Rota Vicentina: Tag 7 auf dem Historical Way

Blick auf die Küste vonPortugal auf dem Historical Way

Rota Vicentina: Tag 7 auf dem Historical Way von Carrapateira nach Vila do Bispo

Nach der wirklich herausfordernden sechsten Wanderetappe auf der Rota Vicentina, erwartete uns an diesem Tag mit 22km eine mittelschwere Wanderung. Zum Glück! Denn am vergangenen Tag hatte ich mir einige Blasen gelaufen, die das Vorankommen erheblich erschweren sollten…

Wandertag 7 auf dem Historical Way

Nach einer überraschend erholsamen Nacht in Carrapateira und einem wunderbaren Frühstück, ging es bei strahlendem Sonnenschein zurück auf den Historical Way. Der Tag begann gleich richtig gut mit einem ordentlichen Aufstieg, direkt hinter dem Ort. Allerdings weiß die Wanderin ja auch, wo ein harter Anstieg lauert, hat man meist auch eine schöne Aussicht. Diese Regel sollte sich zum Glück auch bewahrheiten.

Aussicht auf Carrapateira vom Wanderweg Historical Way

Aber nicht nur die Aussicht war wunderschön, auch ich war guter Dinge. Zwar hat es ganze sechs Etappen gebraucht, aber in Carrapateira hatte ich endlich einen Hut zum Sonnenschutz gefunden. So hat mir die frühe Morgensonne nichts anhaben können.

Hinter Carrapateira ging es dann bald wieder bergab und der Historical Way führte uns durch ein wunderschönes, grünes Tal. Links und Recht gab es viel Schatten durch zahlreiche Bäume und immer mal wieder kreuzten Pferde- und Eselweiden den Weg.

Korkeiche entlang des Historical Ways in Portugal

Pferdeweide entlang des Historical Ways in Portugal

Eine murmelgroße Überraschung

Etwas unangenehm wurde es dann allerdings, als ich einen Fremdkörper in meinem Schuh feststellte. An einer geeigneten Stelle setze ich mich also hin umzuschauen, was sich dort in meiner Socke verheddert hatte. Als ich die Socke auszog musste ich allerdings feststellen, dass ich eine murmelgroße Blase am kleinen Zeh hatte. Ich lief also nicht, wie fälschlicherweise angenommen, auf einem Stein oder ähnlichen, sondern auf einer Monsterblase! Na, so konnte der Tag ja heiter werden.

Allerdings hatte ich wenig Optionen und musste weiterlaufen. Nach einem knackigen Aufstieg gefolgt von einem ebenso knackigen Abstieg, landeten wir schließlich in einem kleinen, verschlafenen Ort mit einem wunderbaren Restaurant. Mittagspause!

Weiße Häuser mit Tisch und Stuhl davor in einem typischen Dorf in Portugal

Hier futterte ich mir nicht nur Motivation für den restlichen Weg an, sondern entschied auch in Sandalen zu laufen. Die beste Idee überhaupt! Sämtliche Fußschmerzen waren sofort vergessen und ich konnte die restlichen Kilometer des Historical Ways wandern.

Auch hier zeigte sich Portugal wieder von seiner ländlichen Seite. Vorbei an kleinen Bauernhöfen führte uns der Weg. Etwas unangenehm waren tatsächlich die frei laufenden Hunde, die nur schwer einzuschätzen waren. Nicht selten haben wir uns zur Abschreckung mit Steinen bewaffnen müssen. Zum Glück kamen diese aber nie zum Einsatz.

Genusswandern auf dem Historical Way

Eigentlich kann man die Wanderung auf dem Historical Way schon Genusswanderung nennen. Auch an Tag 7 auf dem Historical Way endete die Etappe mit einem kleinen gastronomischen Highlight. Gegen frühen Abend sind wir in Vila do Bispo angekommen. Dieser Ort gehört übrigens bereits zur Algarve und markiert fast das Ende des Weges.

Zielstrebig ging es in Vila do Bispo zunächst in ein kleines Café, wo es die von mir heißgeliebten Kroketten und ein Sagres Bier gab. Da wir keine Lust hatten zu Zelten, buchte ich spontan ein Homestay und das war ein echter Glücksgriff.

Kroketten und Sagres Bier als Stärkung nach einem langen Wandertag auf dem Historical Way

Im Homestay bei “Oma Pedro”

Bei “Oma Pedro” sind wir in einem Zimmer in ihrer Villa untergekommen. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie ein Homestay, nicht weit von Vila do Bispo entfernt. Hier gibt es nicht nur eine plüschige Einrichtung, man kann auch eine Küche nutzen und sich in den Garten setzen. Zwar spricht das Ehepaar Pedro kein Englisch, aber mit Händen und Füßen geht es immer und die beiden sind wahnsinnig herzlich rübergekommen.

Homestay Unterkunft in einer Villa in Vila do Bispo

Ein paar Fakten zur siebten Etappe auf dem Historical Way von Carrapateira nach Vila do Bispo

Kilometer: Von Carrapateira nach Vila do Bispo sind es rund 22 Kilometer. Verpflegen kann man sich im Start- und Zielort und zwischendurch in dem kleinen Örtchen. Dieses lässt sich eigentlich kaum verfehlen. Genug Wasser und Verpflegung solltest du, wie immer, trotzdem dabei haben.

Höhenmeter: Aufstieg insgesamt ca 299m und Abstieg ca 206m.

Orientierung: Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Der Weg ist weniger sandig als auf dem Fisherman´s Trail und es ist weniger trittsicherheit erforderlich. Allerdings gibt es nicht immer Sonnenschutz, weshalb ich eine Mütze empfehle.

Übernachtung: In Carrapateira kann ich dir das Hostel do Mar ans Herz legen. So wohl habe ich mich selten in einem Hostel gefühlt. Carrapateira bietet auch einige Geschäfte mit Outdoorbedarf (vor allem aber Surfen), Restaurants und kleinen Supermärkten. Ähnlich verhält es sich auch mit Vila do Bispo. Der Ort ist relativ groß und es gibt auch einen großen Discounter. Zum Übernachten kann ich dir wärmstens die Pension Vivenda Familia Pedro empfehlen. Man fühlt sich dort wirklich wie bei seinen Großeltern zu besuchen und das meine ich im besten Sinne!

Ich hoffe du hattest Freude an meiner siebten Etappenbeschreibung zum Wandern auf der Rota Vicentina. Vielleicht mache ich dir ja Lust den Trail mal selber zu gehen. Falls du Fragen hast schreib sie doch gerne in die Kommentare oder lass mir eine Nachricht zukommen. Ich freue mich!

Kunstwerk aus Holz entlang des Historical Ways

2 Kommentare

  1. Rudolfo Muller

    Hallo Lieschenradieschen und alle Leser.
    Campen im Naturpark Costa Vicentina ist veboten, und das wird mitlererweile auch vermehrt kontroliert. Desshalb würde ich davon abraten.

    • lieschenradieschen

      Hallo und danke für deinen Hinweis. Im Vordergrund sollte es natürlich immer stehen, die wunderbare Natur zu erhalten. Zum Glück gibt es eigentlich in jeder Ortschaft entlang des Weges Unterkünfte. Ich denke Wander*innen würden sich aber auch freuen, wenn in naher Zukunft Campingmöglichkeiten eingerichtet werden. Für mich gehört dies irgendwie mit Mehrtageswanderungen zusammen.

      Liebe Grüße
      Lynn

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