere gezeichnet.

Erin fordert sich selbst heraus und fragt sich, wie man Wildnis und Feminismus zusammenbringen kann. Gibt es noch Domänen, die rein männlich sind oder ist das heutzutage egal? Welche Zuschreibungen gibt es immer noch an die Geschlechter? Große Fragen für eine junge Frau, die nicht nur auf der Suche nach Antworten ist, sondern auch auf der Suche nach sich selbst.

Mir hat Wildnis ist ein weibliches Wort ungemein gut gefallen. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen und auch danach war ich noch lange mit dem Inhalt beschäftigt. Zum Ende hin ist es mir persönlich etwas zu philosophisch geworden. Allerdings fällt dies auf die Zeit im Roman, wo Erin allein in der Natur ist und dementsprechend viel Zeit zum Nachdenken hat. Ansonsten fand ich es durchweg gut, mit stimmigen Charakteren und einer tollen und bildhaften Sprache, weswegen ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen kann.

Wildnis ist ein weibliches Wort

Wildnis ist ein weibliches Wort
Abi Andrews
Übersetzung Mayela Gerhardt
400 Seiten | gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-455-00418-2
22€ (D) über Hoffmann und Campe Verlag


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

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