Schlagwort: Rezension

Tiefe Wasser zwischen uns -Verbundenheit unter Zwillingen

Hand die das Buch Tiefe Wasser zwischen uns von Ayesha Harruna Attah hält

Tiefe Wasser zwischen uns
Ayesha Harruna Attah

Werbung, da Rezensionsexemplar

Salvador de Bahia war wie das gelbe Innere einer Blüte. Der Moment nach dem Regen, wenn die Sonne wieder mit voller Kraft schien. Jede Hautfarbe dieser Welt, an einem einzigen Ort versammelt. Während Yaya und sie in einer Dampfstraßenbahn dahinrumpelten, staunte sie, wie üppig hier alles war. Es war, als sähe, röche und schmeckte sie zum allerersten Mal. In Bahia häutete sich Husseina wie eine Schlange, ließ den Schmerz, der mit ihrem Namen verbunden war, und ihre Vergangenheit hinter sich, um Vitória willkommen zu heißen.

Tiefe Wasser zwischen uns, Seite 108
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Schwierige Frauen – Stories

Hand die das Buch "Schwierige Frauen" von Roxane Gay gegen eine schwarze Wand hält

Schwierige Frauen
Roxane Gay

Werbung, da Rezensionsexemplar

Ich erwidere seine Umarmung. Mir wird klar, dass ich einen Mann festhalte, der weniger Mann ist, als er einst war. Ich frage mich, wie viel Durchhaltevermögen uns noch für unsere Spiele bleibt. Und dann stehe ich an der Hintertür und rauche und denke an Bennett, grob und schonungslos, unvermeidlich. Ich akzeptiere, dass ich, vielleicht, weniger Frau bin.

Schwierige Frauen, Seite 216

Darum geht’s in Schwierige Frauen

Die Stories in „Schwierige Frauen“ von Roxane Gay vereinen Frauen, die wir so oder so ähnlich sicherlich schon in unserem Leben getroffen haben. Sie sind unsere Freundinnen, Nachbarinnen, Kolleginnen, Geliebte oder flüchtige Bekanntschaften. Diese Frauen sind vereint durch harte Schicksale, die sie getroffen haben, Liebe, die inhärent kompliziert ist und der Gegenwart und Gesellschaft, die es nicht immer gut mit ihnen meint. Nun werden ihre fiktiven Geschichten in „Schwierige Frauen“ vereint.

Es sind Geschichten, die flüchtige Einblicke in den Alltag der Protagonist*innen erlauben und gleichzeitig ein vielschichtiges Bild von ihnen zeichnen. Es geht um Zwillingsschwestern, übrigens ein häufig auftauchendes Motiv von Roxane Gay in „Schwierige Frauen“, die nicht ohneeinander leben können. Es geht um die Doktorandin, die unverhofft in der Kälte einer fiktiven Stadt ihre große Liebe findet oder es geht um Frau und Sohn eines verzweifelten Mannes, der der Welt die Sonne nimmt.

Oftmals ist es nicht immer leicht zu unterscheiden, ob Roxane Gay Fantasiewelten erschafft oder ihre Kurzgeschichten in unserer Gegenwart angesiedelt sind. Wichtig ist es allerdings auch nicht, denn die Stories lassen sich immer auch auf reale Probleme beziehen, auch wenn sie manchmal so fantastisch wirken, dass man sich wünscht, sie wären nicht auf unserer Welt angesiedelt.

Die Geschichten in „Schwierige Frauen“ sind unterschiedlich lang und gerade die kürzeren sind so gut pointiert, dass sie die Leser*innen atemlos zurücklassen. Nicht selten sind die Kurzgeschichten brutal, schonungslos und ehrlich und an der einen oder anderen Stelle könnte man beinahe eine Triggerwarnung aussprechen. Dies bleibt auch meine einzige Kritik an „Schwierige Frauen“, denn ansonsten ist es ein hervorragender Kurzgeschichtenroman vom Cover bis zum Schreibstil von Roxane Gay und den Inhalten.

Die Kurzgeschichten bzw. Stories sind dabei keinesfalls nur etwas für Frauen sondern sollte durchweg von allen gelesen werden, die hinter die Kulissen von vermeintlichen Idyllen schauen wollen. Es ist nicht immer leicht, die einzelnen Schicksale zu verdauen, dennoch regen sie zum Nachdenken an und haben mich noch lange bewegt. Ich kann für „Schwierige Frauen“ nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen und würde mich freuen, wenn die Stories noch eine Vielzahl von Menschen zum Nachdenken anregen. Viel Freude bei dieser einmaligen Lektüre.

SCHWIERIGE FRAUEN

Schwierige Frauen
Roxane Gay
Übersetzung durch Anne Spielmann
Hardcover mit Schutzumschlag
320 Seiten | ISBN: 978-3442759163
20€ [D] über Amazon (Affiliate Link)


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

Das Versprechen – Ein Roman über Schuld und Sühne in Südafrika

Hand die das Buch "Das Versprechen" von Damon Galgut in den Händen hält

Das Versprechen
Damon Galgut

Werbung, da Rezensionsexemplar

Verstehst du, sagt er, die Leute nehmen nicht immer, was man ihnen gibt. Nicht jede Chance ist auch eine Gelegenheit. Manchmal ist eine Chance eine reine Zeitverschwendung, weiter nichts.
Ja, sagt sie. Aber versprochen ist versprochen.

Das Versprechen, Seite 199
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Als die Stadt in Flammen stand – Ein Jugendroman über zwei ungleiche Charaktere

EIne Hand, die das Buch "Als die Stadt in Flammen stand" gegen eine schwarze Wand hält.

Als die Stadt in Flammen stand
Kimberly Jones & Gilly Segal

Werbung, da Rezensionsexemplar

Ich schluckte schwer und nickte. “Campbell.”
Lena blickte mich mit zusammengekniffenen Augen an.
“Du hast mich Becky genannt, aber ich heiße Campbell.”
“Wie die Suppe?” Ihr Ton ist scharf, aber einer ihrer Mundwinkel wandert nach oben. Es ist zwar nicht mal annährend ein richtiges Lächeln, aber es ist da.
“Ja”, antworte ich. “Wie die Suppe.”
“Und da sagen alle, Schwarze hätten dämliche Namen.” Sie schüttelt den Kopf. “Okay Campbell Soup. Bist du bereit dich darauszuwagen?”

Als die Stadt in Flammen stand, Seite 71
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Ombura! Ombura! – Regen für Namibia

Hand die das Buch Ombura Ombura von Anna Mandus hält

Ombura! Ombura! – Regen für Namibia
Anna Mandus

Werbung, da Rezensionsexemplar

Doch die Namib entzieht sich solch plumpen Vergleichen. In aller Stille hat sie sich ihr Abendgewand übergezogen und schimmert nun in sanften Tönen von Braun, Lila und Orange, während die letzten Sonnenstrahlen lange Schatten malen. Die Wüste hält den Atem an, denkt Lotte. Und ich auch. Ich halte auch den Atem an.

Ombura! Ombura!, Seite 133

Darum gehts in Ombura! Ombura!

Es ist doch zum Haare raufen. Charlotte, Lotte von ihren Freund*innen genannt, möchte mit ihren Social Tours etwas Neues probieren und dann geht alles schief. Seit Jahren führt sie mit ihrem Partner Rainbow Tours und hat über ihre Gruppenreisen auch Rina mit dem namibischen Guide Wolf zusammengebracht. Nun will sie mit ihrem neuen Angebot Reisenden nicht nur die Schönheit Namibia näher bringen sondern sie auch für die Herausforderungen in dem Land sensibilisieren und so einen Beitrag dazu leisten, dass es den Ärmsten besser geht. Die scheinen allerdings nicht wirklich auf diese Idee gewartet zu haben.

Als Lotte sich mit Wolf auf den Weg macht, um verschiedene Projekte zu besuchen, scheint sie vom Pech verfolgt. Entweder kommen die Einrichtungen gut alleine zu recht oder sind nicht zu besuchen. Und dann regnet es auch noch überall, wo Lotte hinkommt. Das trockene Land kann das kühle Nass gut gebrauchen, dass Lotte dafür verantwortlich gemacht wird, ist ihr allerdings unangenehm.

Als Wolf dann auch noch auf Grund eines tragischen Unfalls schnellstmöglich zurück nach Windhoek muss und Lotte auf Auszeit mitten in der Namib mit dem schweigsamen Fred allein zurückbleibt, scheint das Chaos perfekt. Zum Glück weiß Namibia eh und je durch seine wilde Schönheit zu begeistern und zu beruhigen.

Mit “Ombura! Ombura! Regen für Namibia” bringt Anna Mandus den zweiten Band der Romantriologie um Rina, Wolf und ihre Abenteuer in Namibia heraus. Nach “Oppikoppi” (hier gehts zur Rezension) ist dies die gelungene Fortsetzung, die viele von uns schon lange erwartet haben. Genauso wie der erste Roman und “Licht und Schatten in Namibia I & II” lässt sich der Roman wunderbar lesen. Alles was es dafür braucht ist ein ruhiger Nachmittag, eine Tasse Tee und eine gemütliche Couch. Schon reist man gedanklich mit Anna Mandus nach Namibia.

“Ombura! Ombura! Regen für Namibia” ist wieder genau die richtige Mischung aus Unterhaltungsliteratur und spannender Einblick in das Leben in dem südafrikanischen Land. Gemeinsam mit Lotte erfahren wir mehr über Land und Leute und blicken auf die zum Teil harte Lebensrealität der Einheimischen, die Besucher*innen oftmals verborgen bleibt. Gleichzeitig zeigt der Roman, dass gut gemeint nicht immer gut gemacht bedeutet und Hinterfragt die “Entwicklungshilfe-Mentalität”, die oftmals nicht hilfreich ist. Denn am Ende zählt die Ermächtigung und Befähigung der Menschen und keine Almosen.

Ich kann “Ombura! Ombura! Regen für Namibia” nur jedem ans Herz legen, der die bisherigen Bücher von Anna Mandus geschätzt hat, Namibia liebt oder eine Reise dorthin plant. Auch wenn das Buch der zweite Band einer Trilogie ist, kann man ihn notfalls auch ohne den ersten Band zu kennen, lesen. Schöner ist es aber natürlich als Fortsetzung. Also macht es euch bequem und träumt euch gemeinsam mit den liebenswürdigen Charakteren ins Sehnsuchtsland Namibia.

OMBURA! OMBURA!

Ombura! Ombura! – Regen für Namibia
Anna Mandus
Flexcover mit Klappen
291 Seiten | ISBN: 978-3-946205-36-4
16,99€ [D] über Amazon (Affiliate Link)


Disclaimer: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön. Wie immer gilt aber, das Geschriebene spiegelt meine eigene Meinung wieder. Sollte mir etwas nicht gefallen, sage ich das auch. Ansonsten suche ich mir selber aus, welches Buch ich rezensieren möchte. Das heißt du wirst auf Lieschenradieschen nur authentische Leseberichte finden, die meinen eigenen Interessen entsprechen.

Der Schattenkönig – die vergessenen Frauen des äthiopischen Kriegs

Cover des Buches Der Schattenkönig von Maaza Mengiste

Der Schattenkönig – Maaza Mengiste

Werbung, da Rezensionsexemplar

Und sie weiß, dass dieses Mädchen und sie nach dieser Nacht nie wieder über ihre gemeinsame dumme Hoffnung sprechen und sich dafür schämen werden, weil diese Hoffnung nun bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen in der Mitte einer verlorenen Straße liegt. Und sie weiß auch, diese Niederlage wird sie und Aster aneinander binden in einem Pakt, der so stark ist, dass kein Mann ihn je wird brechen können.

Der Schattenkönig, Seite 129
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